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Das Finale: Italien - Frankreich

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Das Finale: Italien - Frankreich

Die beiden Teams stehen ganz sicher nicht unverdient im Endspiel, denn sie steigerten sich von Spiel zu Spiel und wussten auf jeden Gegner die passende Antwort. Nun machen sie das WM-Endspiel zu einer europäischen Angelegenheit und man darf gespannt sein, welches Team als Sieger vom Platz geht.



Das Endspiel: Italien - Frankreich

In Italien herrscht eine ungeheuere Jubelstimmung. Während in der eigenen italienischen Liga gerade der wohl größte Wett- und Bestechungsskandal des Fußballs aufgedeckt wird, erreicht die italienische Nationalmannschaft das Finale. So könnte es sein, dass einige italienische Spieler bald Weltmeister aber ohne Verein dastehen, denn einigen Vereinen wie Juventus Turin oder dem AS Rom droht der Lizenzentzug und damit das Aus aus der ersten italienischen Liga. Vielleicht gerade wegen dieser deprimierenden Meldungen haben sich die italienischen Spieler unter ihrem Trainer Marcello Lippi zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengerauft.

Zwar überzeugten die Italiener nicht immer mit atemberaubenden Spiel nach vorne, aber sie bestachen auf jeden Fall immer durch eine hundertprozentig stehende Abwehr. Kein Zufall also, dass gleich zwei italienische Abwehrspieler, nämlich Fabio Cannacaro und Gianluca Zambrotta auch als beste Spieler des Turniers nominiert sind. Genauso wie wohl der beste Torhüter des Turniers ebenfalls ein Italiener sein könnte: Gianluigi Buffon.

Aus dieser sicheren Abwehr heraus ging es in blitzschnellen Kontern und mit ihren schnellen Stürmern nach vorn, vor das gegnerische Tor. Auch wenn die Italiener vielleicht bei ihrem Achtelfinalspiel gegen Australien mit dem umstrittenen und entscheidenden Elfmeter zum 1:0 in der Nachspielzeit Glück hatten, gegen die Ukraine siegten sie souverän mit 3:0. Gegen Deutschland überraschten sie mit sehr viel Offensivspiel, waren technisch und spielerisch den Deutschen einen Tick überlegen und erspielten sich gerade in der Nachspielzeit richtig gute Chancen.

Im Finale wird sicher Allessandro Nesta fehlen, der wegen Leisten- und Oberschenkelproblemen nur zuschauen kann. Auch die Franzosen müssen auf einen Spieler verzichten: Stürmer Louis Saha darf wegen einer Gelbsperre das Finale nicht mitbestreiten - ihm geht es also wie Michael Ballack vor vier Jahren.

Einer, für den das Finale im doppelten Sinn ein Finale ist, ist der französische Kapitän Zinedine Zidane. Für ihn ist dieses Spiel nicht nur das Ende der WM, sondern auch der krönende Abschluss seiner außergewöhnlichen Karriere. Ein Abschluss, den ihm kaum einer mehr zugetraut hätte. Die Mannschaft und der Kapitän seinen zu alt, hieß es vor der Weltmeisterschaft. Doch Zizou, wie ihn die Fans nennen, nutzt diese WM als Abschiedsgala.

Seine Sondervorstellung gab Zidane gegen Brasilien, als er die Südamerikaner mit Leichtigkeit austanzte und die Franzosen zum 1:0 gegen den noch amtierenden Weltmeister führte. Im Halbfinale gegen Portugal glänzte der Mittelfeldstar dagegen mit Kampfgeist und Einsatz. Hier war nicht das Dribbeln und Ausspielen gefragt, sondern der Mut und die Entschlossenheit in die Zweikämpfe zu gehen. Den Elfmeter zum entscheidenden 1:0 in der 1. Halbzeit verwandelte er sicher.

Und Zidane, der ebenfalls als bester Spieler des Turniers nominiert ist, kann sich ebenfalls auf eine starke Abwehr berufen. Willy Sagnol, William Gallas und Lilian Thuram spielen eine hervorragende WM. Gerade Lilian Thuram, Spieler des Tages im Halbfinale, besticht durch seine Sicherheit im Strafraum, eine Sicherheit, die er gegen die spritzigen italienischen Stürmer sicher brauchen wird. Doch auch die Franzosen haben mit Thierry Henry einen blitzschnellen Stürmer, der auf seine Chancen lauert.

Es gibt, so stand in einer französischen Zeitung zu lesen, bei den Franzosen nur zwei Schwachpunkte: den Trainer Raymond Domenech und den Torhüter Fabien Barthez. Gegen Italien wird sich Barthez keine Fehler, Bogenlampen, krummen Abschläge, Luftlöcher oder ein Danebenfliegen erlauben dürfen, denn das würde sicherlich bestraft werden.

Wer hat wohl die besseren Nerven? Wer ist abgebrüht genug? Wer macht aus wahrscheinlich wenigen Chancen - dank zweier guter Abwehrreihen - das entscheidende oder die entscheidenden Tore? wer ist euer Favorit?

Sonntagnacht wissen wir mehr!

-ab- 07.07.2006 Text / Fotos: wasistwas.de; adidas; Puma;

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