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EM 2008: Gruppe A: Portugal im Achtelfinale, die Schweiz ausgeschieden

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EM 2008: Gruppe A: Portugal im Achtelfinale, die Schweiz ausgeschieden

Die Tschechen machten es der favorisierten portugiesischen Mannschaft lange Zeit sehr schwer. Doch am Ende gewannen Ronaldo und Co. 3:1 und sind sicher als Gruppenerster qualifiziert. Gastgeber Schweiz musste dagegen eine bittere Niederlage im strömenden Regen hinnehmen: Nach einer 1:0 Führung unterlagen sie den kämpferisch starken Türken am Ende mit 1:2 und sind damit sicher ausgeschieden. Spannend wird nun die Entscheidung, ob die Türkei oder Tschechien das Viertelfinale erreicht.

Gruppe A, 2. Spieltag:

 


Tschechische Republik - Portugal: 1:3


Es ging schnell und packend los, das Spiel der Tschechen gegen die Portugiesen in Genf. Während die Portugiesen mit derselben Mannschaft aufliefen wie im ersten Spiel, verzichtete der tschechische Trainer Karel Brückner in seiner Startelf auf den 2,2 Meter großen Stürmer Jan Koller und auf David Jarolim. Stattdessen spielten Milan Baros im Sturm und Marek Matejovsky im Mittelfeld. Und zunächst zeigte sich diese Formation kampf- und laufstark und setzte die Portugiesen durchaus unter Druck.

So gab es einen stürmischen Anfang mit einigen Torraumszenen. Gleich in der 8. Minute fiel dann auch das 1:0 für die Portugiesen: Cristiano Ronaldo spielte im Strafraum Doppelpass mit Nuno Gomes, scheiterte im Abschluss am tschechischen Torhüter Petr Cech, der den Ball aber nicht festhalten konnte. Deco setzte nach und legte im zweiten Versuch den Ball durch die Beine des tschechischen Abwehrspielers ins Tor. Übrigens heißt Deco mit vollem Namen Anderson Luis de Souza!


Doch die Tschechen bewiesen Mut, ließen sich nicht schocken und spielten nun selbst nach vorn. Belohnt wurden sie in der 17. Minute: Nach einer Ecke von Jaroslav Plasil köpfte Libor Sionko zum 1:1 ins Tor. Auch wenn das Spiel danach von beiden Seiten ruhiger wurde, so sorgten doch Distanzschüsse immer wieder für Gefahr. Die Tschechen zeigten sich stärker als in der ersten Partie, die Portugiesen wirkten lange nicht so souverän wie bei ihrem ersten Spiel. 1:1 - so stand es zur Halbzeit.

In der zweiten Hälfte vergaben zunächst die Portugiesen ein paar gute Chancen. Dann sorgten die Tschechen wieder nach einer Ecke für Gefahr vor dem portugiesischen Tor. Doch im direkten Gegenzug in der 63. Minute das 2:1 für die Portugiesen. Wieder waren Deco und Cristiano Ronaldo beteiligt: Dieses Mal zog Deco einen präzisen Querpass auf Ronaldo und der verwandelte mit einem präzisen Flachschuss. Die Tschechen bemühten sich um das Ausgleichstor. In der 84. Minute dann die beste Chance, doch Libor Sionkos Kopfball wurde von Torwart Ricardo Alexandre über die Latte gelenkt. In der Nachspielzeit bekamen die Portugiesen einen Freistoß, der auf den enteilten Cristiano Ronaldo gespielt wurde. Er und der eingewechselte Ricardo Quaresma stürmten auf Petr Chech zu. Ronaldo legte auf Quaresma quer und der schoss in der 90.+1. Minute das 3:1.

Damit ist Portugal sicher Gruppenerster. Für die Tschechen geht es im letzten Spiel gegen die Türkei um alles oder nichts. Denn der Gewinner der Partie  steht sicher im Viertelfinale.



Schweiz - Türkei: 1:2 - Aus für die Schweiz!


Ein ganz bitterer Tag für den Gastgeber, denn zunächst schien alles für die Schweizer zu laufen. In einer heißumkämpften Partie kamen die Schweizer zunächst mit dem vom Regenguss völlig durchweichten Platz besser zurecht. Im Sturm setzte der Schweizer Trainer Köbi Kuhn auf Hakan Yakin und Eren Derdiyok, die die verletzten Alexander Frei und Marco Streller ersetzen sollten. Und auch die Türken mussten auf ihren Spielmacher verzichten, denn Emre Belözoglu hatte sich ebenfalls im ersten Spiel verletzt.

Die Schweizer gewöhnten sich schneller an die schwierigen Platzverhältnisse und versuchten es mit einigen Distanzschüssen und Aufsetzern, doch der türkische Torhüter Volkan Demirel hielt seine Mannschaft mit guten Paraden im Spiel. Und in der 29. Minute hätten die Türken nach einer Freistoßflanke sogar in Fürhung gehen können, doch Ardan Turan traf nur den Pfosten. Auf der Gegenseite überspielte Senderos mit einem langen Pass auf Eren Derdiyok die komplette türkische Abwehr, der passte nach innen, an Volkan vorbei. Und der Ball bremste in einer Pfütze - direkt vor dem frei stehenden Hakan Yakin, der unbedrängt das 1:0 für die Schweiz erzielen konnte. Gerade Hakan Yakin, der in der Türkei geboren worden war. Ähnlich wie bei Lukas Podolski, war auch sein Jubel eher verhalten.

Wenig später verpasste er eine gute Chance zum 2:0. Zur Pause ging die Schweiz also mit einer Führung in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit entwickelten die Türken wesentlich mehr Druck und drängten auf den Ausgleich. Der Trainer der Türkei Fatih Terim brachte mit Mittelfeldspieler Mehmet Topal und dem Stürmer Semih Sentürk zwei neue Spieler, die für mehr Schwung und Torgefahr sorgten. So war es dann auch Semih der in der 57. Minute nach einer Flanke von Nihat Kahveci ins Tor köpfte: 1:1.

Die Partie wurde immer abswechslungsreicher, - der Regen hatte inzwischen nachgelassen, - mit Torchancen auf beiden Seiten. Beide Teams wollten das Siegtor erzielen und erkämpften sich Möglichkeiten. Am Ende gelang der türkischen Mannschaft in der Nachspielzeit das entscheidende 2:1. In der 92. Minute war es Arda Turan, der mit einem abgefälschten Schuss aus rund 18 Meter Diego Begnalio bezwang und die Schweiz damit aus dem Turnier schoss!

So blieben die Schweizer auch in ihrer achten EM-Partie erfolglos. Trainer Köbi Kuhn steht nun mit seiner Mannschaft im letzten Gruppenspiel gegen Portugal vor seinem letzten Einsatz als Nationaltrainer. Denn schon lange ist klar, dass er nach der EM aufhören wird. Sein Nachfolger wird Ottmar Hitzfeld, Meistertrainer vom FC Bayern München.

-ab-12.06.2008 Text / Fotos: Flaggen: wasistwas.de, Fotos: Schweizerischer Fußballverband: Hakan Yakin, kicker: Ardan Turan, Libor Sionko. FC Barcelona: Deco.

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