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"Jugend musiziert": Ein großer Tag für Florian

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"Jugend musiziert": Ein großer Tag für Florian

Wie fühlt man sich, wenn man auf einer Bühne steht und sich von einer Jury beurteilen lassen muß? Florian hat beim Wettbewerb "Jugend musiziert" teilgenommen und erzählt uns von seinem großen Tag.

Viele junge Menschen, die schon lange ein Instrument spielen, treten bei "Jugend musiziert" an, um sich mit anderen zu messen und sich von einer qualifizierten Jury bewerten zu lassen. Wer mitmachen will, darf höchstens 20 Jahre alt sein, gestartet wird in 6 Altersgruppen.  Auf unterster Stufe läuft der Regionalwettbewerb. Wer dort erfolgreich ist, darf zum Landeswettbewerb, die Sieger gehen beim Bundeswettbewerb an den Start. Gespielt werden selbstgewählte Musikstücke aus dem 20. / 21. Jahrhundert und einer anderen Zeitepoche.  
  
Die Juroren

Eine Jury aus mehreren Fachleuten bewertet den Vortrag. Es können maximal 25 Punkte erreicht werden, aber die schafft niemand, weil sich immer mal Fehler einschleichen. Bewertet wird die Richtigkeit des Spiels, der Vortrag selbst sowie das Verhalten des Musikers auf der Bühne. Bei Duetten - so nennt man zwei Musiker, die zusammenspielen - kommt es natürlich auch auf das gemeinsame, harmonische Spiel an.  

Mit Florian hautnah dabei

Einer der Wettbewerbsteilnehmer im Jahr 2010 war Florian V. Er ist zusammen mit seinem Klavierpartner Henri und seinem Horn, einem sogenannten Blechblasinstrument, an den Start gegangen. Er berichtet euch hautnah, wie der es ihm an seinem großen Tag ergangen ist und wie die Vorbereitungen für einen solchen Wettbewerb ablaufen.

Wie alles begann

Mitte Oktober letzten Jahres bekam ich das Angebot eines 13-jährigen Schülers aus meiner Schule, zusammen mit ihm beim Wettbewerb Jugend musiziert teilzunehmen. Da in diesem Jahr vor allem Duette mit einem Klavier und einem Blechblasinstrument gesucht waren, fragte  mich Henri, ob ich sein Klavierspiel mit meinem Horn begleiten wolle.

Wie lief das Üben ab?

Ich willigte sofort ein und wir machten uns Ende Oktober frisch ans Werk. Wir trafen uns wöchentlich, entweder in der Schule oder bei einem von uns zu Hause, zum Üben. Außerdem kam immer einer von uns zum Privatunterricht des anderen mit. Obwohl wir erst Ende Oktober angefangen hatten zusammen zu üben, klang unser Zusammenspiel im November schon sehr gut. Natürlich standen wir unter gewissem Zeitdruck, da der Wettbewerb schon in drei Monaten stattfinden sollte. Doch durch die Tipps, die wir durch unsere Lehrerinnen bekamen, schafften wir es, bis zum großen Tag gut vorbereitet zu sein.

Der Tag des Wettbewerbs

Der große Tag war für uns ein Freitag. Der Wettbewerb fand zwar ein ganzes Wochenende lang statt, jedoch war der Freitag für die Instrumente vorgesehen, die wir spielen. Natürlich war ich sehr aufgeregt. Es war ja mein erster richtiger Wettbewerb und ich war sehr gespannt darauf. Nachdem ich mich chic angezogen und die Stücke noch mal durchgespielt hatte, fuhr mich mein Vater zum Wettbewerb, der in einem Schulhaus ausgetragen wurde. Als wir dort ankamen, mussten wir uns erstmal anmelden. Das muss man machen, damit die Organisatoren, das sind die Veranstalter des Wettbewerbs, wissen, dass alle Teilnehmer vor Ort sind und den Termin nicht vergessen haben.

Kurz vor dem Auftritt

Nach kurzer Zeit traf ich auch meinen Klavierpartner Henri. Wir bekamen einen Raum zugewiesen, in dem wir uns genau eine halbe Stunde einspielen durften. Damit wir nicht zu lange spielten, wurde eine Frau beauftragt, um uns nach Ablauf der Zeit in die Aula zu schicken. Auch andere junge Leute manche jünger, manche älter als wir spielten an diesem Tag vor. Auch sie spielten in einem Duett aus einem Klavier und einem Blasinstrument. Außer dem Horn gibt es zum Beispiel folgende Blasinstrumente: Fagott, Klarinette, Blockflöte, Posaune, Saxophon oder Trompete.

Mein Herz schlug mir bis zum Hals

Nachdem einige Leute vorgespielt hatten, wurden wir aufgerufen. Nun war der Moment gekommen, auf den wir so lange hingearbeitet hatten. Wir schritten auf die Bühne und stimmten unsere Instrumente noch mal kurz an, damit wir auch sicher gehen konnten, dass sie genau gleich hoch bzw. tief spielten. Jetzt war ich richtig aufgeregt. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Es ging los und Gott sei Dank: wir spielten schön. Natürlich mit ein paar Fehlern, das ist ja ganz normal, aber im Großen und Ganzen waren wir nach unserem Zehn-Minuten-Auftritt zufrieden. Zum Schluss verbeugten wir uns und gingen gemeinsam von der Bühne. Wir hatten es hinter uns und ich war heilfroh.

Die Preisverleihung

Nachdem die restlichen Vorträge vorüber waren, zog sich die Jury zur Besprechung zurück. Um 18 Uhr wurde das Ergebnis bekannt gegeben. Zuerst wurden die nicht so guten Vorträge verkündet. Endlich wurden auch unsere Namen aufgerufen: Florian und Henri: 1. Preis! (Bei Jugend musiziert können mehrere Teilnehmer einen ersten Preis gewinnen. Es geht nach der erreichten Punktzahl, nicht darum, ob man besser oder schlechter als die anderen war.)

Cool, 1. Preis!  Super!

Wir hatten unser Ziel erreicht. Und übrigens: An diesem Tag kamen nur zwei von ca. 15 Duetten in die nächste Runde. Doch wir hatten die drittbeste Leistung erzielt und konnten darauf stolz sein. Zum Schluss bekam jeder noch eine Urkunde und ein persönliches Gespräch. Wie sich herausstellte, hat uns nur die Auswahl unserer Werke am Weiterkommen gehindert. Denn in unseren Stücken gab es keine richtig anspruchsvolle Passage. Also keinen wirklich schwierigen Teil. Nächstes Jahr werden wir mit schwereren Kompositionen antreten und ich bin mir sicher, dass wir dann über den Regionalwettbewerb hinaus kommen werden!

3.3.2011 - Florian Völkel / Fotos: Briefmarke: gemeinfrei, Waldhorn: GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Autor: Raphael Frey 

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt