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EM 2008: Italien dank Sieg und den Niederlanden im Achtelfinale

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EM 2008: Italien dank Sieg und den Niederlanden im Achtelfinale

Während die Rumänen mit einem Sieg ins Viertelfinale hätten einziehen können, waren die Italiener und Franzosen darauf angewiesen, das eben genau dieser rumänische Erfolg nicht zustande kommt. So waren die Augen auch auf die Niederländer gerichtet. Würden sie Rumänien gewinnen lassen? Im Spiel Italien gegen Frankreich war dagegen schon nach einer Viertelstunde fast alles entschieden: Ribery verletzt vom Platz, Rote Karte für Frankreich und Elfmeter für Frankreich...

Gruppe C: 3. Spieltag


Niederlande - Rumänien: 2:0
Für die Rumänien hätte ein Sieg im letzten Gruppenspiel das Weiterkommen ins Viertelfinale bedeutet. Doch die rumänische Mannschaft zeigte eine schwache Leistung gegen eine "B"-Elf aus den Niederlanden. Marco van Basten veränderte seine Startelf auf neun Positionen. Selbst Torhüter Edwin van der Sar blieb auf der Bank - am Ende gelang ihnen dennoch ein 2:0-Sieg.

Im ausverkauften Berner Stade de Suisse Wankdorf sahen die Zuschauer über weite Strecken ein sehr langweiliges Spiel. Vor allem die rumänische Mannschaft von Cheftrainer Victor Piturca enttäuschte, weil man nie das Gefühl hatte, sie wollte ihre Chance auf ein Weiterkommen tatsächlich nutzen. Stattdessen  hatten die Rumänen viel Respekt vor den Niederländern, denen man streckenweise anmerkte, dass das Team nicht eingespielt war. So passierte fast 30 Minuten lang kaum eine nennenswerte Aktion vor dem gegnerischen Tor.

Als die Rumänen über Adrian Mutu (Foto) zögerlich ein wenig offensiver zu spielen begannen, erspielten sich auch die Holländer einige Chancen. Aber sowohl Stürmer Klaas Jan Huntelaar als auch Arjen Robben vergaben. Die letzte Möglichkeit kurz vor der Pause hatten dann aber die Rumänen, doch Paul Codrea jagte seinen Schuss unplatziert über das Tor. 0:0 zur Pause.

Nach der Pause kamen die Holländer noch offensiver aus der Kabine. Nur vier Minuten dauerte es, bis Robin van Persie (Foto) einen langen Pass von John Heitinga erlief und auf das Tor schoss. Doch Rumäniens Torhüter Bogdan Lobont hielt. In der 54. Minute kassierten die Rumänen dann schließlich doch die Quittung für ihre passive Spielweise: Jan Huntelaar geht in eine scharfe Flanke von rechts, hält den linken Fuß rein und schießt das verdiente 1:0 für die Niederlande. Doch auch nach dem Rückstand wurden die Rumänen nicht offensiver. Stattdessen kassierten sie in der 87. Minute noch das 2:0. Demy Zeeuws Freistoß kam auf Robin van Persie, der den Ball perfekt annimmt und noch den Gegner ausspielt, mit links abzieht und den Ball ins rechte obere Eck jagt.

Für Rumänien ist nach dieser bescheidenen Leistung das Turnier zu Ende. Die Niederlande tritt im Viertelfinale am 21. Juni um 20.45 Uhr gegen den Gruppenzweiten der Gruppe D (Russland oder Schweden) an.


Frankreich - Italien: 0:2


Es war von Beginn an eine hitzige Partie mit vielen Fouls, die sich der Weltmeister gegen den Vizeweltmeister lieferte. Doch schon nach 25. Minuten schien in diesem Spiel alles entschieden: Frank Ribery war verletzt ausgeschieden, Eric Abdial wegen einer Notbremse mit Rot vom Platz geflogen und deranschließende Elfmeter verandelt worden. Die angeschlagenen Franzosen fanden kein Mittel, um den Italienern die Führung zu nehmen und das Spiel noch zu drehen.

Viel war im Vorfeld über diesen Spieltag geredet worden. Klar war: Zunächst wollte jede der beiden Mannschaften ihr Spiel im Züricher Letzigrund gewinnen - nur so hatten sie überhaupt eine Chance weiterzukommen. Und so entwickelte sich von Beginn an eine sehr kampfbetonte Partie.

