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Die Chesser Sisters: Schwestern-Duo auf Erfolgskurs

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Die Chesser Sisters: Schwestern-Duo auf Erfolgskurs

Die Schwestern Pilar (23) und Athina (19) Schacher haben ein außergewöhnliches Hobby. In ihrer Freizeit legen sie in Diskotheken Musik auf und bringen so die Partygäste zum Tanzen. In ihrer Heimatstadt Nürnberg landeten sie vor einem Jahr ihren ganz großen Coup: Sie dürfen einmal im Monat in einem großen Club professionell auflegen. Doch wie kommt man als junges Mädchen dazu, neben dem Studium ein so außergewöhnliches Hobby zu haben?

Eigentlich studiert Pilar Design. Später einmal möchte sie als Modefotografin arbeiten. Ihre vier Jahre jüngere Schwester Athina studiert ebenfalls. Nämlich Betriebswirtschaftslehre. Das heißt, sie lernt, wie Betriebe ihre Entscheidungen treffen und wie sie sich verbessern können.

Zum Musik auflegen kamen die Mädchen eher per Zufall. Und obwohl es zu ihrem Hobby geworden ist, möchten sie sich nicht beruflich darauf festlegen. Auch wenn es mittlerweile sogar DJ-Akademien gibt, die einem genau das beibringen.

Was macht ein DJ ?

Die Bezeichnung DJ kommt aus dem Englischen und ist die Kurzform für Disc Jockey. Einen weiblichen DJ nennt man DJane. Ein DJ spielt einem Publikum auf Tonträgern gespeicherte Musik, in einer individuellen Art und Weise, vor. Pilar und Athina suchen also Musikstücke aus, kürzen sie und spielen sie nacheinender oder parallel ab. So kreieren sie selber neue Lieder und ihren ganz eigenen Musikstil.

Von Langspielplatten bis Technomusik

Die Geschichte der DJs steht parallel zur Erfindung der Langspielplatte (LP) 1948. Das sind die tellergroßen, schwarzen Riesen-CDs, die ihr vielleicht noch von euren Großeltern oder aus alten Filmen kennt. Denn jetzt konnten die Disc Jockeys mit Hilfe der LPs ihre eigene Musik kreieren. In den 70er und 80er Jahren entwickelte sich zusätzlich ein richtiger Disco-Hype. Als vor zwanzig Jahren Techno, also elektronische Musik, immer beliebter wurde, wurden auch DJs als Klangkünstler immer populärer.

Der erste Abend? Ein voller Erfolg!

Als DJanes zu Stars zu werden hatten Pilar und Athina natürlich nicht vor. Obwohl sie sich schon immer für die verschiedenen Musikrichtungen brennend interessierten. Alles begann, als eines Abends einem Freund von ihnen, der in einer Bar arbeitet, der DJ absagte. Die Mädchen sprangen spontan für ihn ein. Der Abend wurde ein voller Erfolg. So begannen sie in kleinen Kneipen und Bars für gute Musik zu sorgen. Doch das Auflegen war nicht so einfach wie gedacht.

Schräge Blicke und blöde Kommentare

Am Anfang hatten wir wirklich zu kämpfen. Alle waren überrascht und haben uns das Auflegen nicht zugetraut. Da blieben schräge Blicke und blöde Kommentare natürlich nicht aus. Wir mussten schnell merken, dass es als noch unbekannte DJanes sehr schwer ist, Stimmung aufzubauen und eine Party zum Laufen zu bringen. Aber mittlerweile haben wir uns unseren Respekt hart erkämpft. Die meisten Gäste finden es schön, auch mal weibliche DJs zu haben, erzählt Pilar stolz. Dann, vor über einem Jahr, bekamen sie das Angebot, in einem großen Nürnberger Club aufzulegen. Natürlich sagten sie sofort zu. Doch diese neue Aufgabe war auch gleichzeitig eine große Herausforderung für die Schwestern.

Eine neue Herausforderung

Um in einem renommierten Club, vor anspruchsvollem Publikum aufzulegen, braucht man natürlich auch die entsprechende Technik. Deshalb mussten wir uns neues Equipment kaufen. Das war sehr teuer. Und auch der Zeitaufwand stieg immens. Da fiel es uns anfangs schwer, die richtige Balance zwischen Studium und Hobby zu halten, erzählt Athina. Denn die Schwestern investieren sehr viel Mühe in ihre Veranstaltungen. Jedes Mal organisieren sie ein kleines Fotoshooting, um mit individuell gestalteten Postern und Flyern für ihren Event zu werben.

Das Studium hat Priorität

Für Pilar und Athina geht das Studium immer vor. Aber trotzdem haben sie ihre festen Veranstaltungen. Besonders während der Prüfungszeit müssen sie sich ihre Zeit gut einteilen. Ein Tag fällt nämlich immer weg, um sich auf ihre Veranstaltung vorzubereiten. Und Zeit, um sich hinterher auszuruhen haben die Mädchen dann nicht. Nachts stehen sie hinter dem Mischpult, um der feierwütigen Meute mit ihrer Musik einzuheizen. Konzentration, Ausdauer und Spaß müssen bis in die frühen Morgenstunden voll da sein. Am nächsten Tag müssen sich die Schwestern erst einmal von den Strapazen der Nacht erholen.

Besorgte Eltern

Da ist es nicht verwunderlich, dass ihre Eltern von ihrem neuem Hobby zunächst nicht begeistern waren. Am Anfang haben sie uns gar nicht ernst genommen. Doch mittlerweile sind sie schon ein klein wenig stolz auf uns. Nach wie vor machen sie sich aber Sorgen, dass wir unser Studium vernachlässigen könnten. Und gerade toll finden sie es auch nicht, dass wir öfter mal die Nächte durchmachen. Auch wenn wir uns dadurch ein kleines Zusatztaschengeld verdienen, sagt Pilar. Aber von elterlichen Zweifeln lassen sich die Schwestern nicht beirren. Sie wollen so lange als DJanes weitermachen, wie es ihnen Spaß macht. Und im Moment macht ihnen nichts mehr Spaß, als ihrem Publikum die Musik vorzuspielen, die sie mögen und ihnen so einen unvergesslichen Abend zu bereiten.

Hättet ihr's gewusst?

Übrigens kamen die Schwestern zu ihrem Künstlernamen Chesser Sisters, weil sie mit Nachnamen Schacher heißen. Und Schach heißt auf Englisch chess, sisters ist das englische Wort für Schwestern. Eine lustige Idee, oder?
Text: kaet 15.03.2011 // Bilder: Pilar Schacher.
 

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