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EM 2008: Deutschland im Viertelfinale, Österreich draußen

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EM 2008: Deutschland im Viertelfinale, Österreich draußen

Viel Aufregung herrschte vor dem 3. Spieltag der Gruppe B: Die Österreicher hatten mit einem Sieg gegen die Deutschen die Chance ins Viertelfinale zu gelangen. Die Deutschen waren nervös, wussten aber um ihre Stärke. Aber es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass ein Favorit schon früh die Segel streichen muss. Gleichzeitig spielte Polen gegen das schon qualifizierte Kroatien. Hier die Ergebnisse:

Gruppe C: 3. Spieltag

 


Polen: Kroatien: 0:1
Ivan Klasnic schießt das entscheidende Tor. Die Kroaten ziehen ungeschlagen ins Viertelfinale gegen die Türkei. Für die polnische Nationalmannschaft ist das Turnier beendet.

Für Polen gab es vor dem Spiel noch eine Möglichkeit das Viertelfinale zu erreichen: Hätten die Österreicher die Deutschen knapp, die Polen die Kroaten hoch geschlagen, wäre Polen eine Runde weiter gekommen. Doch von dieser theoretischen Chance sah man nichts auf dem Spielfeld in Klagenfurt. Beim letzten EM-Spiel in der Wörtherseearena spielten die Polen einfallslos und zu schwach.

Dagegen war die Partie für die schon qualifizierten Kroaten ein gelungenes Trainingsspiel, bei dem sich zahlreiche Ersatzspieler beweisen konnten. Auf neun Positionen stellte Slaven Bilic um, trotzdem ging sein Team sehr konzentriert zur Sache und erspielte sich zahlreiche Chancen. Beeindruckend, wie flüssig diese "Ersatz"mannschaft kombinierte. Im Fünfminutentakt tauchten die Kroaten vor dem Tor von Artur Boruc auf und prüften den polnischen Torhüter, der als einziger Pole ein wirklich gutes Spiel machte und zahlreiche Chancen vereitelte. Die beste Möglichkeit verpasste Ivan Klasnic, der in der 33. Minute nach einem schönen Pass von Mladan Petric allein auf den herauseilenden Artur Boruc zustürmte. Doch der Keeper konnte den Schuss mit einer tollen Reaktion abwehren. So stand es zur Pause - sehr schmeichelhaft für die Polen - 0:0.

Nach der Pause kamen die Polen offensiver und mit mehr Druck zurück. Doch gerade, als sie mehr für den Angriff taten, erzielten die Kroaten das längst überfällige 1:0. In der 53. Minute war es Ivan Klasnic, der auf Vorarbeit von Danijel Pranjic mit einem präzisen Linksschuss ins lange rechte Eck Torwart Boruc überwand. Die Polen erspielten sich nach dem Tor zwar noch einige Chancen, am Ende konnten sie das Spiel aber nicht mehr drehen.


Ivan Klasnics Treffer ist ein ganz besonderes Tor, denn der Stürmer, der bis Ende der Saison 200/08 bei Werder Bremen unter Vertrag ist, lebt mit einer Spenderniere und ist der erste Torschütze einer EM mit einem Spenderorgan. Der 28-jährige hatte am 24. November 2007 nach einem Jahr Pause wegen einer Nierentransplantation sein erstes Bundesligaspiel bestritten. Umso schöner für ihn, dass er sich sogar wieder ins Nationalaufgebot spielen konnte und nun sogar einen Treffer erzielte!

Übrigens spielten die Kroaten mit einem Trauerflor, mit dem sie an den 20-jährigen Fan erinnern wollten, der nach dem 2. Gruppenspiel gegen Deutschland an Herzversagen gestorben war.

Kroatien erreicht das Viertelfinale ungeschlagen und tritt am Freitag den 20. Juni um 20.45 Uhr in Basel gegen die Türkei an.

 


Österreich - Deutschland: 0:1
Deutschland benötigte einen Punkt um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren und viele Österreicher beschworen ein Wunder und hofften auf einen Sieg der Gastgeber. Am Ende war es zwar kein schönes Spiel, aber das 1. Freistoßstor der EM entschied über das Weiterkommen. Michael Ballack brachte die Deutschen mit seinem Traumtor ins Viertelfinale!

Es war sicher kein fußballerischer Leckerbissen, den die deutsche Mannschaft in ihrem letzten Gruppenspiel im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion in Wien bot. Doch dazu war man sich der Gefahr einer möglichen Niederlage und eines über alle Maßen blamablen Ausscheidens durchaus bewusst. Wenigstens das Minimalziel, das Viertelfinale, sollte erreicht werden.

