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Joseph Pulitzer hat Geburtstag

Berühmte Personen

Joseph Pulitzer hat Geburtstag

1847 wurde Joseph Pulitzer geboren. Er ist der Begründer des gleichnamigen Pulitzerpreises für herausragende journalistische Arbeit. Dabei begann er seine Karriere durchaus mit nicht immer seriösen Schlagzeilen und nahm es auch mit der Wahrheit nicht immer so genau.

Joseph Pulitzer wurde am 10. April 1847 in Ungarn geboren. Er war Sohn eines jüdischen Getreidehändlers und einer Deutschen. Seine Ausbildung erhielt er an verschiedenen Privatschulen sowie durch Privatlehrer.

Militärische Karriere

Mit 17 Jahren bemühte er sich um Aufnahme in die österreichische Armee. Aber wegen seiner schwachen Gesundheit und seiner Augenprobleme wurde er als untauglich gemustert und abgelehnt. Auch die französische Fremdenlegion und die britische Armee lehnten ihn ab.

Schließlich wanderte er 1864 in die USA aus. Dort diente er bis zum Ende des amerikanischen Bürgerkriegs im 1. New Yorker Kavallerie-Regiment. Nach Ende des Krieges wurde er 1867 amerikanischer Staatsbürger und ließ sich im folgenden Jahr in St. Louis in Missouri nieder.

Start bei deutscher Zeitung

Dort arbeitete er zunächst unter Carl Schurz als Reporter für die deutschsprachige Zeitung Westliche Post. Schließlich wurde er Mitherausgeber und kaufte die Zeitung. Nachdem er 1879 die St.Louis-Dispatch erwarb, machte er aus beiden Zeitungen die noch heute erscheinende St.Louis Post-Dispatch.

Dort begann er auch seinen eigenen Stil als Herausgeber zu entwickeln: Seine Zeitung setzte sich für den kleinen Mann ein und klapperte dabei auch ordentlich mit großen Schlagzeilen. Dadurch gewann er eine große Leserschaft, die ihm viel Geld einbrachte.

Pulitzer macht New York World zu einflussreicher Zeitung

Mit dem Geld kaufte er schließlich die New York World. Die Zeitung machte unter ihrem alten Herausgeber nur Verlust. Doch Pulitzer verordnete auch ihr einen thematischen Wechsel hin zu Themen, die die Menschen auf der Straße bewegten. Oft kam die Zeitung dabei sensationsheischend daher, deckte aber auch viele sehr gut recherchierte Skandale auf. Die Zeitung steigerte ihre Auflage um das 40-fache und wurde zu einer der einflussreichsten in Nordamerika.

Die Weihnachstausgabe von 1899 der "New York World" mit einer Geschichte von Mark Twain auf der Titelseite.



Erfolg mit dem Yellow Kid

Der Erfolg war unter anderem auch deshalb so groß, weil die New York World die erste Zeitung war, die mit einer farbigen Beilage erschien. Auch der erste Cartoon, das Yellow Kid wurde darin abgedruckt. Von diesem leitet sich auch der noch heute gültige Begriff der Yellow Press für Boulevardzeitungen ab. Pulitzer verstand es auch, die Öffentlichkeit zu gewinnen. So startete er einen viel beachteten Spendenaufruf für den Sockel der Freiheitsstatue.

Statt Sensationsgier tiefgehende Recherche

Mit seinen Konkurrenten, besonders dem Verleger William Randolph Hearst, lieferte sich Pulitzer eine regelrechte Zeitungsschlacht. Dabei wurden von beiden auch manipulierte Berichte veröffentlicht. Später distanzierte sich Pulitzer von einer solchen Art von Journalismus. Er widmete sich dem ehrlichen Schreiben und deckte dabei unter anderem einen Korruptionsskandal um den Bau des Panamakanals auf.

Der Pulitzer-Preis

1892 wollte Pulitzer an der Columbia Universität eine Schule für Journalismus gründen. Zunächst wurde sein Ansinnen abgelehnt. Nach seinem Tod im Jahr 1911 wurde unter einem anderen Universitätspräsidenten die Columbia University Graduate School of Journalism gegründet. Mit zwei Millionen Dollar aus seinem Nachlass stiftete er auch den bis heute berühmtesten Preis für englischsprachige Journalisten, den Pulitzer-Preis.

Ein Zitat von Pulitzer:
"Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt. Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, macht sie vor aller Augen lächerlich. Und früher oder später wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen. Bekannt machen allein genügt vielleicht nicht - aber es ist das einzige Mittel, ohne das alle anderen versagen."

Wer unter euch Journalist werden will, sollte sich dieses, Pulitzer zugeschriebene, Zitat merken: "Was immer Du schreibst - schreibe kurz, und sie werden es lesen; schreibe klar, und sie werden es verstehen; schreibe bildhaft, und sie werden es im Gedächtnis behalten."

Text: -jj- 4.4.2007 // Bilder: PD; St.Louis Post-Dispatch © St.Louis Post-Dispatch

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