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"Die Zauberflöte": Märchenhafter Einstieg in die Klassik

Berühmte Personen

"Die Zauberflöte": Märchenhafter Einstieg in die Klassik

Wolfgang Amadeus Mozart gehört zu den begnadetsten Komponisten aller Zeiten. Seine berühmteste Oper ist Die Zauberflöte und wurde am 30. September 1791 uraufgeführt. Mit ihrer verspielten Musik und den märchenhaften Motiven ist sie für Kinder der perfekte Einstieg in die Welt der Klassik.

Wunderkind
Mozart war ein musikalisches Wunderkind. Schon mit drei Jahren spielte er Klavier wie andere Kinder mit Bauklötzen, mit fünf komponierte er. Sein Vater Leopold, selbst ein hervorragender Musiklehrer, machte die Begabung Wolfgangs zu Geld. Mit Schwester Nannerl tourte er durch ganz Europa und begeisterte die Adeligen mit seinem Geigen- und Klavierspiel. Als Komponist ging er später nach Wien und wurde zum musikalischen Liebling der Gesellschaft.   

Perfekt für Kinder


Mozart hat seine Oper zwar nicht für Kinder geschrieben, trotzdem ist Die Zauberflöte oft die erste Oper, die Kinder im Theater sehen. Das liegt auch daran, dass Mozart selbst zeitlebens ein großer Kindskopf war. Er hatte viele versponnene Einfälle und viel Spaß daran sie in seiner Musik auszuleben. Kinder finden deshalb besonders leicht Zugang zu seiner Musik. Es gibt sogar eine eigene Version seiner Oper extra  für Kinder. Die so genannte Kleine Zauberflöte dauert nur etwas über eine Stunde und ist voller Komik um den lustigen Vogelfänger Papageno, der Prinz Tamino auf seiner abenteuerlichen Reise begleitet.


Märchenhaft

An der Zauberflöte ist alles wie der Name schon sagt zauberhaft. Da gibt es den liebenswert plappernden Papageno mit seiner Papagena, die Liebesgeschichte mit Happy End zwischen Prinz Tamino und seiner geliebten Pamina, die prachtvolle, weise Welt von Zauberer Sarastros Sonnentempel, den zwielichtigen Mohren Monostatos und die böse, gefährliche Königin der Nacht. Allesamt Figuren einer erfundenen Märchenwelt.

Märchenopern waren "in"

Märchenhafte Stoffe auf der Bühne waren damals sehr populär und versprachen ein volles Haus. Geschrieben wurde die Oper im Auftrag des Thetermannes Emmanuel Schikaneder, der ein Wiener Vorstadttheater betrieb, das sich nicht an den Adel, sondern das Bürgerpublikum richtete. Schikaneder selbst schrieb den Text (in der Fachsprache "Libretto" genannt) und übernahm den Part des Papageno. 

Die Freunde Mozart und Schikaneder entwarfen gemeinsam die Geschichte der Oper. Sie handelt von der Königin der Nacht, die nach mehr Macht strebt. Ihr Widersacher, Zauberer Sarastro lässt deshalb die Tochter der Königin, Prinzessin Pamina entführen. Das lässt sich die Königin nicht bieten. Sie schickt Prinz Tamino, der zahlreiche Abenteuer bestehen muss bis am Ende alles gut ausgeht. 

Reinfall bei der Premiere

Die Zauberflöte ist heute die meistgespielte Oper im deutschsprachigen Raum. Es ist allerdings falsch, dass sie schon bei ihrer Uraufführung, die von Mozart selbst dirigiert wurde,  ein Erfolg war. Musik und Bühnendekoration kamen zwar an, doch mit der Sprache, dem Text und den komplizierten Handlungssträngen waren die Zuschauer offenbar überfordert.

Weltberühmte Arien

Die Musikstücke der Zauberflöte sind so berühmt, dass sie sogar Menschen mitsingen können, die niemals die Oper besucht haben. Die wichtigsten Gesangspartien, die in Opern auch Arien heißen, sind Der Vogelfänger bin ich ja (gesungen von Papageno) und die Arie der Königin der Nacht. Trotz einfacher Melodien haben die Gesangspartien viele Rafinessen und sind zum Teil unglaublich schwer zu singen. 

Fieser Mozart

Eine Legende besagt, dass Mozart sich gern mal einen Scherz erlaubte und die Arie der Königin der Nacht geschrieben hat nachdem er sich mit dem Hammer aus Versehen auf den Finger geschlagen hat. Ob er gezielt jemanden ärgern wollte oder nicht - Fakt bleibt, dass dieses Stück zu den schwierigsten in der Operngeschichte gehört, weil man eine besondere Technik (Koloratur) benötigt. Das bedeutet, dass die Stimme besonders in den hohen Tonlagen sehr beweglich sein muss.


 Publikumsliebling Papageno

Warum die Oper trotzdem ein Welterfolg wurde? Weil Mozart es schaffte, in der Zauberflöte mehrere Operntraditionen zu vereinen und damit ganz viele Menschen gleichzeitig anzusprechen. Fans der opera seria (Opern mit ernsthaftem Charakter in italienischer Sprache, ursprünglich für den Adel komponiert), kommen ebenso auf ihre Kosten wie Freunde der opera buffa (lustig-leichte Volksoper in deutscher Sprache) und des schlichten Singspiels. Der Liebling der Zuschauer ist unbestritten die farbenfrohe Figur des Papageno, der mit seinem losen Mundwerk in der Tradition der Kasperlfiguren steht.

Immer wieder neu interpretiert

Die Zauberflöte sollte Mozarts vorletzte Oper werden. Er starb wenige Wochen nach der Uraufführung im Alter von nur 36 Jahren. Die Anziehungskraft der "Zauberflöte" ist bis heute ungebrochen. Es gibt zahlreiche Neuinszenierungen auf den großen und kleinen Bühnen der Welt. Ob als Marionettenspiel oder in der Berliner U-Bahn Mozarts Oper ist ein Renner bei großen und kleinen Zuschauern.

Ihr wollt in die Oper hineinhören? Hier gibt es Papagenos Lied und hier die Arie der Königin der Nacht.
Mehr über Mozart und viele seiner Komponisten-Kollegen erfahrt ihr in den angehängten Artikeln.

 Nic - 29.9.2011 / Fotos: pd

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