Joachim Löw nahm in der Anfangsformation nur einen Wechsel vor: Arne Friedrich ersetzte Marcell Jansen und spielte in der Viererabwehrkette hinten rechts, während Philipp Lahm auf die linke Außenseite wechselte. Bei den Österreichern spielten Martin Hidden in der Innenverteidigung für den Gelb gesperrten Sebastian Pröll, Erwin Hoffer ersetzte Roland Linz im Sturm und für Christian Leitgeb kam Christian Fuchs ins Spiel.

Gleich in der 5. Minute hatte der im Fünfmeterraum freistehende Mario Gomez auf Zuspiel von Miroslav Klose eine fast hundertprozentige Chance zum Tor, vergab sie aber kläglich.

Nach den ersten stürmischen Anfängen fehlte es der deutschen Mannschaft aber immer mehr an Durchschlagskraft. Zu wenig Einfälle, zu wenig Laufbereitschaft und zu wenig Spiel ohne Ball - so wurden die Österreicher stärker, erspielten sich Vorteile vor der deutschen Abwehr, konnten sie aber im Endeffekt nicht nutzen, weil sie im Angriff zu harmlos und unpräzise waren. Das Spiel wurde nun auch zunehmend härter geführt, vor allem von österreichischer Seite, allerdings konnten die Deutschen in dieser Phase auch spielerisch nicht überzeugen.

 


Die kurioseste Szene vor der Pause gehörte den beiden Trainern, die sich immer wieder über verschiedene Situationen und Entscheidungen stritten und schließlich vom spanischen Schiedsrichter Mejuto Gonzalez auf die Tribüne verwiesen wurden. So mussten Joachim Löw, der neben dem Rot gesperrten Bastian Schweinsteiger Platz nahm, und Josef Hickersberger das restliche Spiel von oben verfolgen. Mit 0:0 ging es in die Pause.

Gleich nach dem Wiederanpfiff eine Schrecksekunde für die deutsche Mannschaft: Arne Friedrich verursachte einen Fehlpass, Erwin Hoffer ging allein auf das deutsche Tor zu, allerdings zu langsam und so konnte Per Mertesacker noch klären. Immer wieder offenbarten sich in der Abwehr Schwächen.

Überzeugend war allein Philipp Lahm, der enorm viel lief, hinten dicht machte und nach vorne das Spiel immer wieder antrieb. So war es auch Philipp Lahm, der sich auf links in der Hälfte der Österreicher in den Angriff einschaltete, schnell antrat, in die Mitte zog und von Andreas Ivanschitz durch ein Foul gebremst wurde - Freistoß. Michael Ballack legte sich in der 49. Minute den Ball 26 Meter vor dem österreichischen Tor zurecht. Mit über 120 Stundenkilometern schoss er unhaltbar ins rechte obere Eck. Das erste Freistoßtor der EM 2008 war erzielt.

Doch auch das Tor konnte die Verkrampfung nicht wirklich lösen. Weiterhin spielte die Löw-Truppe sehr statisch und ließ die Österreicher immer wieder vor das Tor kommen. Außerdem pfiff der Schiedsrichter auch einen schönen Angriff der Deutschen wegen Abseits-Position ab, zu Unrecht.

Typisch für das defensive Spiel der Deutschen war eine Szene aus der 82. Minute, als Andreas Ivanschitz in den deutschen Strafraum eilte. Dort traf er auf Innenverteidiger Christoph Metzelder, der vor ihm stand und sich kaum bewegte. So kam Metzelder zwar an den Ball, legte ihm dem Österreicher praktisch aber wieder vor. Erst der hinzueilende Philipp Lahm konnte zur Ecke retten. Insgesamt waren die Angriffsbemühungen der Gastgeber aber zu harmlos. Am Ende verpassten der für Lukas Podolski eingewechselte Oliver Neuville und Miroslav Klose noch gute Chancen auf 2:0 zu erhöhen.

Deutschland steht nun im Viertelfinale und trifft am Donnerstag, den 19. Juni um 20.45 Uhr im Basler Sankt-Jakob-Park auf Portugal. Die Portugiesen gehen nach dem bisherigen Turnierverlauf als Favoriten ins Spiel.

-ab-17.06.2008 Text / Fotos: Flaggen: wasistwas.de

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