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Dürers Hase wird 500

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Dürers Hase wird 500

500 Jahre ist er alt und er besticht immer noch durch sein natürliches Aussehen. "Der Hase" wurde unzählige Male kopiert oder musste als Aufhänger für neue Kunstwerke herhalten. Nun feiert Nürnberg den 500sten Geburtstag der Zeichnung aus Wasser- und Deckfarben mit einem großen Fest für alt und jung.

Warum der Jubilar selbst nicht anwesend ist

Obwohl es Theater und Ausstellungen, einen Markt und Musik der Zeit gibt - der Jubilar wird nicht "persönlich" anwesend sein. Dürers Hase liegt in der Albertina, in der Sammlung von Handzeichnungen und Grafiken, in Wien. Vor 400 Jahren kam das Blatt nach Wien und aus konservatorischen Gründen wird es sorgsam und bei entsprechender Temperatur dunkel aufbewahrt. Würde es auf Reisen gehen, könnte es enormen Schaden erleiden. Das ist zwar traurig, aber in gewisser Weise sind die Nürnberger gewohnt, dass die meisten der Werke Dürers nicht in seiner Heimatstadt hängen, sondern in den großen Museen der Welt.

Warum ist der Hase so berühmt?

Der Hase ist deshalb so berühmt geworden, weil Dürer ihn in einer Zeit malte, als naturgetreue, naturalistische Darstellung von Tieren kein Thema war. Der Maler leitete damit auch ein Umdenken bei seinen Kollegen mit ein. Er zeichnete den Hasen als eigentlich nur kirchliche, religiöse Themen oder aber Bildnisse von Adel und Königen in Auftrag gegeben wurden. Dabei wurde seine Technik besonders gerühmt. Dürer interessierte sich sehr für die Details der Natur, für Proportionen und Körper, so malte er auch ein "simples" Stück Rasen. Oder er portraitierte die Menschen nicht idealisiert, sondern mit all ihren "Schönheitsfehlern".

In Nürnberg kann man sich das frisch restaurierte Wohnhaus Dürers ansehen. Zu empfehlen wäre auch eine Führung durch das Dürer- Haus mit seiner Frau Agnes. Sie plaudert aus ihrem Leben mit dem erfolgreichen Maler, der ständig auf Reisen war und die neuesten Moden und Erkenntnisse aus der Welt nach Nürnberg brachte.

Das Hasen- Fest

Am kommenden Freitag, 09. August und Samstag 10. August feiern nicht nur Fachleute, die Kunsthistoriker und Hasenspezialisten. Dürer soll den Nürnbergern wieder näher gebracht werden und dazu hat man sich ein buntes Programm ausgedacht. Als Eintritt gilt der rote Filzhase. Er kostet 4,00. Kinder haben freien Eintritt, wenn ihre Eltern oder die Begleitperson das rote Häschen bei sich trägt.

Die Spur des Hasen

In der Ehrenhalle des Rathauses läuft bis 01. September die Ausstellung "Die Spur des Hasen". Hier erfährt man, dass der Hase nicht nur das Symbol für die Fruchtbarkeit, für die Angst oder Schnelligkeit ist. Haken schlagend kann man sich durch die Kunstgeschichte bewegen und verfolgen, wie Dürers Hase im Laufe der Jahrhunderte auf unterschiedlichste Weise als Modell von anderen Künstlern herangenommen wurde. Und nicht nur die Kunst "verbrät" dem Hasen immer wieder gerne eine. Nein, auch die Werbung und der Kitsch haben einiges zur Ausstellung beizutragen.

Schriftsteller halten Festreden, es gibt das Hörspiel "Venezianischer Hase", Führungen durch Sankt Sebald und das Dürerhaus, ein spezieller "Hasenwein" kann probiert werden, die Artisten "Les Estronauten" schweben durch die Luft, Jazz aus der Renaissance ist zu hören und Feuerzauber fasziniert die Besucher.

Im Sebalder Pfarrhof wird "Hasentheater" gespielt, mit "Hase und Igel und anderer Unsinn", "Angsthase, Pfeffernase" oder "Wiener Schmäh" und wer es selbst bunt mag, der kann beim Hand-Hasen- Schminken mitmachen. Auf dem Albrecht- Dürer- Platz findet ein Markt statt, auf dem man den Hasen in all seinen Varianten erstehen kann. Aus Plüsch oder Holz, Schokolade oder als Marionette. Wer mag kann mit Sankt Sebald die Hauskirche Dürers besuchen, und sich das Bamberger Fenster genauer ansehen.

Das Bamberger Fenster wird auch 500 Jahre alt!

Dieses Kunstwerk aus Glas hat Dürer 1501 entworfen, 1502 wurde es in der Werkstatt Veit Hirsvogels ausgeführt. Seinen Namen verdankt das Bamberger Fenster seinem Auftraggeber, dem damaligen Bischof von Bamberg, wie auch den abgebildeten Personen. Denn man sieht die beiden Stifter des Bamberger Bistums Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde sowie Bamberger Bischöfe.

Oder

Albrechts Welt

Eine Ausstellung über den Hasen, das Reich und die Welt um 1502. Der Dürer Hase entstand in einer Zeit, als die Natur plötzlich neu in den Mittelpunkt der Kunst rückte und neu gesehen wurde. Dürer beobachtete sehr genau und machte auch naturkundliche Feststellungen. All das wird hier gezeigt und auch das Leben in der Stadt Nürnberg um 1500.

Und wen es dann zu echten Hasen hinzieht, der muss zum Tiergärtnertor, denn dort gibt es einen Streichelzoo mit Kaninchen - sozusagen stellvertretend für den großen, berühmten Bruder.

Das genaue, komplette Programm mit den Uhrzeiten findet ihr unter www.duerer.nuernberg.de.

-ab-05.08.02/Text und Fotos von Schokohasen und roten Filzanhänger. Alle anderen Fotos: Dürer Hase: Michaela Braun, Albertina (Wien), St. Sebald, privat, Stadt Nürnberg, Kulturreferat/ Projektbüro Kulturprofile./projekt aDürer.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt