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Dig, Dag und Digedag

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Dig, Dag und Digedag

Noch bis Ende Januar läuft in Halle eine Ausstellung über das DDR-Comicheft "Mosaik" und dessen Helden, die Digedags. Der Zeichner Hannes Hagen schuf die drei Comic-Helden in den 1950er Jahren. Noch heute hat die Serie viele treue Fans.

In der Nachkriegszeit galten Comics noch als zweifelhaftes Freizeitvergnügen. Sie wurden als wenig anspruchsvoll angesehen und verhinderten angeblich die Lektüre echter Literatur. Dennoch verbreiteten sich Micky Maus & Co. schnell. Um dem Einfluss westlicher Medien auf die Jugend der DDR möglichst gering zu halten, sollte eine eigene Comicserie entwickelt werden.


Genau zum richtigen Zeitpunkt wurde Hannes Hegen, mit vollem Namen Johannes Hegenbarth, im Büro der Jugendorganisation FDJ vorstellig. Er hatte eine Mappe mit Zeichnungen und Ideen bei sich. Prompt wird er beauftragt, einen Jugendcomic zu erstellen.


Noch jugendlich mit 52

Im Dezember 1955 erscheint das erste Comic von Dig, Dag und Digedag. Auf 32 Seiten zeichnet und erzählt der Autor und Zeichner seine Geschichten. Sie sollten eine Alternative zu amerikanischen Heftchen bilden, waren weniger Gewalt verherrlichend und hatten auch Einiges an geschichtlichen Ereignissen zu bieten. Sozusagen im Vorbeigehen erhielten die Leser so geschichtliche und naturwissenschaftliche Bildung, die in der DDR sonst nicht so einfach und frei zugänglich war.

Ihre ersten Abenteuer führten Dig, Dag und Digedag per Entführung ins Weltall. Einmal pro Monat erschien ein neues Heft der Weltraumabenteuer. Neben Hegen arbeiteten nun auch andere Autoren und Zeichner an der Reihe.


Digedags im Mittelalter


Mit Heft 90 im Jahr 1964 kamen Dig und Dag und Digedag schließlich zu Ritter Runkel von Rübenstein und mitten hinein ins Mittelalter. Die drei werden die Knappen des streitsüchtigen, aber dennoch liebenswerten Ritters. Der brüstet sich gerne mit seinen tollen Abenteuern, die er allerdings ohne die Hilfe der drei Digedags niemals überstanden hätte. Und als guter Ritter kämpft er natürlich auch gegen seinen Erzrivalen um die Gunst einer schönen Adeligen.

Digedags und die Politik

Fünf Jahre später landen die Digedags in Amerika und sie führen ihre Leser mitten hinein in die Eroberung des nordamerikanischen Kontinents. Insgesamt erscheinen von 1955 bis 1975 223 Digedag Hefte. Auch in Deutschland und Österreich und weiteren Ländern werden die Digedags vertrieben.


Ihr großer Erfolg ist auch darauf zurückzuführen, dass Hannes Hegen seine Figuren frei von politischer Beeinflussung halten kann. Er nutzt seine Hefte auch nicht, um den Leser gegen den Westen einzunehmen und die DDR und den Ostblock als besonders toll hinzustellen. Das ändert sich allerdings Mitte der 70er. Darum zieht sich Hannes Hegen von Mosaik zurück.


Ausstellung Mosaik- Abenteuer Wissenskosmos


Die Abenteuer führen den Leser in 23 Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte. Besonders Ritter Runkel erreichte in der ehemaligen DDR eine ungeheuere Popularität und auch heute haben die Comics von Hannes Hegen noch eine große Fangemeinde. Mittlerweile erscheinen die Hefte als gebundene Ausgaben im Buchverlag Junge Welt, Berlin.


Noch bis zum 27. Januar 2008 ist im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen zu Halle unter dem Titel Mosaik Abenteuer Wissenskosmos eine Ausstellung über das Werk von Hannes Hegen zu sehen. Mehr Informationen findet ihr unter http://www.francke-halle.de.

Dieses von Fans gepflegte Wiki beschäftigt sich mit allem rund um das Mosaik-Heft


Hier kommt ihr zur Seite speziell der Digedags (Benötigt Flash)


Mehr über andere DDR-Comics findet ihr hier


Text: -jj- 12.12.2007 // Bilder: © Buchverlag Junge Welt

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