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Documenta 11: Kunst auf der Höhe der Zeit

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Documenta 11: Kunst auf der Höhe der Zeit

Am 8. Juni startet mit der Documenta eine der angesehensten Kunstausstellungen der Welt. Zum elften Mal seit 1955 und zum ersten Mal in diesem Jahrtausend geben sich 118 geladene Künstler ein Stelldichein in Kassel, das alle fünf Jahre zum Mekka der zeitgenössischen Kunstszene wird.

Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten überwiegend Gäste aus Europa und Nordamerika nach Hessen gekommen waren, soll die Documenta 2002 ganz im Zeichen der Globalisierung stehen. Künstler aller Nationalitäten und Genres sind jetzt gleichberechtigter vertreten als noch vor fünf Jahren auch wenn immer noch zwei Drittel aller Teilnehmer aus den USA oder von unserem Kontinent stammen.

Fünf Plattformen rund um den Globus

Auch der Rahmen der renommierten Kunstschau wurde wesentlich erweitert. Die Documenta 11 besteht aus fünf so genannten Plattformen, von denen vier bereits in Form von Diskussions- und Vortragsveranstaltungen stattgefunden haben. Und zwar nicht in Kassel, sondern rund um den Globus: in Wien, Berlin, Neu-Dehli (Indien), St. Lucia (Karibik) und Lagos (Portugal). Das Ergebnis der vier Plattformen soll in die Kasseler Ausstellung einfließen, die als Plattform 5 den gleichzeitigen End- und Höhepunkt der Veranstaltungsreihe darstellt.

Kunst als Diskussiosbeitrag

Inhaltlich geht es auf der Documenta in diesem Jahr extrem politisch zu. Die eingeladenen Künstler widmen sich in ihren Werken in Form von Installationen, Aktions-, Film- und Computerkunst, vereinzelt aber auch in Plastik und Malerei brisanten Themen wie Diskriminierung, Rassismus, Terrorismus und unbewältigten Konflikten in der Welt. Keine harmonische Kunst fürs Auge also, sondern vielmehr Kunst, die verstört und zum Nachdenken anregt.

Die Entstehung der Documenta

Seit vielen Jahrzehnten ist die Kasseler Kunstschau ein Forum für die aktuellen Tendenzenden der Gegenwartskunst. Doch angefangen hat alles ganz anders: nämlich mit dem kulturellen Nachholbedarf der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Kasseler Maler und Akademieprofessor Arnold Bode war auf die Idee gekommen, Deutschland nach der Ausgrenzung durch Hitlers Politik wieder in einen Dialog mit der Welt zu bringen und in das internationale Kunstgeschehen einzubeziehen.

Deutsche hatten Nachholbedarf

In dem damals noch zerstörten Museum Fredericianum präsentierte der Hochschullehrer sämtliche Gemälde, die von den Nazis einst als entartete Kunst gebrandmarkte worden waren: die in Deutschland weitgehend unbekannte klassische Moderne. Die erste Documenta - ein Rückblick auf 50 Jahre Kunstgeschichte wurde zum überwältigenden Erfolg. 130.000 Besucher kamen und staunten angesichts der Werke von Pablo Picasso, Wassily Kandinsky, Max Ernst, Paul Klee, Oskar Schlemmer oder Franz Marc.

Alle fünf Jahre wieder

Der unerwarteten Besucheranklang veranlasste Bode 1959 eine zweite Kunstschau zu organisieren. Damit legte er den Ausstellungszyklus der Documenta fest, die seit 1959 von der Stadt Kassel und dem Land Hessen organisiert wird. 1972 wurde eine neues, bahnbrechendes Konzept der Ausstellungsleitung erarbeitet. Seitdem beruft eine internationale Jury alle fünf Jahre einen neuen künstlerischen Leiter, der gemeinsam mit einem Gremium die künstlerische Ausrichtung der Veranstaltung erarbeitet.

Besucherrekord erwartet

Im Laufe der Jahrzehnte hat die Documenta begeisterte Fans in aller Welt gewonnen. Die Besucherzahlen sind alle fünf Jahre kontinuierlich angestiegen. Auch in diesem Jahr rechnen die Veranstalter damit, die Rekordmarke von 1997 (631.000 Gäste) zu brechen.

Alle Infos im Netz

Wollt auch ihr nach Kassel fahren? Sicher lohnt sich ein Besuch mit eurem Kunsterzieher ganz besonders. Dann könnt ihr das Erlebte gleich im Unterricht diskutieren und umsetzen. Alle wichtigen Infos findet ihr auf der offiziellen Homepage der Documenta.

Nic 06.06.2002 / Logo: Documenta 11

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt