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Jürgen Klinsmann tritt als Bundestrainer zurück

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Jürgen Klinsmann tritt als Bundestrainer zurück

Was die Fußballwelt schon seit Tagen befürchtet hat, ist eingetroffen: Jürgen Klinsmann hat seinen Job als Bundestrainer der Nationalmannschaft an den Nagel gehängt. Trotz oder vielleicht auch wegen des großen Erfolgs bei der WM. Als Nachfolger wurde vom DFB der bisherige Co-Trainer und Klinsmanns Wunschkandidat Joachim Jogi Löw ernannt.

Schwerer Abschied


Viele Fußballfans werden deshalb enttäuscht sein. Und auch Fußballverantwortliche wie Franz Beckenbauer oder der geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger, die Klinsmann bis zum Schluss darum gebeten haben, weiterzumachen. Doch der in Kalifornien lebende Ex-Profi hat sich nicht mehr umstimmen lassen. Für ihn ist das zweijährige Projekt Nationalmannschaft abgeschlossen. Auch wenn er versprochen hat, weiterhin ein Ansprechpartner für alle Spieler zu bleiben.  


"Ausgebrannt"

Bei einer Pressekonferenz, die am Dienstag Vormittag in Frankfurt am Main stattfand, hat Klinsmann zu den Gründen seines Rücktritts Stellung bezogen. Dabei wirkte er erschöpft und müde. Die anstrengende Vorbereitungszeit des Turniers habe viel Kraft gekostet, er fühle sich ausgebrannt. Deshalb wolle er erst einmal ein halbes Jahr Urlaub nehmen und neue Kraft und Energie tanken. Ein angebliches Angebot anzunehmen, Trainer der US-Nationalmannschaft zu werden, stehe laut Klinsmann nicht zur Debatte.

Mehr Zeit für die Familie

Der wichtigste Grund für den Rückzug dürfte aber wohl gewesen sein, dass Klinsmann künftig mehr Zeit für die Familie haben möchte. Mit Frau Debbie und den beiden Kindern fünf und neun Jahre alt lebt er in den USA. Es hatte schon vor der WM für viel Wirbel gesorgt, dass der Bundestrainer für Training und Spiele extra von Kalifornien nach Deutschland fliegen musste. Doch Klinsmann hatte darauf bestanden in Amerika wohnen zu bleiben - der Privatsphäre und Anonymität wegen.

Besser geht`s nicht

Auf der Welle der Euphorie abzutreten ist für Jürgen Klinsmann wahrscheinlich auch die beste Lösung. So werden ihn alle als Trainer in Erinnerung behalten, der eine junge Mannschaft, der kaum jemand etwas zutraute, zum dritten Platz bei der WM im eigenen Land geführt hat. Außerdem wäre nach der WM auch irgendwann die Normalität wieder zurückgekehrt. Schließlich beginnt die EM-Qualifikation schon in sieben Wochen und Deutschland hat mit u.a. Irland und der Slowakei gar keine so einfachen Gegner.

Löw übernimmt

Wenn die Nationalelf am 2. September zu ihrem ersten Gruppenspiel antritt, wird schon Joachim Jogi Löw auf der Trainerbank sitzen. Der als Taktikfuchs bekannte Schwabe hat Jürgen Klinsmann bisher als Co-Trainer zur Seite gestanden. Klinsmann hatte aber immer wieder betont, dass er Löw nicht als Assistenten, sondern als gleichwertigen Partner betrachtet. Klinsmann hatte Löw selbst vor zwei Jahren als Co-Trainer ausgesucht.


Erfahrener Trainer

Joachim Löw, der früher selbst als Profi gekickt hat, gilt als erfahrener Trainer. Schon seit 1992 betreut er erfolgreich Fußballmannschaften im In- und Ausland. Angefangen als Jugendtrainer in der Schweiz machte er unter anderem beim VFB Stuttgart, Fenerbahce Istanbul, FC Tirol Innsbruck, dem Karlsruher FC und Austria Wien Station. Wie Klinsmann steht der Schwabe für offensiven Tempofußball und möchte die begonnene Arbeit mit dem jungen Nationalteam fortsetzen. Sein Vertrag läuft vorerst bis nach der EM 2008 (Österreich/Schweiz).

Co-Trainer - verzweifelt gesucht!

Wie Verantwortliche des DFB auf der Pressekonferenz betonten, sei es wichtig, den von Klinsmann eingeschlagenen Kurs beizubehalten. Neben Trainer Löw bleibt deshalb Manager Oliver Bierhoff im Boot und auch darüber hinaus sind keine personellen Veränderungen im Stab der Nationalmannschaft vorgesehen. Bleibt also nur noch die Frage zu klären, wer Löw künftig als Co-Trainer zur Seite steht. Löw wird sich nach eigener Aussage Gedanken machen und in den nächsten Tagen das eine oder andere Gespräch mit möglichen Kandidaten führen.

Nic 12.07.2006 / Fotos: DFB 

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