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Eine Orgel für jedermann

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Eine Orgel für jedermann

Sie ist bekannt für ihren unverkennbaren Klang, die Hammond-Orgel. Laurens Hammond baute 1935 das erste Instrument. In den 60er und 70er Jahren war sie überall zu hören. Als Jazz- oder Rockinstrument, im Radio, auf Hochzeiten, Firmenfesten, Parties oder in Bierzelten. Solo oder als Begleitinstrument ist die elektromechanische Orgel allen ein Begriff.

Laurens Hammond

Schon mit 14 Jahren bewies Laurens seine technische Begabung, als er ein automatisches Autogetriebe entwarf. Später studierte er Elektrotechnik und Mechanik. 1922 entwickelte er ein System dreidimensionalen Sehens für das Kino, das in vereinfachter Form bis heute in den bekannten roten und grünen Brillengläsern verwandt wird. Schließlich baute er einen Synchronmotor von 60 Hertz

1928 gründete er die Hammond Clock Company zur Herstellung von Wand- und Tischuhren und fünf Jahre später, entwickelte er eine elektromechanische Orgel, die auf seinem früheren Synchronmotor basierte. Er wollte eine billige elektrische Orgel für jedermann bauen, die den Klang der Pfeifenorgel imitiert. 1934 erhielt er das Patent dafür und ein Jahr später wurde die erste Hammondorgel, das Modell A, hergestellt.

Musiker Jimmy Smith und Michael Falkenstein mit einer Hammondorgel XK3

Eine Orgel für jedermann

Hammond wollte Orgeln bauen, die sich auch ärmliche Gemeinden leisten konnten und das im Kreise der Familie zuhause gespielt werden konnte. Doch bald wurde seine Orgel auch auf Sportplätzen, im Radio oder bei Feiern eingesetzt.

Töne, die keiner kennt!

Schon damals war gute Werbung nötig, um ein neues Produkt zu verkaufen. Und so gab´s Live-Konzerte mit klassischen Musikern und Organisten, die Orgel wurde in Radiosendern, Kirchen, Eislaufhallen oder Restaurants vorgeführt. Man wollte beweisen, dass die Hammond-Orgel klanglich einer echten Orgel in nichts nachsteht und dass dieses praktische und gut zu transportierende Instrument Töne machen kann, die nie zuvor von einem Instrument zu hören waren. Das Interesse an den Hammonds wuchs schnell. Auch der berühmte Komponist George Gershwin kaufte eines der ersten produzierten Instrumente.

Der berühmte Funkmusiker James Brown mit Michael Falkenstein und dessen Vater - und einer Hammond

Blütezeit: 60er und 70er Jahre

Gerade in den 60er und 70er Jahren blühte das Geschäft mit den Hammond-Orgeln. Im Jazz, Soul, Funk, Rythem & Blues und Rock wurde das Instrument als Begleiter oder auch als Soloinstrument sehr beliebt. So wurden insgesamt auch rund 200 verschiedene Orgelmodelle über die Jahre entwickelt, die zum Teil musikalisch, spieltechnisch und im Design unterschiedlich waren. Ergänzt wurde die Hammond-Orgel noch durch Leslies, nach ihrem Erfinder Don Leslie benannte Rotationslautsprecher, die den Hammond Orgel den Raumklang ermöglichten, der sie für die Musiker interessant machten.

Wiedergeburt der Hammonds

1973 starb Laurens Hammond, kurz darauf wurde sein Unternehmen verkauft. Als die Synthesizer auf den Markt drängten, schien der große Erfolg Hammondorgel vorbei. Dann übernahm das japanische Unternehmen Suzuki Hammond. Es investierte nochmals viel Geld in technische Weiterentwicklungen, das Marketing und Design und so scheinen die Hammondorgeln eine Wiedergeburt zu erleben.

Mehr über die Geschichte der Hammondorgel, über Musiker, die sie spielten und die Technik der elektromechanischen Orgeln erfahrt ihr hier.

-ab-11.01.05 Text / Fotos: Porträt Hammond: http://www.hammond.de/; Fotos mit Musiker Michael Falkenstein, der auch Kurse an der Hammondorgel gibt: www.hammond.de/falkenstein.

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