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Der Erfinder der PLAYMOBIL-Figuren, Hans Beck ist gestorben!

Berühmte Personen

Der Erfinder der PLAYMOBIL-Figuren, Hans Beck ist gestorben!

Hans Beck starb am 30. Januar im Alter von 79 Jahren nach langer Krankheit am Bodensee, wo er seinen Ruhestand verlebte. Dem Erfinder war ein echter Coup gelungen: Er entwarf das erste PLAYMOBIL-Männchen. Hier ein paar Geschichten aus dem Leben des Erfinders und seiner berühmten Kreation:

Zum 30. Geburtstag der PLAYMOBIL-Figuren, im Jahr 2004, erstrahlte der goldene Ritter in besonderem Glanz: Er wurde mit 100 Milligramm echtem Gold verziert!

Wie alles begann

geobra Brandstätter ist die Firma, die die Marke PLAYMOBIL 1974 einführte. Das Fürther Unternehmen hatte früher Telefone, Spardosen und Kaufladenartikel hergestellt. Ein besonderer Erfolg wurde mit Hula-Hoop Reifen 1958 verzeichnet. Doch in den 70er Jahren lief das Geschäft nicht gut ein neues Produkt musste her.

"Papa Hans Beck"

Und so machte sich Hans Beck, der Leiter der Entwicklungsabteilung, an die Arbeit. Über 40 Jahre entwickelte der gebürtige Thüringer Spielzeuge für das Zirndorfer Unternehmen. Eigentlich war er gelernter Möbeltischler und passionierter Modellbauer. Nun sollte er etwas ganz Neues schaffen. Zunächst dachte die Firmenleitung an Autos, aber Hans Beck entwickelte ein "Spielzeug ohne feste Vorgabe. Es fordert die Fantasie der Kinder heraus". Und eines war dem Entwickler dabei sehr wichtig: diese neue Figurenart sollte ohne vordergründige Gewalt, ohne Horror und schnelle Trends auskommen eine Idee, die noch heute hinter den Männchen steckt.

Schöpfungsphase

Zwei Jahre lang zeichnete, entwarf, verwarf und verfeinerte der Designer seine Ideen, bis er schließlich das kleine Männchen mit den klaren Linien entwickelt hatte: Es bekam einen kugelrunden, drehbaren Kopf mit einem lächelnden Mund, Knopfaugen und bewegliche Arme und Beine, wurde 7,5 Zentimeter groß und aus buntem Kunststoff hergestellt. Als Requisiten gab es Hüte, Kopfschmuck, Helme und Werkzeuge, die genau in die Greifhände passten. Schon wurde aus derselben Figur ein Cowboy, ein Bauarbeiter, ein Polizist, ein Indianer oder eben ein Pirat.

Die harte Testphase

Hans Beck fertigte die ersten Figuren in Handarbeit an und gab die Modelle immer wieder Kindern zum Testen. Er beobachtete die Kinder beim Spielen und passte seine Entwürfe den Bedürfnissen der Kinder an. Seine neue, gleichzeitig aber einfache Spielidee war das Erfolgsrezept: Die Figuren verkörpern die Welt und Fantasie der Kinder alles war möglich und das Sortiment stets erweiterbar.

Männer Frauen Kinder

Vorgestellt wurden die ersten Modelle Bauarbeiter, Ritter und Indianer 1974 auf der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg. Zunächst gab es nur männliche Figuren. Aber weil die Kinder mit Playmobil auch den ganz normalen Alltag nachspielen wollen, brauchten sie natürlich auch Frauen und so kamen 1976 die ersten weiblichen Figuren dazu. Ihr Markenzeichen: eine weibliche Frisur, geschwungene Körperform und entsprechendes Zubehör wie Taschen oder Hüte. Die ersten Kinderfiguren ließen noch ein paar Jahre auf sich warten: ab 1981 gab es dann auch Jungen und Mädchen im Sortiment, auch Babies kamen dazu.

Komplette Überarbeitung

1986/87 wurden die Figuren nochmals überarbeitet. Dadurch ergaben sich neue, noch unbekannte Spielfiguren: bauchig oder schlank, mit Schuhen oder barfuss, mit Jacke für den Herren und langen Röcken für die Dame. Mit den unzähligen, winzigen Zubehörteilen wurden auch die Spielideen noch vielfältiger: Von Piraten über Ritter, Zirkusakrobaten und Expeditionsleitern, von Polizisten über Sportler, Cowboys, Indianer, Lokführer oder Banditen, von Ärzten oder Dinoforschern bis hin zu Zoodirektoren alles ist möglich.

Im Werk in Dietenhofen werden die Figuren hergestellt.

Siegeszug durch die Kinderzimmer

Mittlerweile gibt es über 2,2 Milliarden Figuren verteilt auf alle Kinderzimmer dieser Welt. Auf der Welt leben 6,7 Milliarden Menschen und fast jeder dritte Mensch hat also ein Playmobilmännchen zuhause. Vor allem Menschen zwischen drei und zehn Jahren spielen damit - es gibt aber auch genug Leute, die von PLAYMOBIL ihr Leben lang nicht mehr los kommen. Sie sammeln auch noch mit 30 oder 40 Jahren die Figuren. So behauptet der Norweger Erik Skaarup, er habe mehr als 5000 Männchen. Er selbst kommt aus dem Ort Kragero der hat nicht mal 5000 Einwohner!

Hans Beck selbst leitete die Entwicklungsabteilung bis 1998. Es fiel ihm nicht leicht, seine "Babys" in andere Hände zu geben. Doch auch nach dem Ausscheiden des Erfinders, ist das Unternehmen dem Leitsatz von Beck treu geblieben und so gibt es noch immer keinen Horror und keine kurzfristigen Trends, sondern spannende Spielewelten zu bespielen.
-ab-03.02.09 / Text / Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Playmobil

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