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Karlheinz Stockhausen Vater der elektronischen Musik

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Karlheinz Stockhausen Vater der elektronischen Musik

Am 22. August feiert der Komponist Karlheinz Stockhausen seinen 75. Geburtstag und noch immer ist er in der deutschen Kulturszene so umstritten wie kein anderer. Einige Musikerkollegen lehnen ihn und seine Arbeit völlig ab. Sie werfen ihm vor, seine Töne hätten in der Musik nichts zu suchen. Andere meist jüngere Musiker sind jedoch von seinen Klangkompositionen begeistert.

Stockhausen geht keine Kompromisse ein und stellt an sich und seine Kompositionen hohe Ansprüche. Neu und noch nie da gewesen soll es sein, was er bereits kennt, interessiert ihn nicht mehr. In eine Oper würde Stockhausen nie gehen, was da auf dem Spielplan stehe, sei nichts Neues, also interessiere es ihn nicht, hat er mal in einem Interview gesagt.

Verewigt auf dem Beatles Album

Die Vertreter klassischer Musik hat er sich mit solchen Aussagen sicher nicht zu Freunden gemacht. Umso besser kam er bei jungen Künstler - vor allem in den 60er und 70er Jahren an. Die Beatles zum Beispiel adelten ihn, indem sie ihn auf dem Cover ihres Seargent Peppers Loney Hearts Club Band Album abbildeten.

Karlheinz Stockhausen ist der 5. von links in der hinteren Reihe

Von Psychedelisch bis Krautrock

Stockhausen war Vorbild und Lehrer von Musikern wie Holger Czukay, der mit seiner Band Can selbst zu den Vorreitern der elektronischen Musik zählt. Auch die Musiker von The Greatful Dead und Jefferson Airplane, die in den späten 60ern und 70ern weltweite Erfolge feierten, gehörten zu seinen Schülern. Die isländische Musikerin Björk soll sich ebenfalls mit dem ungewöhnlichen Avantgardekomponisten getroffen haben.

Klangkugel in Japan

In den 70er Jahren hatte Stockhausen großen Erfolg in Japan. Anläßlich der Expo 1970 reiste er mit einigen Musikern nach Osaka, um dort eine Klangkugel zu installieren. Sie ist so etwas wie der Vorläufer des Surroundsystems. Ein kugelförmiger Raum wird mit ringförmig aufgestellten Lautsprechern ausgestattet. 183 Tage lang führte er zusammen mit 20 Solisten ungefähr 5 Stunden täglich eigene Werke für mehr als eine Millionen Menschen vor.

Opernprojekt Licht

In den letzten Jahren beschäftigte sich Stockhausen vor allem mit seinem Opernprojekt Licht. Es besteht aus sieben abendfüllenden Teilen, die sinnigerweise die Namen der Wochentage tragen. Bei der Uraufführung von Freitag erläuterte er kurz die Komposition, anschließend wurde das Licht dunkler gedreht und aus einer Vielzahl von Lautsprechern, über den gesamten Konzertsaal verteilt sind, erklingt elektronische Musik. Mal lauter, mal leiser, mal mehr im Vorder-, dann wieder im Hintergrund.

Ein Leben mit Musik

Karlheinz Stockhausen kam schon sehr früh mit Musik in Berührung. Bereits im Alter von vier Jahren erhielt er Klavierunterricht, schon mit acht musste er auf Dorffesten auftreten. Es heißt, damals hätte ihn besonders das Summen der Transformatorhäuschen fasziniert. Noch als Schüler lernte er Violine und Oboe und studierte zwischen 1947 und 1951 in Köln Klavier und Schulmusik. Seit den späten 50er Jahren war er als Lehrer, Dirigent und Interpret seiner Werke in der ganzen Welt tätig. In den 60er Jahren gründete er ein eigenes Ensemble und war Leiter am elektronischen Studio des WDR. Um seine Kompositionen ohne Kompromisse veröffentlichen zu können, gründete Stockhausen noch seinen eigenen Verlag. Heute lebt der 75jährige, der sich selbst als Vorreiter des Technos bezeichnet, in Kürten im Bergischen Land.

21.8.03/ sw Foto: Mit freundlicher Genehmigung des Stockhausen Verlags.

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