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Kroatien: die Feurigen wollen loslegen

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Kroatien: die Feurigen wollen loslegen

Nach einer hervorragenden Qualifikation möchten die Kroaten auf jeden Fall ihr Ergebnis von 1998 wiederholen. Damals wurde der WM-Neuling Dritter und der kroatische Stürmer David uker wurde mit sechs Toren Torschützenkönig.



Größter Erfolg: Dritter bei der WM 1998

Bei ihrer ersten WM-Teilnahme als eigenständige Nationalmannschaft schafften die Kroaten eine kleine Sensation: Zunächst wurden sie hinter Argentinien Gruppenzweite, dann schalteten sie im Achtelfinale Rumänien mit 1:0 aus und schließlich Deutschland im Viertelfinale mit 3:0. Erst im Halbfinale wurden sie vom späteren Weltmeister mit 1:2 gestoppt. Das Spiel um Platz 3 gewannen die Kroaten gegen Holland mit 2:1.

Für die Kroaten hatte dieser 3. Platz bei der WM eine ähnliche Bedeutung, wie für die Deutschen der Weltmeistertitel 1954. 1991 erreichte Kroatien die Unabhängigkeit von Jugoslawien. Die Menschen des vom Bürgerkrieg gezeichneten Landes fanden durch die sportliche Leistung ihres Teams zueinander und es bildete sich so etwas wie ein kroatisches Nationalgefühl, unabhängig davon, welcher Abstammung man war.
 
Bei der 2. WM Teilnahme 2002 konnte dieser Erfolg nicht wiederholt werden und die Kroaten kamen in ihrer Gruppe hinter Mexiko und Italien nur auf Platz 3 und mussten vorzeitig die Heimreise antreten. Das soll sich bei dieser WM nicht wiederholen.

Trainer und Mannschaft

Feurig rot-weiß kariert ist das Trikot der Kroaten. Und so feurig möchte auch Nationaltrainer Zlatko Kranjcar seine Spieler sehen. Der 50-jährige ehemalige Nationalspieler Jugoslawiens vertritt den offensiven Fußball. Sein Team besteht  hauptsächlich aus Spielern, die im Ausland verpflichtet sind. Nur vier Akteure spielen in der als nicht besonders hochklassig einzustufenden kroatischen Liga: Mittelfeldspieler Luka Modric und Stürmer Ivan Bosnjak bei Dinamo Zagreb und Torhüter Stipe Pletikosa sowie Mittelfeldspieler Niko Kranjcar bei Hajduk Split.

Als Sohn vom Trainer...

... sorgt man für Wirbel, selbst wenn man als großes Talent angesehen wird. Der 21-jährige Niko wurde nach seiner Nominierung sehr kritisch beäugt. Man warf dem Trainer Vetternwirtschaft vor. Doch mittlerweile bewies der Sohn, dass er aufgrund seiner Leistung einfach in die Nationalmannschaft gehört. Für den 21-jährigen könnte die WM durchaus ein Sprungbrett für eine Karriere im internationalen Fußball sein. Da er in Wien geboren wurde, hat er auch einen österreichischen Pass und fällt somit unter die EU-Regelung und kann somit ohne Probleme überall im europäischen Ausland spielen. Im Gegensatz dazu ist Kroatien noch kein volles EU-Mitglied und reinkroatische Spieler benötigen für die EU-Vereine eine Ausländerlizenz. Bei der WM muss sich Niko aber erst als zentraler Mittelfeldspieler mit Zug zum Tor unter Beweis stellen.

Viele Bundesligabekannte

Aus der Bundesliga kennt man einige der kroatischen Spieler: da wären Josip Simunic und Nico Kovac von Hertha BSC. Er und sein Bruder Robert wurden in Westberlin geboren. Robert spielt zwar jetzt bei Juventus Turin in Italien, doch auch er ist in deutschen Fußball kein Unbekannter. Schließlich war Robert Kovac beim 1.FC Nürnberg, und dann gemeinsam mit seinem Bruder bei Bayer Leverkusen und Bayern München unter Vertrag.

Der 26-jährige Jurica Vranjes und Stürmer Ivan Klasnic spielen dagegen bei Bremen. Klasnic sorgte neben Miroslav Klose als so genannter K und K-Sturm in der Bundesliga für Furore.

Mannschaft ohne große Stars

Es gibt keine ganz großen Stars im kroatischen Team. Denn selbst Kapitän Nico Kovac, der sich gleich in der ersten Gruppenpartie gegen Brasilien eine Rippe verletzte, war bei Hertha BSC in dieser Saison nicht immer die erste Wahl. Allerdings kann die mannschaftliche Geschlossenheit der Kroaten durchaus zum Erfolg führen. Und Torchancen erspielt sich der 1,90 Meter große Stürmer Dado Prso immer wieder. Der 31-jährige Mittelstürmer von den Glasgow Rangers kam erst mit 28 Jahren ins Nationalteam. Bei dieser WM möchte er unter Beweis stellen, dass Vatrini, die Feurigen nicht zu unrecht der Spitzname der Kroaten ist.

Außerdem wird die Mannschaft sicherlich von vielen, vielen kroatischen Fans begleitet und angefeuert, denn es leben auch viele Kroaten in Deutschland und die sind absolut Fußball begeistert!

-ab-16.06.2006 Text / Fotos: http://www.hns-cff.hr, die Homepage des kroatischen Fußballverbandes.

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