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Ein Formel-1 Pilot hebt ab - Niki Lauda

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Ein Formel-1 Pilot hebt ab - Niki Lauda

Seine Rennfahrerkarriere startete er zunächst bei österreichischen nationalen Wettbewerben, damals noch mit einem Mini Cooper. Seine wohlhabenden Eltern teilten Nikis Begeisterung für den Motorrennsport nicht. Aber er blieb seinem Ziel treu. Zusammen mit dem deutschen Fahrer Jochen Rindt startete er 1972 für den Rennstall March.

Lauda ist der erste Pay-Driver der Formel-1 Geschichte. Das heißt, das er sich seinen Platz im Cockpit erkauft hatte, mit geliehenem Geld. 1974 wechselte er zu Ferrari. Seine Leistungen verbesserten sich stetig, und er wurde 1975 mit Ferrari Formel-1 Weltmeister. Für Ferrari war es der erste Titel seit elf Jahren.

1976 erlebte Lauda seine dunkelste Stunde im Rennsport. Am 1. August verunglückte er auf dem Nürburgring. Er erlitt schwerste Verbrennungen und kämpfte zeitweilig um sein Leben.

Doch Laudas Kampfgeist war ungebrochen. Er erholte sich von dem Unfall und noch während der Genesungsphase bestand er seine Flugprüfung. Seit diesem Unfall ist die rote Mütze sein Markenzeichen, damit verbirgt er die Spuren seiner Verbrennungen.

Trotz des Unfalls wäre es ihm in der Saison `76 beinahe gelungen, wieder Weltmeister zu werden. Doch beim entscheidenden Rennen in Fuji (Japan) gab Lauda auf. Strömender Regen führte zu Laudas Entscheidung, dem der Schock seines Unfalls noch in den Knochen saß.

Ironischerweise hörte der Regen auf, nachdem er an der Box ausgestiegen war. Die WM `76 gewann schließlich James Hunt mit nur einem Punkt Vorsprung vor Lauda.

Brumm, brumm, brumm im Kreis herum...

1977 holte Lauda seinen zweiten Weltmeistertitel mit Ferrari. Zwei Jahre später, zum Ende der Saison `79, zog sich Lauda aus dem Renngeschäft zurück. Weltweit wurde seine Begründung zitiert: Ich will nicht mehr blöd im Kreis herumfahren. Er begann nun mit dem Aufbau seiner Fluglinie Lauda Air.

Doch die Sehnsucht nach dem Geruch von Benzin und dem Dröhnen von Motoren ließ Lauda wieder in die Saison 82 einsteigen. Und zwei Jahre später wurde er auf McLaren-Porsche zum dritten Mal Weltmeister. Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten betrug 1984 nur einen halben Punkt, das knappste Ergebnis der Formel-1.

1985 zog er sich endgültig aus dem Formel-1 Zirkus zurück, mit 3 Weltmeistertiteln und 25 Grand Prix Siegen in der Tasche. Er widmete sich nun voll und ganz dem Aufbau seiner Lauda Air Fluglinie. Auch hier musste Lauda wieder einmal seine Nehmerqualitäten unter Beweis stellen, als 1991 in Thailand eines seiner Flugzeuge abstürzte. Dabei kamen 223 Menschen ums Leben. Schuld war ein Konstruktionsfehler von Boeing. Auch diese Krise meisterte Niki Lauda. Heute ist Lauda Air wieder gut im Geschäft. Niki Lauda zog sich Ende 2000 aus der Geschäftsführung zurück.

Auch wenn er seit seinem Ausstieg aus der Formel-1 im Jahr 1985 nicht mehr als Fahrer aktiv war, ganz lassen von der Formel-1 konnte er nicht. So war er seit 1992 Berater für Ferrari und von Mitte 2001 bis Ende 2002 Teamchef bei Jaguar. Den deutschen Formel-1 Fans ist er heutzutage als Co-Kommentator bei Formel-1 Rennen ein Begriff.

Alles Gute, Niki!

Chronik einer Karriere:

1972 - erster Pay-Driver bei March
1974 - Wechsel zu Ferrari
1975 - Rekord Nordschleife (Nürburgring): Trainingsbestzeit 6:58,7
1975 - 1ter WM-Titel für Ferrari nach 11 Jahren
1976 - Unfall auf Nürburgring
1977 - Erneut Formel-1 Weltmeister mit Ferrari
1979 - Ausstieg aus Formel-1/Gründung Lauda Air
1982 - Rückkehr in die Formel-1
1984 - 3ter Weltmeistertitel mit McLaren-Porsche
1985 - Rückzug aus Formel-1: 3 WM-Titel & 25 Grand Prix Siege

Hier erfahrt ihr mehr:

Technikmuseum Sinsheim

Nürburgring

Text: -jj- 20.2.2004

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