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Falco: Ein Wiener als Weltstar

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Falco: Ein Wiener als Weltstar

Schwarze Sonnenbrille, gegelte Haare und feiner Zwirn cooles Styling war Falcos Markenzeichen. Und dann natürlich der eigenwillige Sprechgesang, mit dem der extravagante Pop-Poet aus Wien in den 80er Jahre die gesamte Musikszene auf den Kopf stellte. Sein Superhit Rock me Amadeus machte ihn 1986 sogar in den USA und Japan zum Chartstürmer, sein früher Unfalltod zehn Jahre später endgültig zu Legende

Ich bin ein Unangepasster in einem angepassten Geschäft! Mit diesem Zitat lässt sich Falcos Lebensmotto wohl am besten beschreiben. Trotz großer kommerzieller Erfolge hat sich Österreichs erfolgreichster Musikexport nie gegen seinen Willen verbiegen lassen. Die von ihm geschaffene Kunstfigur benannt nach einem ostdeutschen Skispringer kultivierte er bis zum Schluss mit Leidenschaft, auch wenn er hinter der lässigen Fassade ein verletzliches Wesen voller Selbstzweifel versteckte.



Voller Selbstzweifel

Auch wenn die Karriere in den 80ern grandios verlief sie brachte für Falco auch ihre Schattenseiten mit sich: Alkohol und Drogen, eine gescheiterte Ehe, sinkende Plattenverkäufe und den Spott der Presse, als es mit den Hits nicht mehr so richtig klappen wollte. So sehr der Wiener gerade vom Erfolg in den USA auch profitiert hatte er sollte wie ein Fluch auf ihm lasten und ihn zeitlebens unter Druck setzen. Denn was hätte er noch Größeres erreichen sollen als eine Spitzenposition in den amerikanischen Billboard-Charts?

Flucht vor der Presse

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Falco weit weg von der Öffentlichkeit. Dort, wo ihn die österreichische Klatschpresse nicht auf Schritt und Tritt verfolgte, um auf skandalträchtige Schlagzeilen zu lauern. In seiner Wahlheimat, der Dominikanischen Republik, wo er am 6. Februar 1998 mit dem Auto tödlich verunglückte.

Musikalischer Knirps

Das traurige Ende eines Superstars, der schon als kleiner Junge von einer Laufbahn im Showbusiness geträumt hatte. Im Vergleich zu vielen Stars und Sternchen der 80er Jahre hatte Falco musikalisch tatsächlich einiges auf dem Kasten. Schon als Fünfjähriger klimperte er 30 Schlager zweihändig auf dem Piano und bei einem Musikwettbewerb wurde ihm von einem Professor sogar das absolute Gehör bescheinigt.

Berufsziel: Popstar


Trotz klassischer Grundausbildung kam für  Johann Hölzel nur eine Laufbahn als Popmusiker in Frage. Weil dieses Berufsziel für ihn schon in frühester Jugend fest stand, hat er sich mit der Schule nie ernsthaft befasst. Über 500 Fehlstunden konnte der Dauerschwänzer bis zu seinem 16. Lebensjahr verbuchen. Viel lieber beschäftigte er sich mit seiner Bassgitarre - einem Geschenk seines Vaters, der die Familie sitzen ließ als Falco 14 Jahre alt war.

 
 

Eine Kunstfigur entsteht

Nach Schulabbruch jobbte der junge Wiener zunächst ziellos umher, verbrachte ein Jahr in West-Berlin, studierte eine Weile Jazz am Konservatorium und sammelte Bühnenerfahrung in mehreren Bands. 1977 ließ sich der Bassist erstmals bei einem Konzert in einem Rocktheater mit dem Künstlernamen Falco ankündigen. Zwei Jahre später trat er dann auch als Sänger ins Rampenlicht und landete mit seiner Combo Drahdiwaberl den ersten Hit. Ganz Wien blieb zwar ein regional begrenzter Erfolg, wurde aber schnell zu einem Kultsong der Szene  und brachte Falco seinen ersten Plattenvertrag als Solokünstler ein.

Durchbruch mit "Der Komissar" 

Das 1982 erschienene Album Einzelhaft schlug ein wie eine Bombe und die Single Der Komissar verkaufte sich weltweit sieben Millionen Mal. Die Welt schien reif für Falcos eigenwilligen Mix aus Deutsch, Englisch und Wienerisch, seine witzigen bis sarkastischen Texte und den neuartigen, vom amerikanischen Rap inspirierten Musikstil. Vom Geheimtipp der Clubszene seine Scheiben legten DJs von New York bis Tokio auf - mauserte sich Falco innerhalb kürzester Zeit zum Dauergast in den Hitparaden.

Auf dem Zenit

1986 erreichte Falco seinen absoluten Zenit. Rock me Amadeus, die erste Single-Auskopplung aus Falco 3, wurde weltweit zum Mega-Hit. Die Hommage an den großen österreichischen Komponisten war der erste und bis heute einzige Song in deutscher Sprache, der in den USA jemals auf Platz 1 der Hitparaden schnellte. Auch Top-Platzierungen in England und Asien folgten. 

Skandal um "Jeanny"

Einen regelrechten Skandal rief der Song Jeanny hervor. Über Text und Video wurde heiß diskutiert, das Lied wegen angeblich gewaltverherrlichenden Inhalts sogar aus manchen Radiostationen verbannt. Es handelt von einem offenbar geistig verwirrten Mann, der von der Beziehung zur 19jährigen Jeanny träumt. Vielfach wurde das Video so interpretiert, dass er das Mädchen zuerst verschleppt und anschließend umbringt was Falco allerdings immer als lächerlich hinstellte. Die Single wurde trotz oder gerade wegen ihres umstrittenen Inhalts zum Riesenhit und hatte sogar noch einen Nachfolger - "Coming home".  

  

Posthumer Erfolg

Mit den Nachfolgealben konnte der Wiener nur noch zum Teil an den ganz großen Erfolg anknüpfen. Erst 1992 gelang ihm mit Nachtflug und einigen spektakulären Live-Auftritten ein viel beachtetes Comeback. In Deutschland dann 1995 ein letzter Hit mit der Techno-Nummer Mutter, der Mann mit dem Koks ist da. Die Veröffentlichung seines Albums Out of the Dark erlebte der Sänger nicht mehr. Der tödliche Unfall ereignete sich kurz vor Abschluss der Studio-Aufnahmen.  

Vom Star zur Legende

Sein früher Tod machte Falco gerade in Österreich unsterblich. Allein zur Beerdigung auf den Wiener Zentralfriedhof pilgerten Tausende von Fans.  Posthum wurde der größte Popstar der Alpenrepublik mit Ehrungen nur so überhäuft. Von der Sonderbriefmarke bis zum Musical in den Jahren nach seinem Tod brach ein wahrer Falco-Hype aus. Auch zum 50. Geburtstag des Sängers überbieten sich die TV-Sender mit Falco-Specials. Zu seinen Ehren ist jetzt das neue Best-of-Album Hoch wie nie erschienen. Für alle Fans und die, die es noch werden wollen.  

Nic 14.2.2007 / Abbildungen: Falcos Grab, wikipedia public domain; Falco. Die Biografie. Von Peter Lanz, Ueberreuther Verlag; Falco Sing deine Hits (Musiknoten), Verlag Bosworth     

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