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Gianluigi Buffon: Der teuerste Torhüter der Welt

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Gianluigi Buffon: Der teuerste Torhüter der Welt

Die unangefochtene Nummer 1 der Italiener wurde am 28. Januar 1978 in Carrara geboren. Der 1,91 Meter große 83 Kilogramm schwere Keeper stammt aus einer Sportlerfamilie, allerdings waren seine Eltern keine Mannschaftssportler. Seine Mutter war Diskuswerferin, sein Vater Kugelstoßer. Seine beiden Schwestern spielen erfolgreich in der ersten italienischen Liga Volleyball. Ehrgeiz und der Wille, sich für eine außergwöhnliche Leistung anzustrengen, sind der Familie also nicht fremd.

Beginn einer großen Karriere: FC Parma

Seine Karriere als Jugendfußballer begann in La Spezia. Buffon versuchte sich als Stürmer, aber bald war klar: Gianluigi gehört ins Tor! Mit 13 Jahren wechselte er zum FC Parma und zehn Jahre lang, von 1991 bis 2001, war er dort als Profi unter Vertrag. Mit 17 machte er für den Verein sein erstes Spiel in der 1. italienischen Liga. 1999 gewann er mit Parma den UEFA Pokal. Viele große internationale Vereine klopften bei Buffon an, doch er blieb Parma treu, bis 2001. Da bot die "alte Dame" Juventus Turin die unglaubliche Summe von 52 Millionen Euro nicht Lira! für den Tormann. Die bis heute höchste Ablöse, die für einen Torhüter im internationalen Fußball bezahlt wurde und Gianluigi konnte nicht mehr widerstehen.

Die "alte Dame" Juve und "Gigi"

Seit 2001 steht Gianluigi Buffon, der auch Gigi genannt wird, im Tor des Turiner Clubs und beerbte sozusagen einen ebenfalls sehr bekannten Torhüter, auf den er auch bei der EM 2008 wieder getroffen ist: Edwin van der Sar, den niederländischen Nationaltorwart, der damals in die Premier League wechselte.

2001/2002 und 2002/03 holte Buffon mit Juve die italienische Meisterschaft und kam 2003 sogar ins Endspiel der Champions League, das Juventus gegen den AC Mailand aber am Ende mit 2:3 nach Elfmeterschießen verlor.

4 x Welttorhüter

Doch Gianluigi Buffon war nicht nur der bisher teuerste Torhüter der Welt, er ist wohl auch einer der besten, wenn nicht sogar der beste und konstanteste zur Zeit. Deshalb wurde der ungewöhnliche Schlussmann schon vier Mal zum Welttorhüter des Jahres gewählt: 2003, 2004, 2006 und 2007 auch das gelang seit 1987, seit es diesen Titel gibt, keinem anderen Torhüter.

Der Manipulationsskandal

2006 wurde die Fußballwelt von einem Skandal in der italienischen Liga erschüttert: Es wurde bekannt, dass Spiele der Serie A in den Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 systematisch zwischen Schiedsrichtern und Funktionären abgesprochen und manipuliert worden waren. Im Zuge der Ermittlungen wurde auch Buffon genannt. Im Mai 2006, also kurz vor der WM 2006, geriet er unter Verdacht illegale Wetten abgeschlossen zu haben, wurde aber letztendlich freigesprochen. Wegen des Skandals musste Juventus Turin von der 1. in die zweite italienische Liga, von der Serie A in die Serie B, absteigen. Auch die 2004/05 errungene italienische Meisterschaft wurde dem Traditionsverein aberkannt.

Während viele namhafte Spieler daraufhin den Verein verließen, hielt Weltmeister und Welttorhüter Gianluigi Buffon Juventus die Treue und schaffte mit dem Verein 2006 den direkten Wiederaufstieg in die erste Liga. Im März 2008 verlängerte Buffon seinen Vertrag mit Juve bis 2013.

Italiens Nummer 1

Mit 19 Jahren machte Buffon sein erstes Spiel in der italienischen A-Nationalmannschaft. Allerdings dauerte es noch bis zur EM 2000 bis er Stammtorhüter wurde. Doch wegen eines gebrochenen Daumens konnte er die Hauptrunde nicht absolvieren.

Bei der WM 2002 stand er schließlich bei allen Spielen der italienischen Mannschaft im Tor. Allerdings schieden die Italiener, eigentlich als Favorit gehandelt, überraschend im Achtelfinale gegen Gastgeber Südkorea aus.

Bei der WM 2006 machte Buffon als sicherer Rückhalt einer starken italienischen Abwehr ein hervorragendes Turnier. Bis zum Endspiel musste er nur einmal hinter sich greifen, wegen eines Eigentors durch Cristian Zaccardo. Im Endspiel selbst wurde Buffon nur durch Elfmeter bezwungen: beim 0:1 für Frankreich durch einen Elfmeter von Zinédine Zidan und schließlich nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 im abschließenden Elfmeterschießen. Endstand: 6:4 für Italien. Buffon hatte zwar keinen Elfmeter pariert, war aber dennoch einer der Helden des Abends in Berlin.

Bei der EM 2008 sorgte Buffon, der Torhüter mit dem Stirnband, durch einen gehaltenen Elfmeter in der Nachspielzeit im Gruppenspiel gegen Rumänien dafür, dass seine Mannschaft im Rennen blieb und überhaupt Chancen auf eine Viertelfinalteilnahme wahrte.

Buffon privat

Buffon ist mit dem tschechischen Model Alena Seredova verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn heißt Louis Thomas. In seiner Freizeit entspannt sich Gianluigi mit Musik oder guten Filmen, am liebsten mit seinem Lieblingsschauspieler Nicolas Cage. Und wie es sich für einen guten Italiener gehört, liebt er natürlich gutes Essen. Seine Lieblingsspeise: "Pasta alla carbonara".

-ab-19.06.2008 Text / Fotos: Juventus Turin

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