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Kanada Geschichte eines Landes

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Kanada Geschichte eines Landes

Kanada ist das zweitgrößte Land der Erde. Obwohl im Durchschnitt nur drei Einwohner auf einem Quadratkilometer leben, findet man in Kanada Menschen aus allen Regionen der Welt, die die verschiedensten Sprachen sprechen. So haben die Kanadier mit Englisch und Französisch gleich zwei Amtssprachen. Wie kam es dazu?

Der Italiener Goivanni Caboto segelte unter englischer Flagge und gilt als der Entdecker Kanadas.

Kanada wird entdeckt

Seit mindestens 12.000 Jahren leben in Kanada indianische Stämme, die so genannten First Nations. Vor zirka 5.000 Jahren kamen die Inuit ins Land. Der Entdecker Kanadas ist der Italiener Giovanni Caboto, der am 14. Juni 1497 unter englischer Flagge auf einer kanadischen Insel landete. Er nahm das Land für England in Besitz.

1534/35 kamen auch die Franzosen nach Kanada, die einen Teil des Landes besiedelten und mit Quebec die erste kanadische Siedlung gründeten. Die ersten Jahre lebten die Kolonisten relativ friedlich nebeneinander, die Franzosen im Gebiet der Inseln und des Sankt-Lorenz-Stroms, die Engländer weiter südlich (heute USA) an der amerikanischen Ostküste.

Da die Briten in den Franzosen- und Indianerkriegen siegreich waren, fiel Kanada letztlich an Großbritannien.



Kanada wird britisch

Während der Erbfolgekriege in Europa, bei denen Frankreich gegen England kämpfte, spielten sich auch in Nordamerika Konflikte zwischen Franzosen und Engländern ab. Erst nach vier Kriegen gab es eine Entscheidung. Im Pariser Frieden musste Frankreich seine Kolonie in Kanada an Großbritannien abgeben. Damit war ganz Nordamerika britisch.

Aus der ehemaligen französischen Kolonie Neufrankreich wurde die Provinz Quebec. Um in der französischen Bevölkerung keine Proteste auszulösen, gestand man Quebec die Weiterführung des Zivilrechts Frankreichs zu, sowie Religionsfreiheit und eine Expansion. Das sahen viele Amerikaner als weiteren Grund an sich von Großbritannien abzuspalten. Nach dem Unabhängigkeitskrieg wurden die USA souverän. Kanada blieb jedoch britisch.

Die Kanadier lieferten sich erbitterte Seeschlachten gegen die Amerikaner.

Kanadisches Nationalbewusstsein

Es gab jedoch weiterhin Spannungen zwischen den Briten und den Amerikanern, die sich 1812 im Britisch-Amerikanischen Krieg entluden. Darin kämpften die US-Amerikaner gegen Soldaten aus der Kolonie Kanada. Der gemeinsame Kampf von Briten und Franzosen ließ in Kanada zum ersten Mal ein eigenes Nationalbewusstsein aufkommen, weil man die Amerikaner abwehren konnte.

Dennoch dauerte es noch mehr als 100 Jahre bis die Kanadier einen eigenen Staat bekommen sollten. 1946 wurde die Grenze zu den USA festgelegt, in deren Nähe auch die meisten großen Städte Kanadas liegen.

Die Kanadische Konföderation war der erste wichtige Schritt in Richtung Unabhängigkeit.



Der Weg zum kanadischen Stadt

Als in den USA der Amerikanische Bürgerkrieg tobte, hatten die Briten Angst, auch Kanada könnte betroffen werden. Deshalb gründeten sie 1867 mit der Kanadische Konföderation einen Zusammenschluss aller kanadischer Provinzen, der eine gewisse Eigenständigkeit hatte. Dennoch blieb er unter britischer Krone. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn das ganze Gebiet Kanadas erschlossen.

Im Ersten Weltkrieg kämpften kanadische Soldaten unter britischer Führung an der Westfront. Nach dem Krieg trat Kanada unabhängig dem Völkerbund bei. 1931 garantierte das Statut von Westminster die gesetzgeberische Unabhängigkeit.

In den Provinzen Quebec (orange) und Ontario (gelb) wird hautsächlich Französisch gesprochen.

Zweisprachigkeit in Kanada

Wegen seiner zweisprachigen Geschichte leben in Kanada hauptsächlich englisch- und französisch-stämmige Menschen. Um die Gleichberechtigung zu betonen gibt es zwei Amtssprachen: Englisch und Französisch. Während Englisch im ganzen Land verbreitet ist, wird Französisch hauptsächlich in den Provinzen Quebec und Ontario gesprochen.

Kanada gehört sowohl zum britischen Staatenbund Commonwealth of Nations, als auch zu den französisch-sprechenden Ländern, der Francophonie.

Viele Menschen wandern nach Kanada mit dem Ziel ein, einmal die kanadische Staatsbürgerschaft zu bekommen.



Das Einwandererland

Mit gut 30 Millionen Einwohnern ist Kanada mit seiner immensen Landmasse nur sehr dünn besiedelt. Dass bedeutet auch, dass es dort relativ viel unbesiedelte Natur gibt. Dies ist einer der Hauptgründe, warum Kanada ein so attraktiven Einwandererland ist. Aus allen Ländern auch aus Deutschland wandern Menschen nach Kanada ein. Deshalb steigt in Kanada die Bevölkerung relativ schnell.


10.02.2010 // Text: Jan Wrede; Bilder: Flagge: (pd), Caboto: (pd), Britischer Sieg: Henry Alexander Ogden (pd), Seeschlacht: Michel Felice Corne (pd), Konföderation: Library and Archives Canada (pd), Karte: E Pluribus Anthony (pd), Pass: Noble (pd)

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