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Joseph Beuys

Berühmte Personen

Joseph Beuys

Joseph Beuys wird am 12. Mai 1921 in Krefeld als Sohn eines Kaufmanns geboren. Der Zeichner, Bildhauer und Aktionskünstler ist einer der bedeutensten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Mit seinen umstrittenen Installationen schafft er es immer wieder, die Betrachter in zwei Lager zu teilen. Die einen, die Beuys lieben und die, die ihn oder seine Werke ablehnen.

Für Joseph Beuys stand immer die Einheit von Kunst und Leben im Mittelpunkt. Seine Gedanken, Lebenseinstellung, politischen Ansichten, sein Kampf um bessere Lebensbedingungen und gegen die Zerstörung der Natur, all das versuchte er in seinen Installationen umzusetzen. Dabei stieß er allerdings häufig auf völliges Unverständnis.

Das unterstreicht auch die Geschichte von der Reinemachefrau in einem großen Museum. Sie hielt das seltsame Gebilde aus Fett und Filz, das sie in einem der Ausstellungsräume fand, für Müll und entsorgte es pflichtbewusst. Die anschließende Aufregung war groß, denn zunächst glaubte man an Einbrecher. Schließlich konnte der peinliche Vorfall aber doch noch geklärt werden.

Ungewöhnlich wie seine Kunstwerke sind auch die Materialien, die er benutzte: Honig und Blutwurst, vor allem aber eben Fett und Filz.

Joseph Beuys legte sich dazu eine Geschichte zurecht, die neueste Biografen anzweifeln:

Während eines Einsatzes als Kampfflieger im Jahr 1943 stürzte er über der Krim ab, eine Halbinsel in der Ukraine. Er entging nur knapp dem Tod. Einheimische retteten den Verwundeten, salbten ihn mit Talg und hüllten ihn in Filz. Diese Erfahrung, so Beuys, prägte seine Kunst.

Sein unverwechselbares Erkennungszeichen war sein Hut. Er überdeckte eine Silberplatte, die ihm nach seiner schweren Kriegsverletzung in die Schädeldecke eingepflanzt wurde.

Joseph Beuys tanzte sein ganzes Leben lang auf vielen Hochzeiten:

Seit 1964 beteiligte er sich an jeder "documenta". Das ist eine große Ausstellung internationaler, moderner Kunst, die seit 1955 im Abstand von 4 bis 5 Jahren in Kassel stattfindet.

Neben seiner künstlerischen Laufbahn versuchte er sich in der Politik. 1967 gründete er die Deutsche Studentenpartei.

Er war Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf, Gastprofessor in Frankfurt und Wien.

1974 machte er mit der Aktion I like America and America likes me ("Ich mag Amerika und Amerika mag mich") in New York von sich reden: Drei Tage lang lebt er, eingepackt in Filz, mit einem Kojoten in einem Raum in einer Galerie in Manhattan.

1979 kandidierte Beuys für das Europaparlament und ein Jahr später für den nordrhein-westfälischen Landtag als Vertreter der Grünen.

Am 23. Januar 1986 stirbt Joseph Beuys mit nicht ganz 65 Jahren an Herzversagen.

Heute gefallen seine Werke zwar noch immer nicht jedem, eines ist aber unbestreitbar: Joseph Beuys ist einer der wichtigsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit und hat die Kunstszene weltweit entscheidend beeinflusst.

(Bildquelle: Paolo Bianchi/Christoph Doswald, Gegenspieler Andy Warhol - Joseph Beuys, Fischer Verlag)

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