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Giacomo Puccini, ein Meister der Musik

Berühmte Personen

Giacomo Puccini, ein Meister der Musik

Er zählt zu den meistgespielten Komponisten des internationalen Musiktheaters. La Bohème, Tosca, Madama Butterfly und Turandot füllen bis heute die Opernhäuser in aller Welt. Vor 150 Jahren wurde Giacomo Puccini in der Toskana geboren.

Die Musik wurde Giacomo Puccini in die Wiege gelegt. Sein Vater Michele Puccini war Komponist von Opern und Messen, Organist am Dom und Leiter der Stadtkapelle von Lucca. Domenico Puccini, sein Großvater, komponierte ebenfalls Orchesterwerke und Klavierstücke.

Eine Kindheit unter Frauen

Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccini wurde am 22. 12. 1858 in Lucca geboren. Nach vier Töchtern war er der erste Sohn in der Familie Puccini. Dem Vater war wichtig, dass Giacomo die musikalische Tradition der Familie fortsetzen sollte, allerdings starb er früh, so dass er den Erfolg des Sohnes nicht mehr erlebte. Giacomo wuchs in einem von der Mutter bestimmten 10köpfigen Frauenhaushalt auf.

Mit 18 begann er zu komponieren. Eine Aufführung der Oper Aida von Guiseppe Verdi soll seine spätere Karriere sehr geprägt haben. 1880 ging er nach Mailand und schrieb sich Dank eines Stipendiums am Konservatorium ein.

Erfolge und Mißerfolge

Am 31. Mai 1884 gelang ihm im Teatro Dal Verme in Mailand mit seiner ersten Oper Le Villi ein beachtliches Debut. Kritiker und Publikum zeigten sich gleichermaßen begeistert. Fünf Jahre später wurde seine Oper Edgar an der Mailänder Scala uraufgeführt, doch hier blieb der Erfolg aus.
Erst 1893 gab es für Puccini wieder eine erfolgreiche Premiere: Mit der Oper Manon Lescaut zog er begeisterte Besucherscharen ins Teatro Regio nach Turin.  Im gleichen Haus wurde am 1. Februar 1896 die Bohème uraufgeführt, Dirigent war Arturo Toscanini. Zu diesem Zeitpunkt war Puccini ein gefeierter Künstler und hatte keine finanziellen Probleme mehr.
Am 14. Januar 1900 fand die Uraufführung der Tosca am Teatro Costanzi in Rom statt.
Zum außerordentlichen Misserfolg geriet die Uraufführung der Oper Madame Butterfly am 17. Februar 1904. Erst nach einer Überarbeitung konnte sich das damalige Opernpublikum dafür begeistern.

Harmonie und Dramatik

An der Schnittstelle zwischen Tradition und Moderne brachte Puccini urmenschliche Konflikte auf die Bühne. Dabei bediente er sich einer Musiksprache, die das Publikum bis heute ergreift und fasziniert. Durch teilweise völlig neue Kompositionstechniken kombinierte er eingängige Melodien mit dramatischen Effekten. In einer politisch umwälzenden Epoche verband Puccini in seinen Opern exotische Elemente mit denen des Realismus. Sein in der Musik spürbares Temperament passte zu seiner Lebensweise, seinen intensiven Beziehungen zu Frauen, seiner Leidenschaft für die Jagd, für Autos und Motorboote.

Internationale Karriere

Puccinis Erfolge in Italien waren der Welt nicht verborgen geblieben. New York rief, und der Komponist reiste über das weite Meer. Am 10. Dezember 1910 feierte er mit La fanciulla del West ein glanzvolles Debüt an der Metropolitan Opera. Dirigent war Arturo Toscanini, Sänger Enrico Caruso. Puccini war ein europäisches Genie mit internationaler Anziehungskraft geworden. Doch obwohl die Welt seine Bühne geworden war, fühlte er sich doch in der italienischen Provinz am Wohlsten.
1921 siedelte sich Puccini in Torre del Lago bei Viareggio an. Neben dem sich dort befindenden See Lago di Massaciuccoli bezog er ein Haus und einen Turm, wo er sich fortan der Komposition der Oper Turandot widmete.

Die letzte Oper

Der Mann, der durch die Oper berühmt geworden war, begann am Ende seines Lebens diese Form des Musiktheaters in Frage zu stellen. Er sah eine Zukunft der Musik ohne Melodien und Harmonien heraufziehen. Aus diesem Grund blieb sein letztes Werk Turandot unvollendet. Die Oper entstand nach dem gleichnamigen Märchenstück von Carlo Gozzi. An der Entwicklung der Geschichte konnte die Blockade also nicht gelegen haben. Allerdings war die Geschichte schon zweimal - 1867 und 1917 - vertont worden, und Puccini sah sich im Zugzwang, diese Aufführungen übertrumpfen zu müssen, was ihm nicht mehr gelang.

Giacomo Puccini starb am 29. November 1924 in einer Brüsseler Klinik an einem Herzanfall nach einer Krebsoperation. Arturo Toscanini brachte Turandot am 25. April 1926 an der Mailänder Scala in der unvollendeten Fassung auf die Opernbühne. Schon vorher hatte er seinen vertrauten Franco Alfano zur Vollendung der letzten Szene der Oper herangezogen. In den folgenden Vorstellungen wurde die Oper mit dem von Franco Alfano nach Entwürfen des Komponisten vollendeten Schluss aufgeführt.

RR, 21. 12. 2008, Foto: Wikipedia GNU

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