Raymond Domenech veränderte sein Team auf drei Positionen: es kamen François Clerc, Eric Abdial in der Abwehr sowie Karim Benzema im Sturm für Willy Sagnol, Lilian Thuram und Malouda. Italiens Trainer Roberto Donadoni brachte zunächst für Mittelfeldspieler Mauro Camoranesi Gennaro Gattuso und für Stürmer Alessandro del Piero Antonio Cassano.

Die Italiener spielten von Anfang an auf Sieg und hatten auch gleich in der 4. Minute eine gute Chance durch Luca Toni. Der Stürmer des FC Bayern München sollte sich immer wieder hervorragend in Szene setzen. Geschickt löste er sich immer wieder in den Rücken der Abwehr und kam gefährlich vor den gegnerischen Keeper - allein ein Tor gelang ihm auch an diesem Abend nicht.

In der 10. Minute dann das Aus für Frank Ribery. Der in diesem Turnier bisher beste französische Spieler verhakte sich bei einem Zweikampf mit Gianluca Zambrotta so unglücklich, dass er vom Feld getragen werden musste. Zum Glück, so die Diagnose, ist es wohl kein Bruch, sondern "nur" eine schwere Stauchung des Knöchels. Das Fehlen Riberys machte sich im Spiel der Franzosen sofort bemerkbar. Es fehlte nicht nur der nötige Schwung, sondern auch spielentscheidende Ideen und Pässe.

Ganz anders die Italiener, die immer wieder Luca Toni ins Spiel brachten. In der 25. Minute enteilte er mit dem Ball nach einer klugen Drehung am Strafraum seinem Gegenspieler Eric Abidal, der ihn von hinten klammerte und zu Fall brachte: Rot für Abidal und Elfmeter. Andrea Pirlo verwandelte sicher zum verdienten 1:0 für die Italiener.

In den nächsten Minuten zeigte Luca Toni, wie gefährlich er als Stürmer sein konnte, doch all seine guten Strafraumaktionen konnte er nicht mit einem Tor krönen. Nachdem mindestens drei gute italienische Chancen verstrichen waren, wurden auch die Franzosen wieder etwas mutiger. In der 34. Minute hatte Kapitän Thierry Henry den Ausgleich auf dem Fuß, schoss aber ganz knapp am linken Pfosten vorbei. Durch einen Freistoß von Fabio Grosso wären die Italiener fast mit 2:0 in Führung gegangen. allerdings verhinderte das Frankreichs Torhüter Gregory Coupet, der gerade noch die Fingerspitzen an den Ball  bekam und ihn an den Pfosten lenkte. So blieb es beim 1:0 zur Pause.

In der zweiten Halbzeit begann Frankreich stürmisch, doch erfolgrlos. Weder Karim Benzema mit einem Distanzschuss in der 50. Minute noch Thierry Henry waren erfolgreich. Doch nach zehn stürmischen Minuten hatten die Italiener das Spiel wieder im Griff. In der 62. Minute dann das 2:0, das auch typisch für das ganze Spiel war: Mittelfeldspieler Daniele de Rossi schießt aus rund 26 Metern einen Freistoß, den lenkt der in der französischen Mauer stehende Thierry Henry (Foto) mit seinem Fuß so unglücklich ab, dass Torhüter Gregory Coupet keine Chance mehr hat an den Ball zu kommen. 2:0 für Italien.

Für die zehn Franzosen gab es nun nichts mehr zu holen, die Italiener verwalteten ihren Sieg. Und natürlich vergab Luca Toni auch noch seine letzte Chance zum Tor kurz vor Ende der Partie...

Im Viertelfinale am 22. Juni in Wien müssen die Italiener gegen Spanien auf Gennaro Gattuso und Andrea Pirlo verzichten, die beide Gelb gesperrt zusehen müssen. Zusehen müssen auch die Franzosen, für die das Turnier beendet ist. Vielleicht sehen sie ja im Viertelfinale, wie Luca Toni eine seiner Chancen verwertet - zu gönnen wäre es ihm.

-ab-18.06.2008 Text / Fotos: T. Henry: FC Barcelona, A. Pirlo: AC Milan, F. Ribery + L. Toni: FC Bayern München; R. Domenech: Französischer Fußballverband, Flaggen: wasistwas.de

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