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Die Malerin Frida Kahlo

Berühmte Personen

Die Malerin Frida Kahlo

1907 wurde Frida Kahlo in Coyoacán bei Mexico-City geboren. Ihr Vater war der deutsch-mexikanische Fotograf Guillermo Kahlo. Ihr Geburtshaus in dem sie auch gestorben ist -, das "Blaue Haus", verewigte sie auf vielen ihrer Bilder. Ihr Leben war geprägt vom Kampf gegen Krankheiten und die furchtbaren Folgen eines schweren Busunglücks. Und von ihrer Liebe und Beziehung zum berühmten mexikanischen Maler Diego Riviera.

Mit sechs Jahren erkrankte Frida an Kinderlähmung und erlitt dabei bleibende Beinschäden. Als sie mit 18 Jahren mit dem Bus in ihre Schule fuhr, kam es zu einem schweren Unfall: der Bus stieß mit einer Straßenbahn zusammen. Das Mädchen wurde lebensbedrohlich verletzt. Am schlimmsten hatte es ihre Wirbelsäule und ihren Unterleib erwischt. Wegen der zahllosen Brüche und schwersten Unterleibsverletzungen musste sie 32 Mal in 29 Jahren operiert werden. Unzählige Wochen und Monate verbrachte sie im einengenden Gipskorsett. Ihre Wirbelsäule wurde immer wieder gestreckt, sie hatte dauerhafte Schmerzen, die sie zum Teil nur mit Alkohol und Drogen überstehen konnte.

Die Malerei als Therapie

Ihre Mutter ließ Frida nach dem Unfall eine Staffelei anfertigen, damit sie im Krankenbett auf dem Rücken liegend malen konnte. So begann die zierliche, eigentlich lebenslustige, kämpferische und intelligente Frau ihre Gefühle, ihre Ängste und ihren Kampf mit ihrem leidenden Körper in Bildern auszudrücken. Die Malerei gab ihr Lebensmut. Und die Möglichkeit, sich mit ihrer Krankheit auf andere Art auseinander zu setzen.

Es entstanden zahlreiche detailgenaue, oft kleine Selbstporträts, in denen sie ihre körperlichen und seelischen Leiden zum Thema machte. Mit ihren Bildern gestaltete sie sich aber auch eine andere Wirklichkeit um ihrer eigenen zu entfliehen. Im Gedanken und in der Malerei war Frida frei wenn auch ihr kranker Körper "gefesselt" war.

Die Mexikanerin

Dabei war sie tief verwurzelt in die indianische Mythologie und Welt der Indios mit ihren knallbunten Farben. Sie benutzte eine vollkommen eigene, oft symbolhafte und surreale Bildersprache. Sie war eine Anhängerin der mexikanischen Revolution. Auf der Straße zeigte sie das, in dem sie mexikanische Tracht und Frisuren sowie indianischen Schmuck trug obwohl so etwas bei Leuten ihrer Schicht normalerweise nicht in Mode waren. Sie befasste sich mit Politik und ihr Haus, das berühmte "Casa azul", das "blaue Haus", war ein Treffpunkt für viele, die vor dem Faschismus in Europa flüchteten. Frida war bekennende Kommunistin und setzte sich für den Sieg des Kommunismus in Mexiko ein. So lernte sie auch den russischen, emigrierten Revolutionär Trotzkij kennen.

Diego de Rivera

Wichtig in ihrem Leben war auch die Begegnung mit dem berühmten mexikanischen Revolutionsmaler Diego Rivera. Rivera wurde vor allem für seine großen Wand- und Mauerbilder berühmt, die sogenannten "Murales". Er malte in einem fast naiven Stil das Leben der Bauern und Arbeiter und machte das einfache mexikanische Volk und ihren Alltag zum Thema.

1928 bat Frida den doppelt so alten, renommierten Maler ihr Talent zu beurteilen und Rivera war begeistert. Daraufhin stürzten sich die beiden in eine intensive und leidenschaftliche Beziehung, die aber auch geprägt war von Neid, Misstrauen und gegenseitigen Verletzungen. Beide waren sehr starke Persönlichkeiten. Zweimal heiratete das Künstlerpaar. Frida Kahlo wünschte sich sehnlichst ein Kind von diesem Mann, der immer auffallen wollte und sehr auf sich bezogen war. Dieser Wunsch blieb ihr allerdings versagt. Zutiefst getroffen war Frida, als sie vom Verhältnis Diegos mit ihrer jüngeren Schwester erfuhr. Die beiden trennten sich danach, versöhnten sich später aber wieder.

Der internationale Erfolg

Im November 1938 zeigte eine New Yorker Galerie erstmals Bilder von Frida Kahlo. Sie waren ein voller Erfolg! Im Jahr darauf reiste sie zu einer Ausstellung nach Paris und beteiligte sich 1940 an der Internationalen Surrealistenausstellung in ihrer Heimatstadt. Drei Jahre später erhielt sie eine Professur an der Kunstakademie in Mexiko City. Immer wieder musste sie operiert werden, unterrichtete aber weiterhin ihre Schüler, malte weiter und hörte nicht auf sich politisch zu engagieren. Am 13. Juli 1954, sechs Tage nach ihrem 47. Geburtstag, starb sie.

Mehr Bilder und mehr über das Leben von Diego Rivera erfahrt ihr auf http://www.diegorivera.com/. Die Seite ist in englischer Sprache.

-ab 07.07.07 Text / Fotos: Buchcover: http://www.prestel.de; Hochzeitsfoto und "Día de las flores" von Diego Rivera, zu sehen im Los Angeles County Museum of Art: http://www.diegorivera.com/.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt