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Die Opernwelt trauert - Pavarotti ist gestorben

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Die Opernwelt trauert - Pavarotti ist gestorben

Seine Stimme galt als himmlisch und die Musikwelt lag ihm seit Jahrzehnten zu Füßen: Luciano Pavarotti, schwergewichtiger Italiener und einer der besten Opernsänger der Welt. Seit 1990 war er gemeinsam mit seinen spanischen Kollegen José Carreras und Placido Domingo auch unter dem Künstlernamen "Die drei Tenöre" bekannt, hat unzählige CDs veröffentlicht und Konzerte gegeben. Am 6. September 2007 starb er im Alter von 71 Jahren.

Ob New Yorker Metropolitan Opera, Mailänder Scala oder Londoner Covent Garden Opera House - der Italiener Luciano Pavarotti war an den ganz großen Musikbühnen der Welt zu Hause. Mit den Jahren entwickelte er sich stimmlich zum Heldentenor und sang in Meisterwerken wie "Aida" oder "Tosca" die Hauptrolle. Als einziger Sänger der Welt ist es ihm gelungen in nur einer Partiturzeile neun Mal das hohe C zu treffen - eine echte Meisterleistung! Als Tenor bezeichnet man übrigens bei männlichen Sängern die höchste Stimmlage vor Bariton und Bass. Das weibliche Gegenstück ist der Sopran.

Auf der Bühne ein "Pfundskerl"

Obwohl der Italiener aus einer Musikerfamilie stammte, wollte er ursprünglich Lehrer werden. Nach zwei Jahren als Pädagoge besann sich der 1935 in Modena geborene "Pfundskerl" aber doch auf sein Künstlerblut und nahm Mitte der 50er Jahre die ersten Gesangsstunden. Danach ging alles ganz schnell. Nach dem er 1961 einen internationalen Gesangswettbewerb gewonnen hatte, folgten die Einladungen internationaler Bühnen wie Wien, Zürich, London und Amsterdam.

Paraderolle in "La Bohème"

Seinen internationalen Durchbruch feierte Pavarotti als er 1964 bei einer Londoner Aufführung für den Hauptdarsteller einsprang und das Publikum weitaus mehr begeisterte als es der erkrankte Sänger jemals getan hatte. "Big P.", wie der Italiener vor allem in den USA genannt wird, wurde bald zum erklärten Liebling der Opernwelt. Starrollen in "Aida", "Der Liebestrank", "Tosca", "Der Maskenball" oder "La Traviata" folgten. Doch immer wieder war es der Part des Rudolf in "La Bohème", mit dem er seine Fans zum Dahinschmelzen brachte.

Multitalent

Sein künstlerischer Erfolg schlug sich nicht nur in erfolgreichen Bühnenauftritten nieder, sondern auch in unzähligen Aufnahmen, die enorme Verkaufsquoten erreichten. Nebenbei nahm er auch Engagements bei Festspielen an und führte bei Opernaufführungen selbst Regie. 1981 gründete er in Philadelphia einen Wettbewerb für junge Sänger und begann daraufhin, seine Theaterverpflichtungen einzuschränken. Lieber trat er im Fernsehen und bei Konzerten auf.

Mit den "Drei Tenören" auf Welttournee

Seine Popularität außerhalb der Opernwelt konnte Pavarotti noch damit steigern, dass er mit José Carreras und Placido Domingo bei der Fußball-WM von 1990 einen unvergesslichen Auftritt in Rom hatte. In Zukunft waren die "drei Tenöre" noch häufiger zusammen auf der Bühne zu sehen. Zum Megaerfolg wurde ihre Welttournee, die das Publikum in Melbourne, Tokio, New York, London, Wien und München begeisterte.

Pavarotti & Friends

Pavarotti begab sich zum Entsetzen vieler "ernsthafter" Opernfreunde darüber hinaus auf musikalisch seichtes Parkett. Mit Musikern wie Sting, Bryan Adams, Eros Ramazotti und anderen produzierte er die CDs "Pavarotti & Friends", auf denen er im Duett mit ihnen Popsongs trällerte. Auch auf der Bühne ein Riesenerfolg und ein Beweis dafür, dass sich klassische und moderne Musik nicht immer ausschließen müssen.

Ausgezeichnet

In den letzten Jahren wurde Pavarottis Karriere häufiger von gesundheitlichen Problemen überschattet. Immer wieder musste er Konzerte wegen Krankheit absagen. Und auch seine Stimme macht nicht mehr so mit wie früher. Deshalb beendete der Italiener, der mit über 70 Opernpreisen, dem italienischen Verdienstorden, unzähligen Ehrenbürgerschaften und zahlreichen künstlerischen Preisen ausgezeichnet wurde, seine Karriere im Jahr 2005.

Pavarotti starb am 6. September 2007 in seiner Heimatstadt Modena an einem Krebsleiden.

Nic - 12.10.2005 / aktualisiert lm - 7.9.07 / Foto: Luciano Pavarotti: Ti adoro, Decca - Universal

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