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EM 2008: Spanien zieht nach starkem 3:0 ins Finale ein!

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EM 2008: Spanien zieht nach starkem 3:0 ins Finale ein!

Die junge Mannschaftn Spaniens Trainer Luis Aragon spielte im Halbfinale sehr routiniert. Auch vom Unentschieden und den ausgelassenen Möglichkeiten in der 1. Hälfte ließen sich die Spanier nicht beirren. In der 2. Halbzeit zeigten sie viel Laufbereitschaft und erspielten sich wunderschöne Tore. Überragend das Mittelfeld, gegen das die Russen kein Mittel fanden. Am Ende siegten die Spanier verdient mit 3:0 und sind heiß auf das Endspiel, in dem sie als Favoriten antreten.

Halbfinale Russland - Spanien: 0:3

 


Zum zweiten Mal in diesem Turnier trafen die beiden Mannschaften aufeinander. Und so waren die Zuschauer im Wiener Ernst-Happel-Stadion gespannt: Würden die Russen die hervorragende Leistung gegen die Niederländer wiederholen können und sich für die 1:4 Niederlage im 1. Gruppenspiel revanchieren? Oder würden die Spanier wieder ihr temporeiches Spiel über das herausragende Mittelfeld entfalten können? Würde Andrey Arshavin auch dieses Mal seine Klasse unter Beweis stellen oder David Villas wieder treffen? Im Gewitter von Wien bewiesen die Russen zunächst, dass sie aus dem 1. Spiel gelernt hatten und hielten in der 1. Halbzeit gut mit, doch in der zweiten Hälfte kam das spanische Spiel ins Rollen und die Mannschaft erspielte sich wunderschöne Torchancen. Drei sehenswerte Tore, 3:0 und Spanien spielt gegen Deutschland im Finale.

Während Spanien mit seiner Stammelf das Spiel im strömenden Regen begann, musste Russlands Trainer Guus Hiddink (Foto) in der Abwehr umstellen. Für den gelbgesperrten Denis Kolodin spielte Vasiliy Berezutskiy.

Gleich zu Beginn, die Russen wirkten noch ein wenig unsortiert, hatten die Spanier die ersten guten Chancen durch die Stürmer Fernando Torres und David Villa, die allerdings am russischen Torhüter Igor Akinfeev scheiterten. In der 15. Minute kamen dann auch die Russen zu ihrer ersten Chance durch einen Freistoß des hochgewachsenen Roman Pavlyuchenko, der aber über das Tor ging. Der Stürmer prüfte Iker Casillas später nochmals mit einem Schlenzer, doch der spanische Torhüter reagierte hervorragend.
 
Insgesamt hatten die Spanier mehr vom Spiel, allerdings spielte Villa ein wenig eigensinnig und Torres bekam nicht den nötigen Raum, den er braucht, um sein Spiel zu entfalten. Nach 35. Minuten war dann auch Schluss für David Villa (Foto): Bei einem Freistoß verletzte er sich im Oberschenkel, musste ausgewechselt werden und kann wohl auch im Endspiel nicht dabei sein. Für ihn kam der Mittelfeldmann Cesc Fabregas, was dem Spiel der Spanier insgesamt nur gut tat. Die Russen konnten nach vorne auch keine Torgefahr mehr entwickeln. So stand es zur Pause 0:0.

Nach dem Wechsel kamen die Spanier immer besser ins Spiel. Wichtig war, dass die spanische Abwehr mit einem hervorragend spielenden Sergio Ramos den Russen keinen Raum ließ. Andrey Arshavin (Foto), der gegen die Niederländer so geglänzt hatte, war komplett abgemeldet. Vor der Abwehr leitete Marco Senna häufig direkt ins Mittelfeld und dann wurde über schnelles, direktes Kurzpassspiel direkt der Weg nach vorne gesucht. Die Spanier liefen enorm viel, ständig gab es mehrere Anspielstationen und so wurden die Iberer in der 50. Minute auch mit dem 1:0 belohnt: In der Manier von Podolski auf Schweinsteiger, flankte Andres Iniesta von links scharf in den Strafraum. Und da sprintete Xavi im Rücken der Abwehr direkt in den Ball und schoss mit dem rechten gestreckten Bein aus fünf Metern freistehend ins Tor. Keine Chance für Torwart Igor Akinfeev.

Jetzt kam der spanische Zug erst richtig ins Rollen, doch Fernando Torres konnte zwei gute Möglichkeiten nicht nutzen. Die Russen konnten kaum mehr etwas dagegensetzen. Ruud Hiddink versuchte mit einem Doppelwechsel nochmals Schwung in die Mannschaft zu bringen, doch weder Mittelfeldspieler Diniyar Bilyaletdinov für Stürmer Dmitriy Semshov noch Stürmer Dmitriy Sychev für Ivan Saenko konnten Impulse setzen.

Auch die Spanier wechselten in der 69. Minute zwei neue Spieler ein - und die sollten nicht ohne Folgen bleiben: Für den glücklosen Fernando Torres kam Stürmer Daniel Guiza zu seinem 2. Länderspiel und für den Torschützen Xavi brachte Luis Aragones Xabi Alonso im Mittelfeld.

In der 73. Minute sollten sich die Wechsel bezahlt machen: Die Spanier spielten kurz vor der Strafraumgrenze präzise Pässe, bis Cerc Fabregas die Abwehrreihe mit einem Traumpass auf Daniel Guiza aushebelte und dieser mit viel Übersicht und dem rechten Außenrist den Ball am Torhüter vorbeilupfte: 2:0.

Auch nach dem zweiten Tor ließen die Spanier nicht locker. Dagegen hatten die Russen das Spiel scheinbar schon abgehakt. Und so stand es nach einem weiteren wunderbaren Angriff in der 82. Minute 3:0: Mit einer wunderbaren Kombination über Cesc Fabregas (Foto) kam David Silva zum Schuss und zog mit links ab.

Auch wenn die russische Mannschaft im Halbfinale verloren hat, so bewies das junge Team auf jeden Fall, welches Potential in ihm steckt. Und sollten die Russen mit Guus Hiddink weitermachen, so ist ein Titel bei der EM 2012, wie vom Trainer angepeilt, sicher keine Utopie.

Bei dieser EM stehen jedoch die Spanier völlig verdient im Endspiel, ohne Niederlage während des Turniers, können sie nach 44 Jahren endlich den ersehnten EM-Titel holen. Und nach ihrer Leistung im Halbfinale sind sie auf jeden Fall die Favoriten. Es wird spannend gegen Deutschland am 29. Juni um 20.45 Uhr im Ernst-Happel-Stadion!

-ab-27.06.2008 Text: Fotos: Flagge: wasistwas.de,

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