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EM 2008: Holland deklassiert Frankreich, Italien enttäuscht

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EM 2008: Holland deklassiert Frankreich, Italien enttäuscht

Spannend geht es zu in der sogennanten Todesgruppe. Allein die Niederländer spielen anscheinend konkurrenzlos. 7 Tore in zwei Spielen und das gegen die besten Mannschaften der Welt, gegen Weltmeister Italien (3:0) und Vizeweltmeister Frankreich (4:1). Die Rumänien wahren durch ihr zweites Unentschieden gegen Italien (1:1) die Chance auf das Viertelfinale, dabei vergaben sie am Ende des Spiels sogar noch einen Elfmeter!

Gruppe C: 2. Spieltag



Italien - Rumänien: 1:1
Der Weltmeister strauchelt gewaltig! Die Rumänen am Ende im Pech

Die Italiener wollten vor dem Spiel im Züricher Letzigrund unbedingt gewinnen und so machten sie mit stark veränderter Mannschaft zum ersten Spiel gleich in den ersten 15 Minuten viel Dampf. Aber weder Alexandro del Piero noch Luca Toni (Foto) konnten ihre Chancen nutzen. Die Rumänen setzten dagegen auf schnelle Konter. In der 15. Minute tauchte plötzlich Adrian Mutu vor Italiens Torhüter Gianluigi Buffon auf. Doch der Italiener bewies Nerven und hervorragende Reflexe, wie auch zwei Minuten später bei einem 38-Meter-Schuss von Tamas. Shließlich hatten die Italiener auch noch das nötige Glück als in der 20. Minute ein satter Schuss von Cristian Chivu abgefälscht von Christian Panucci nur den Pfosten traf.

Mitten in diese Drangphase der Rumänen - ein Schock: In der Luft krachen zwei rumänische Spieler mit dem Kopf aufeinander, Blut überströmt wird der wichtige Mittefeldspieler Mirel Radoi daraufhin vom Platz getragen. Doch das Spiel nimmt danach sofort wieder an Fahrt auf und es ist weiterhin eine hochklassige, spannende Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Um die 40. Minute erspielten sich die Italiener einige gute Möglichkeiten durch Luca Toni per Kopf und auch per Freistoß. Doch in dieser Phase des Spiels hält der rumänische Torhüter Bogdan Lobant wiederum sein Team im Spiel und rettet einige Male gegen Luca Toni und Giorgio Chiellini oder Daniele de Rossi.

In der Nachspielzeit der 1. Halbzeit wurde ein reguläres Kopfballtor von Luca Toni wegen Abseits nicht gegeben - die Italiener gingen mit 0:0 verärgert in die Pause.

Nach der Pause waren beide Mannschaften zunächst sehr nervös, bis in der 54. Minute Adrian Mutu (Foto) zunächst an Gianluigi Buffon scheiterte. Als dann aber Zambrotta nach einem Freistoß schlecht zu seinem eigenen Torhüter köpft, ist Mutu dazwischen und schießt das 1:0 für Rumänien. Doch nur eine Minute später schlägt Italien zurück. In der 56. Minute köpft Giorgio Chiellini den Ball vor das rumänische Tor, der rumänische Abwehrspieler rutscht vorbei und Christian Panucci staubt zum 1:1-Ausgleich ab. Danach plätscherte das Spiel ein wenig dahin, bis Daniele de Rossi nach Vorlage von Luca Toni in der 75. Minute die italienische Führung hätte erzielen können, doch Bogdan Lobant konnte klären.

Sowohl Bogdan Lobant als auch Gianluigi Buffon verdienten sich Bestnoten. Der italienische Keeper hatte schließlich noch seinen ganz großen Auftritt als er in der Nachspielzeit (90.+3. Minute) noch einen Fouelelfmeter von Adrian Mutu mit Händen und Füßen abwehrte. Der Elfmeter war zweifelhaft - das Ergebnis am Ende gerecht.

Die Italiener müssen jetzt auf jeden Fall gegen Frankreich im letzten Gruppenspiel gewinnen - sonst sind sie ausgeschieden!



