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Die Untersuchung des Malstils

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Die Untersuchung des Malstils

Beim Nürnberger Selbstbildnis von Rembrandt fällt der starke Hell- Dunkel Kontrast bei den Gesichtshälften auf. Und wenn sich ein Forscher besonders der dunklen, schattigen Seite annimmt, dann entdeckt er die verschiedenen Schichten, in denen Rembrandt gezeichnet hat:

Zunächst kommt die Grundierung. Die hat normalerweise schon der Tafelmacher vorgenommen. Hier ist die Schicht so dünn, dass man noch die Struktur des Holzes erkennen kann.

Dann folgt die Imprimitur. Das ist eine Flüssigkeit, die auf die Grundierung kommt. Sie legt den Grundton fest. Rembrandt hat eine rötliche, warme Grundfärbung gewählt. Die Schattenseite ist nur mit wenigen Konturen auf der Imrimitur verehen. Er skizzierte die Gesichtszüge nur.

Dann kommt der erste Entwurf mit brauner Farbe, bei dem auch weiße Akzente gesetzt werden. Hierbei wird auch der Bildaufbau festgelegt. Was soll heller werden, was dunkler.

Um all diese Dinge festzustellen, verwenden die Forscher Infrarotreflektogramme und auch Röntgenbilder. Auf den Bildern erscheinen beestimmte Farbpigmente und Substanzen deutlicher, Strukturen können erkannt werden.

In einem nächsten Stadium bediente sich Rembrandt grauer, dünnflüssiger Farbe um Übergänge zwischen Schatten- und Lichtpartien herzustellen. Mit der Graufärbung imitierte Rembrandt die Töne der Haut, Sehnen und Adern.

Forscher analysieren ganz genau, welche Farbtöne benutzt werden. Wie ein bestimmter Effekt erzielt wird. Welche Hauptfarben mit welchen Nuancen verwendet werden. Mit welchen Strichen in kräftigen Farben Akzente gesetzt wurden.

Als letztes kommt noch ein Firnis auf das Bild, der das Bild auch schützen soll.

Um nun festzustellen, ob das Nürnberg oder das Den Haager Bild Original oder Kopie ist, besah man sich sehr genau die Unterschiede der Malweise.

Das Den Haager Portrait wirkt wesentlich strenger, sorgfältiger durchgearbeitet. Für manche Forscher ist diese Strenge und Starre im Gegensatz zur eher fahrigeren Nürnberger Ausführung, ein Indiz dafür, dass ein Schüler versuchte seinen Lehrer so genau wie möglich zu kopieren. Dem Den Haager Bild, so die Forscher fehle das natürliche, das auch in der Skizze angelegt ist. Um die Pinselführung zu untersuchen werden Röntgenaufnahmen genau analysiert.
Anscheinend wurde das Den Haager Gemälde ohne Korrekturen gemalt, nach klaren Vorgaben - das Nürnberger nicht.

Schließlich zogen Forscher auch eine Infrarotreflektographie zurate. Infrarote Strahlen dringen in Malschichten ein, so kann man unter bestimmten Umständen zeichnerische Vorentwürfe aufdecken. Nur das Den Haage Gemälde hatte so eine Unterzeichnung. Doch bisher hat man noch auf keinem Rembrandt- Gemälde so eine Unterskizze entdeckt. Man entdeckte auch, dass Auge, Mund, Nase und Ohr exakt in der Position übereinstimmen.

Nach diesen Entdeckungen geht man nun davon aus:
Das Nürnberger Selbstportrait ist das Original, in Den Haag hängt die Kopie eines Schülers. Doch niemand kann sagen, ob das der endgültige Stand der Forschung ist.

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