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EM 2008: Ballack & Co enttäuschend, Österreich holt Punkt

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EM 2008: Ballack & Co enttäuschend, Österreich holt Punkt

Enttäuscht waren die deutschen Fans vom Auftritt von Ballack und Co gegen Kroatien. Völlig verdient verloren sie 1:2 gegen die taktisch super eingestellte Mannschaft von Trainer Slaven Bilic. Nun braucht die deutsche Mannschaft auf jeden Fall einen Punkt gegen Österreich um weiterzukommen. Die Österreicher erzielten in der Nachspielzeit durch einen umstrittenen Elfmeter ein 1:1 gegen Polen. Dabei hatten die Gastgeber zu Beginn zahlreiche hundertprozentige Chancen nicht verwertet.

Gruppe B: 2. Spieltag



Kroatien - Deutschland: 2:1
Kroatien weiter, Deutschland unter Druck


Als Michael Ballack in der Halbzeitpause seine Kapitänsbinde in der Kabine des Klagenfurter Wörtherssestadions vergessen hatte, da hatte das schon Symbolcharakter. Denn der Mittelfeldspieler hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Entweder er passte in die Gegner oder er kam einen Schritt zu spät oder er foulte. Auf jeden Fall wurde er weder seiner Kapitänsrolle gerecht noch bewies er Kampfgeist oder baute das Spiel auf. Und so wie der Kapitän spielte, so agierte fast die gesamte deutsche Mannschaft über weite Strecken des Spiels zu langsam und ohne Ideen.

Von Beginn an setzten die Kroaten das deutsche Team unter Druck. So übernahmen sie das Mittelfeld, in dem auf deutscher Seite auch Torsten Frings nicht zu überzeugen wusste und attackierten über die Flügel. Dabei sahen sowohl anfangs Philipp Lahm als vor allem auch Marcell Jansen ziemlich alt aus gegen ihre direkten Kontrahenten. Auch die deutsche Abwehr wirkte verunsichert.

In der 24. Minute konnte Danijel Pranjic, von Philipp Lahm allein gelassen, ungehindert flanken. Marcell Jansen bewegte sich zu langsam und stand hinter seinem Gegenspieler Dario Srna aus kurzer Torentfernung traf. 1:0 für Kroatien. Zwar versuchte die deutsche Mannschaft nun nach vorne zu spielen, doch sowohl Mrio Gomez als auch Christoph Metzelder köpften am Tor vorbei, auch ein Freistoß von Michael Ballack war nicht präzise genug. Stattdessen hätte die Kroaten noch das 2:0 vor der Pause erzielen können, doch Jens Lehmann parierte.

Wer nach der Pause auf ein Feuerwerk der Deutschen hoffte, wurde enttäuscht. Für den überforderten Marcell Jasnen kam David Odonkor ins Ziel, doch auch er konnte keinen entscheidenden Impulse nach vorne setzen. Der gesamte deutsche Sturm konnte kaum in Szene gesetzt werden. Dann in der 62. Minute zog Ivan Rakitic eine scharfe Flanke vor das deutsche Tor. Lukas Podolski fälschte den Schuss ab, Lehmann flog am Ball vorbei, der traf den rechten Pfosten und sprang dem freien Ivica Olic in der Mitte vor die Füße. Der Stürmer schob den Ball ins leere Tor: 2:0 für Kroatien.

Jogi Löw brachte nun Bastian Schweinsteiger, der immerhin in der 73. Minute wieder einmal einen deutschen Angriff aufs kroatische Tor brachte. In der 79. Minute dann der Anschlusstreffer: Michael Ballack köpfte in den Strafraum, Robert Kovac will den Ball per Kopf aus der Gefahrenzone köpfen, legt den Ball dabei aber genau für Lukas Podolski ab, der mit einem direkten, satten Linksschuss das 1:2 markiert. Zu mehr langte es dann aber auch nicht für die Deutschen. Die durch Bastian Schweinsteiger in der Nachspielzeit auch noch die erste Rote Karte des Turniers für sich verbuchen konnten. Für seine Unsportlichkeit wurde Schweinsteiger für ein Spiel gesperrt und wird somit gegen Österreich nicht dabei sein.

Die kroatische Mannschaft ist durch ihren zweiten Sieg auf jeden Fall schon nach dem zweiten spieltag als Gruppenerster für das Viertelfinale qualifiziert. Die Deutschen brauchen mindestens einen Punkt gegen Österreich um die Runde der letzten Acht zu erreichen.


Österreich - Polen: 1:1
Österreich vergibt klare Chancen und hat am Ende noch Glück!

Wie die Feuerwehr begann die österreichische Mannschaft von Josef Hickersberger die Partie im Ernst-Happel-Stadion in Wien: Mit irrem Tempo und hervorragenden Chancen. Ehe sich die zu Beginn völlig überraschten Polen versahen, hatte sie das Team der Gastgeber schon einige Male ausgekontert, scheiterte aber ein ums andere Mal an dem glänzenden Torhüter Artur Boruc. Martin Harnik vergab zwei, Christoph Leitgeb in der 17. Minute die dritte Graßchance gegen Boruc. Wie sooft wurden auch die Österreich für ihre schlechte Chancenauswertung bestraft: Polens Stürmer Marek Saganowski passte in die Mitte, auf den polnischen Brasilianer Roger Guerreiro und der verwandelte mit links aus fünf Metern zum 1:0. Allerdings hätte das Tor nicht gegeben werden dürfen, da Guerreiro zuvor im Abseits gestanden war.

So wurden die Österreicher jäh gebremst. Das Spiel verlor etwas an Fahrt und es schlichen sich mehr und mehr Abspielfehler, vor allem der Österreicher, ein. Dennoch spielte die Mannschaft nach vorne, aber eine echte Torchance sprang dabei nicht mehr heraus. Beim Pausenpfiff stand es 1:0 für die Polen.


Während die Österreicher auch in der zweiten Halbzeit versuchten den Ausgleich zu erzielen, verlegten sich die Polen auf Konter und das Verteidigen. Mit zunehmender Spieldauer merkte man den Österreichern den Kräfteverschleiß an, die Polen wurden stärker, doch Österreichs Keeper Jürgen Macho hielt sein Team im Spiel. So rettete er gegen Ebi Smolarek und den für den VfL Wolfsburg spielenden Jacek Krzynowek.

Dann in der Nachspielzeit, der 93. Minute hatten die Österreicher Glück: Der englische Schiedsrichter gab einen durchaus umstrittenen Strafstoß, den der österreichische Publikumsliebling Ivica Vastic, mit 39 Jahren ältester Spieler des Turniers ganz cool verwandelte.

Für beide Mannschaften besteht durch einen Sieg noch die Chance, das Viertelfinale zu erreichen.

-ab-14.06.2008 Text / Fotos: B. Schweinsteiger + Mi. Ballack: DFB, Flaggen: wasistwas.de, D. Srna + A. Boruc: kicker.de, I. Vastic: Österreichischer Fußballverband.


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