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Heimliche Nationalhymne der Italiener stammt von Verdi

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Heimliche Nationalhymne der Italiener stammt von Verdi

Die Verdi-Fans kommen aus dem Feiern nicht raus. Nachdem es im letzten Jahr zahlreiche Veranstaltungen zum 100. Todestag des erfolgreichsten italienischen Komponisten aller Zeiten gab, steht das nächste Jubiläum vor der Tür: Die Uraufführung der berühmten Oper "Nabucco" am 9. März 1892.

"Nabucco" gehört neben "La Traviata", "Rigoletto", "Aida", "Falstaff" und "Othello" zu den berühmtesten Werken des Italieners. Besonders der Chor der gefangenen Juden im babylonischen Exil, der in dieser Oper auftritt und noch heute den Höhepunkt jeder Aufführung darstellt, traf den Nerv der Zeit: den Freiheits- und Unabhängigkeitswillen der Italiener. Dazu müsst ihr wissen, dass das Gebiet der Lombardei damals von den Österreichern besetzt war. Verdi, der selbst glühender Anhänger der italienischen Einigungsbewegung war, griff das Thema beherzt auf.

Heimliche Nationalhymne

Die mitreißende kraftvolle Musik und der aktuelle inhaltliche Bezug ließen die Uraufführung am 9. März 1842 in der Mailänder Scala zum Triumph werden. Der Gefangenenchor aus dem dritten Akt wurde zum Gassenhauer und von den Italienern zur heimlichen Nationalhymne erklärt. Deshalb ist der Chor selbst viel bekannter als die gesamte Oper. Vier Monate lang wurde "Nabucco" in Mailand insgesamt 57 Mal aufgeführt. Das machte Verdi nicht nur über Nacht berühmt, sondern mit einem Schlag zu einem reichen Mann. Ihr wollt mehr über sein Leben erfahren? Dann lest hier weiter.

Schon als Kind begabt

Giuseppe Verdi kam am 10. Oktober 1813 in dem kleinen Städtchen Le Roncole in Norditalien zur Welt. In der ländlichen Atmosphäre, in der er aufwuchs, sammelte er erste musikalische Eindrücke durch umherziehende Dorfmusikanten, die im Wirtshaus seiner Eltern einzukehren pflegten. Der Vater bemerkte das musikalische Talent seines Sohnes und schenkte ihm ein gebrauchtes Klavier. Schon während der Schulzeit komponierte der junge Giuseppe erste Musikstücke.

Private Schicksalsschläge

Mit der finanziellen Unterstützung des wohlhabenden Kaufmanns Barezzi, konnte sich Verdi eine umfassende musikalische Ausbildung in Mailand leisten. 1836 erhielt er seine erste Anstellung als maestro und heiratete Margherita, die älteste Tochter seines Gönners. Nach ersten Achtungserfolgen an der Scala, dem berühmten Opernhaus in Mailand, siedelte er mit seiner Familie in die Stadt über. Während es beruflich langsam bergauf ging, musste Verdi einige schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Innerhalb von nur drei Jahren verlor er seine Frau und die beiden Kinder. Hinzu kam, dass eine seiner neuesten Opern bei der Premiere ausgepfiffen wurde. Verdi geriet in eine tiefe Schaffenskrise - bis ihm zufällig das Libretto (= Operntext) zu Nabucco in die Hände fiel.

Privates und berufliches Glück

Nach dem Erfolg mit "Nabucco" ging es steil bergauf. Verdi war finanziell unabhängig und fand mit seiner neuen Lebensgefährtin, der Sängerin Giuseppina Strepponi, auch privat sein Glück auf dem Land. In den 50er Jahren entstanden einige seiner berühmtesten Opern: Rigoletto (1851), La Traviata (1853) und Ein Maskenball (1859). Nach "Aida" (1871) stehen Othello (1887) und Falstaff (1893) am Ende dieser Erfolgsserie.

Libretto als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt für Verdis schöpferischen Prozess war von wenigen Ausnahmen abgesehen die Auseinandersetzung mit dem Operntext. Seine Textdichter mussten sogar häufig Eingriffe bis ins Versmaß hinnehmen. Bei den meisten seiner Werke liegt das Hauptgewicht weniger auf dem Orchester als auf den einzelnen Stimmen. Genauso wichtig war ihm die wirklichkeitsgetreue Zeichnung der Personen und ihrer Umgebung. Ein sehr bekanntes Werke Verdis, bei dem es sich nicht um eine Oper handelt, ist das Requiem. Damit werden jedes Jahr die Festspiele von Verona eröffnet.

Nic 09.03.2002 / Bild Verdi: Unichor Karlsruhe

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