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EM 2008: Spanien schickt Italien nach Elfmeterschießen nach Hause

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EM 2008: Spanien schickt Italien nach Elfmeterschießen nach Hause

1964, bei der EM im eigenen Land, wurde Spanien zum ersten und einzigen Mal Europameister. Kommt in diesem Jahr die zweite Meisterschaft dazu? Nach einer tollen Gruppenphase, gewannen die Iberer nun auch das Viertelfinale gegen Angstgegner Italien nach Elfmeterschießen mit 4:2. Im Halbfinale treffen die Spanier wieder auf die Russen und die kennen sie schon...

Viertelfinale Spanien - Italien: 4:2


Taktisch ging es zu, im Ernst-Happel-Stadion in Wien. So verlegten sich die Italiener nur auf's Verteidigen und erspielten sich in 120 Minuten gerade eine echte Chance. Die Spanier versuchten mehr nach vorne, waren aber vor dem Tor zu eigensinnig oder zu ungenau. So hatten sie zwar mehr vom Spiel, schossen aber keine Tor. Im Elfmeterschießen bewies das spanische Team sehr gute Nerven, verwandelte sicher und hatte an diesem Abend mit Iker Casillas den glücklicheren Torhüter im Einsatz.

Italiens Coach Roberto Donadoni musste auf seinen Mittelfeldregisseur Andrea Pirlo (Foto) und auf Gennaro Gattuso verzichten, die beide wegen jeweils zwei Gelben Karten auf der Tribüne Platz nehmen mussten. Dafür standen Mittelfeldspieler Massimo Ambrosini und Alberto Aquilani auf dem Platz. Spaniens Trainer Luis Aragones ließ fast komplett die Mannschaft spielen, die auch den 2:1 Sieg gegen Schweden geholt hatte.


Beide Mannschaften waren vor allem darauf bedacht, kein Tor zu bekommen statt eines zu erzielen. Vor allem die Italiener verschanzten sich. Ihre Taktik: Die Spanier sollten sich müde laufen. Dannn wollte man mit schnellen Kontern über die einzige Spitze, Luca Toni, zum Torerfolg kommen. Doch davon war lange Zeit nichts zu sehen. Die Spanier spielten ein bisschen mehr nach vorn, taten sich aber gegen die robuste Abwehr der Italiener schwer. Außerdem  fehlte es ihnen auch an Spritzigkeit und klugen Einfällen.

Die einzige spannende Situation, vor allem für den deutschen Schiedsrichter Herbert Fandel, beschwor David Villa (Foto) hervor. Der Stürmer ging von rechts mit dem Ball am Fuß auf den Strafraum zu. Da kam Massimo Ambrosini und trat ihm das Standbein weg. Doch Fandel ließ weiterspielen. So verstrich die erste Halbzeit ohne weitere echte, gefährliche Torraumszenen. 0:0 zur Pause.

Auch in der zweiten Halbzeit sollte sich das Bild nicht komplett ändern. Die Italiener beteiligten sich ein wenig mehr am Spiel und kamen schließlich auch in der 60. Minute zu ihrer besten Chance durch Mauro Camoranesi, der aus sieben Metern aber nur den - mit dem Bein abwehrenden - Iker Casillas traf. 20 Minuten später (!) endlich wieder Chancen für Spanien: Mittelfeldmann Marcos Senna zog einen Freistoß auf's Tor - Gianluigi Buffon (Foto) parierte. Kurz darauf, schoss Senna wieder aus der Distanz, Buffon hielt den flachen Ball zunächst, ließ ihn aber durch die Arme kullern, Richtung Tor. Der Ball traf den Pfosten, Buffon hielt. Das war's: 0:0 nach regulärer Spielzeit.

In der 93. hatten die Spanier durch ihren stärksten Feldspieler, David Silva, noch die Chance auf ein Tor, doch sein Linksschuss ging am Tor vorbei. Danach trafen zwei italienische Kopfbälle von Antonio die Natale und Luca Toni nicht das Tor. Bis zum Ende erspielte sich keine der beiden Mannschaften noch eine nennenswerte Chance und so musste das Elfmeterschießen entscheiden.

Geschossen wurde auf das Tor in der spanischen Kurve, es begann David Villa, der sehr sicher verwandelte. Im Gegenzug traf Fabio Grosso. Santi Cazorla traf zum 2:1. Daniele de Rossi schoss ebenfalls nach links, doch Iker Casillas (Foto) hielt den Ball. Marcos Senna verwandelte dafür ganz cool zum 3:1 für Spanien. Mauro Camoranesi, nach kurzem Anlauf, sehr sicher, verkürzte auf 3:2.  Dann kam der für Fernando Torres eingewechselte  Daniel Guiza zum Zug, der schon im Spiel keine rechte Bindung fand und seine mäßige Leistung mit einem schlechten Elfmeter krönte, den Gianluigi Buffon leicht halten konnte.

Gleich darauf musste  Antonio di Natale an den Elfmeterpunkt. Ihn hatten die spanischen Zuschauer auf dem Kieker, weil er nach einem relativ harmlosen Foul Zeit schinden wollte. Er trat an, schoss und Iker Casillas ahnte die Ecke und hielt. So kam es auf Cesc Fabregas (Foto) an, ob das Spiel beendet war oder noch weitere Schützen antreten mussten. Doch der Spieler vom FC Arsenal verwandelte sicher. Endstand: 4:2 für Spanien, im Endeffekt auch verdient, da die Spanier die bessere Turnier - und unter dem Strich auch Spielleistung gebracht hatten.
Mit dem Sieg beendeten die Spanier vor den Augen ihre Königs Juan Carlos auch endlich eine unglückliche Serie: Schon drei Mal waren sie an einem 22. Juni in einem Viertelfinale ausgeschieden: bei der WM 1986, bei der EM 1996 sowie bei der WM 2002. Und jedes Mal verloren sie das entscheidende Elfmeterschießen. Wenn das kein gutes Omen für das Halbfinale gegen die Russen ist! Doch die haben mit den Spaniern noch ein Hühnchen zu rupfen, denn sie möchten sicher beweisen, dass sie besser sind, als die 1:4-Niederlage aus dem ersten Gruppenspiel vorgibt.

-ab-23.06.2008 Text / Fotos: Flagge: wasistwas.de, I. Casillas: Real Madrid, C. Fabregas: FC Arsenal, A. Pirlo: AC Milano, G. Buffon: Italienischer Fußballverband, D. Villa: adidas.

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