Niederlande - Frankreich 4:1
Die Niederländer spielen wie der kommende Europameister, die Franzosen spielten gut - aber chancenlos!

Erst gewann die Mannschaft von Marco van Basten (Foto) souverän mit 3:0 gegen den Weltmeister und dann zeigte sie auch gegen den Vizeweltmeister Frankreich, wie man Tore schießt. In einer hcohklassigen, temporeichen Partie im Berner Stade de Suisse Wankdorf unterstrichen die Niederländer ihre Ambitionen auf den EM-Titel. Während die Franzosen nur gefährlich wurden, wenn der ins vorgezogene Mittelfeld abberufene Frank Ribery seine Mannschaft antrieb, spielten die Holländer einen vielfältigen, unberechenbaren und auf vielen Positionen sehr gut besetzten Fußball. Sind sie einmal im Spielfluss, sind die Niederländer in dieser Form kaum zu bremsen. Jeder kann Flanken schlagen, den "tödlichen" Pass spielen oder ein Tor erzielen.

Zwar begannen die Franzosen offensiver als gegen Rumänien und besaßen auch die erste Chance durch einen Kopfball von Frank Ribery (Foto), doch machten die Holländer das Tor. Das 1:0 in der 10. Minute nach einer Ecke von Rafael van der Vaart auf Stürmer Dirk Kuijt. Es dauerte ein wenig bis sich die Franzosen von dem Schock erholten, dann warfen sie ihren Sturm mit Thierry Henry nach vorn. Doch gerade ab der 30. Minute bewies der holländische Torhüter Edwin van der Sar seine ganze Klasse und rettete gleich drei Mal mit Fuß und Hand gegen Florent Malouda, Sidney Govou und Frank Ribery. So ging es mit 1:0 für Holland in die Pause.

Marco van Basten verstärkte nach der Pause mit Arjen Robben für Mittelfeldspieler Orlando Engelaar den Sturm - und das sollte sich auszahlen. Zunächst hatten die Franzosen durch Sidney Govou und Thierry Henry gute Chancen, die sie aber kläglich vergaben. In diese Drangphase der Franzosen kam ein Pass von Rafael van der Vaart auf Arjen Robben, der flankte genau in den Lauf des in die Lücke laufenden Robin van Persie (Foto) - Schuss: ein wunderschönes 2:0 für Holland!

Dennoch trieb Frank Ribery sein Team weiter an. In der 71. Minute schien es so, als ob die Franzosen das Blatt noch einmal wenden könnten. Denn nach einem Pass von Willy Sagnol nach innen, spielt Thierry Henry seine ganze Technik aus und gibt dem Pass gefühlvoll die richtige Drehung ins Tor: Nur noch 2:1 für Frankreich.

Doch die französischen Fans hatten sich noch nicht wieder gesetzt, da jubelten schon die Niederländer: Keine Minute später spielt Wesley Sneijder (Foto unten) in den Lauf von Arjen Robben, der links aus spitzem Winkel abzieht und den Ball über den Torhüter zum 3:1 ins Tor jagt. Doch noch immer gaben die Franzosen nicht auf, aber wieder gelang den Niederländern durch Wesley Sneijder das Tor in der Nachspielzeit.  Aus 20. Metern traf er mit rechts.

Den Niederländern war ein unglaubliches Selbstbewusstsein anzumerken, vor allem auch bei den Schüssen aufs Tor und dem genauen und sicheren Dribblings und Sprints. Die Franzosen kämpften, aber es fehlte ihnen sowohl die nötige Präzision als auch die Schnelligkeit am Ende das Spiel zu gewinnen.

Für Frankreich geht es jetzt im Spiel gegen Italien - der Neuauflage des WM-Finales - um den Einzug ins Viertelfinale.

-ab-14.06.2008 Text / Fotos: T. Henry: FC Barcelona, W. Sneijders, M. van Basten: Niederländische Fußballverband, F. Ribery + L.Toni: FC Bayern München, Flaggen: wasistwas.de.

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