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Käthe Kruse: Eine Puppenmutti wird 125

Berühmte Personen

Käthe Kruse: Eine Puppenmutti wird 125

Käthe Kruse wurde am 17. September 1883 als Katharina Simon in Breslau geboren. Nach Abschluss der Schule wurde sie zunächst in Berlin unter dem Künstlernamen Hedda Somin als Schauspielerin erfolgreich. 1909 heiratete sie den Künstler und Bildhauer Max Kruse.

Selbstgemachtes Spielzeug

Kruses erste Puppen entstanden ab 1905. Eigentlich wollte sie nur für ihre kleinen Töchter Spielzeugpuppen basteln, denn ihr Ehemann hatte sich beharrlich geweigert, welche zu kaufen: "Nein, ich kaufe euch keine Puppen. Macht euch selber welche!" hatte er stets gepoltert, wenn die Sprache in der Familie Kruse auf Spielzeug für die Kinder kam.

Eigene Puppenwerkstatt

Im Jahr 1910 zeigte sie ihre ersten Modelle auf der Berliner Ausstellung "Spielzeug aus eigener Hand". Ihre Modelle wurden daraufhin industriell produziert. Diese Zusammenarbeit blieb jedoch erfolglos. Käthe Kruse gründete 1918 zur selbstständigen Herstellung von Puppen die Manufaktur "Werkstätten der Käthe-Kruse-Puppen", in Bad Kösen an der Saale.

Stempel auf der Fußsohle

Bald war der Name "Käthe Kruse" in aller Munde, wenn es um Puppen und Spielzeug ging. Modelle des Hauses Kruse zeichneten sich durch ihre hohe Qualität in Verarbeitung und Material aus. So wurden die Stoffpuppen von Hand hergestellt. Sie waren aus wasserdichtem Nessel genäht und mit Haaren ausgestopft. Als besonderes Markenzeichnen trugen die Kruse-Puppen einen Stempel und eine Nummer auf der linken Fußsohle.

Mehr als nur Puppe

Zu ihren populärsten Modellen wurde das "Schlenkerle" (1922), das "Träumerchen" (1925). Für "Das deutsche Kind" von 1929, stand ihr vierjähriger Sohn Modell. In wenigen Jahren entwickelte sich die Kruse-Puppe zu einem der beliebtesten Spielzeuge seiner Zeit. Durch ihren hohen Preis waren sie jedoch nur einer Oberschicht vorbehalten. Viele der Puppen-Modelle gab es nur in limitierter Auflage. Bereits in den 1930er Jahren wurden deshalb Kruse-Puppen von Sammlern erworben.

Gemeinsame Sache

"Ganz nebenbei" brachte Käthe Kruse sieben Kinder zur Welt, die alle mehr oder weniger im Familienbetrieb der "Puppenmutter" tätig waren. Nachdem 1950 die Werkstätten von Käthe Kruse in der sowjetisch besetzten Zone enteignet wurden, gründeten ihre Söhne in Bad Pyrmont und Donauwörth Unternehmen. Doch ihre Erfinderin war aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an der Produktion beteiligt. Am 19. Juli 1968 starb Käthe Kruse in Murnau in Bayern.

Rattenfänger von Hameln

Sammlerstücke zu Höchstpreisen

Käthe Kruse-Puppen gehören heute zu den gefragtesten Sammelobjekten im Spielzeugbereich. Die künstlerische und handwerkliche Qualität der Puppen ist außergewöhnlich. Auf Messen, Märkten und Auktionen stoßen die begehrten Puppen auf großes öffentliches Interesse und erzielen dementsprechend hohe Preise.

17.9.03 sw - Fotos: Buchcover und Kalender Weingarten Verlag

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