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Hans Clarin: Er war die Stimme von Pumuckl

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Hans Clarin: Er war die Stimme von Pumuckl

Viele von euch wissen vielleicht nicht einmal wie er aussieht. Aber seine Stimme hat mit Sicherheit jeder von euch schon einmal gehört: Hans Clarin, Schauspieler und seit mehr als vier Jahrzehnten unnachahmlicher Sprecher des Kobolds Pumuckl. Nach fast 50jähriger Karriere auf der Bühne, vor der Kamera und hinter dem Mikro ist der wandlungsfähige Stimmkünstler am 28. August 2005 im Alter von 75 Jahren gestorben.


Hans Clarin stammt eigentlich aus Norddeutschland, lebte aber schon seit den 50er Jahren in Bayern. Seine Karriere begann er an den Kammerspielen und am Bayerischen Staatsschauspiel in München, wo er in klassischen Stücken von Nestroy, Shakespeare oder Moli¨re auftrat. Auch der Film ließ nicht lange auf sich warten. Rollen in "Pippi Langstrumpf" und "Das Wirtshaus im Spessart" waren der Einstieg in die TV- und Kinobranche.

Mehr als 100 Rollen

Insgesamt wirkte Hans Clarin in über 100 Film- und Fernsehproduktionen mit. Der zierliche Schauspieler war z.B. an der Seite von Heinz Rühmann und Lilo Pulver, Hildegard Knef, Gert Fröbe und Klaus Kinski zu sehen. Er trat im "Tatort" auf, in "Peter und Paul", in den Serien "Weißblaue Geschichten" und "Rivalen der Rennbahn" etc. Neben seinen zahlreichen Filmengagements blieb er auch immer dem Theater treu. Er gab etliche Gastspiele und wirkte u.a. bei den Salzburger Festspielen mit.

Pumuckl wird geboren

In den 60er Jahren begann Hans Clarins Karriere als Synchronstimme des wohl berühmtesten Klabauters aller Zeiten. Zu Beginn wurden einige Hörspielfolgen für das Radio des Bayerischen Rundfunks produziert. Gustl Bayrhammer schlüpfte in die Rolle des mürrisch-liebenswerten Schreinermeisters Eder, Clarin übernahm den Part des vorwitzigen Kobolds, der durch einen unglücklichen Zufall dazu verdonnert wird, sein Leben lang in der Werkstatt seines Entdeckers zu hausen. Im Laufe der Jahre erschienen zahlreiche Folgen als Schallplatte, Kassette und CD, eine Fernsehserie wurde produziert, dann drei Kinofilme.


Clarin in Höchstform

Hans Clarin wird wohl auch über seinen Tod hinaus immer mit der Stimme des Pumuckl in Verbindung gebracht werden. Er hat den Kobold mit seiner unverwechselbaren Stimme ausgestattet, ihn in Millionen von Kinderzimmern lebendig werden lassen. Als Pumuckl schöpfte Hans Clarin die ganze Bandbreite seines sprecherischen Könnens aus. Wenn der rothaarige Knirps in schrilles Gelächter ausbricht, wildes Protestgeschrei an den Tag legt oder ein mitleiderregendes Heulen und Jammern anstimmt, dann ist Clarin immer zur absoluten Höchstform aufgelaufen.

Strapazen für die Stimme

Doch die Sprecherjobs waren auch sehr belastend für Clarins Stimme. Im dritten Pumuckl-Kinofilm konnte er seine Paraderolle deshalb nicht übernehmen, weil er sich gerade von einer komplizierten Stimmband-Erkrankung erholte. Damit der Pumuckl im neuen Film aber nach seinem Geschmack und dem aller Koboldfans spricht, hat Hans Clarin die gesamte Synchronisation mit Kai Taschner - der neuen Stimme des Klabauters - als Fachberater betreut und mitgestaltet.

Letzte Rolle in "Hui Buh"-Verfilmung

Genau so brillant war der Schauspieler als Hui Buh, den viele von euch vielleicht von Hörspielkassette kennen. Wem Pumuckl ein Begriff ist, der erkennt auch im schreckhaften Schlossgespenst die markante Stimme des Sprechergenies Clarin wider. Umso schöner, dass wir Hans Clarin in seiner letzten Rolle in der Hui-Buh-Verfilmung von Michael "Bully" Herbig im Frühjahr 2006 sehen können. Darin verkörpert Hans Clarin den Kastellan.

Kinder als Publikum

Immer wieder hat sich der vielfach ausgezeichnete Künstler in seiner Karriere Kinder als Publikum gewählt. Gerade in zahlreichen Fernsehfilmen und Serien, in denen er als Regisseur oder Hauptdarsteller wirkte (u.a. "Oliver Maas", "Fest im Sattel"). Außerdem veröffentlichte er das Jugendbuch "Paquito oder Die Welt von unten", das unter seiner Regie auch verfilmt wurde.

Tiere - seine große Liebe

Clarin hatte selbst fünf Kinder, die aus zwei Ehen stammten. Mit seiner dritten Frau lebte der Wahlbayer auf einem mehr als 450 Jahre alten Landgut in Aschau am Chiemsee. Schon als Kind hatte er davon geträumt einmal Bauer zu werden. Deshalb zählten die Tiere auf dem Hof zu Clarins ganz besonderen Hobbys. Darüber hinaus schwärmte er für Malerei und den Zirkus.

Nic - 30.08.2005 / Fotos: Filmszene aus "Hui Buh, das Schlossgespenst", Constantin Film, DVD: Filmszene aus "Pumuckl und sein Zirkusabenteuer", Movienet Film

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