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Clara Josephine Schumann

Berühmte Personen

Clara Josephine Schumann

Heute vor 190 Jahren, am 13. September 1819, ist die deutsche Pianistin und Komponistin Clara Josephine Schumann in Leipzig unter dem Familiennamen Wieck geboren. Zu Lebzeiten wurde sie europaweit als Pianistin gefeiert. Mehr über das Leben von Clara Josephine Schumann erfahrt ihr hier:

Das Wunderkind Clara Schumann

Der Vater von Clara Schumann war Friedrich Wieck. Er unterrichtete seine Tochter am Klavier.

Claras Mutter, Marianne Tromlitz, war Sängerin und Pianistin und ihr Vater, Friedrich Wieck, war ausgebildeter Theologe mit einer großen Leidenschaft für die Musik. Wieck unterrichtete seine Tochter bereits mit 5 Jahren am Klavier und entdeckte so sehr früh ihr musikalisches Talent. Mit einer strengen und autoritären Erziehung verfolgte er das Ziel Clara als Wunderkind am Klavier bekannt zu machen.

Er selbst unterrichtete Clara am Klavier. Auch wenn die allgemeine Schulbildung von Clara unter der Musikbildung litt und die pädagogischen Maßnahmen ihres Vaters keineswegs kindgerecht waren, konnte Wieck damit Erfolge feiern. Er kontrollierte und beeinflusste das Leben des jungen Mädchens und erntete auf den Konzerten seiner Tochter dafür Applause.


Clara Schumann im Alter von 15 Jahren.



Clara wurde bereits in jungen Jahren als Pianistin bekannt. Ihren ersten Auftritt hatte sie im Jahre 1829. Damals war sie gerade einmal zehn Jahre alt. Sie spielte in zahlreichen Städten und im nahen Ausland. Mit circa elf Jahren veröffentlichte sie ihre erste Komposition, die Quatre Polonaises op. 1. Mit 18 Jahren wurde sie zur Kaiserlich-Königlichen-Kammervirtuosin in Wien ernannt. Eine Virtuosin ist eine Person, die eine bestimmte Sache mit Hilfe einer bestimmten Technik bis hin zur Perfektion beherrscht. In diesem Fall war es Clara, die das Klavierspiel perfektionierte.

Die erste Liebe: Clara und Robert Schumann

Schon als junges Mädchen lernte Clara Robert Schumann kennen. Robert Schumann nahm im Alter von 20 Jahren Unterricht bei ihrem Vater Friedrich Wieck. Die damals elfjährige Clara war begeistert von Robert Schumann. Im Alter von 16 Jahren kamen sich die beiden schließlich näher. Wieck war jedoch wenig begeistert von dieser Liebelei. Er verplante Clara mit Konzerttouren und ließ sie nicht aus den Augen. So wollte er sie von Robert Schumann fernhalten.


Clara Schumann und ihr Mann Robert Schumann.

Doch Robert Schumann und Clara kämpften für ihr Glück. Am 12. September 1840 heirateten Clara und Robert Schumann schließlich gegen den Willen von Claras Vater. Erst drei Jahre später versöhnte sich Wieck wieder mit den beiden Liebenden.

Während Robert Schumann, der wegen einer Lähmung an der rechten Hand nicht mehr Klavier spielen konnte, komponierte, übte Clara ihr Klavierspiel. Doch Robert Schumann versuchte Einfluss auf das musikalische Schaffen von Clara zu nehmen. Er wünschte keine weiteren Konzerttouren durch Europa mehr und forderte von ihr ernsthaftere Kompositionen. Eine musikalische Einheit war sein Ziel und 1841 veröffentlichte das Paar schließlich einen gemeinsamen Liederzyklus. Doch Clara setzte sich durch und ging wieder auf Konzerttourneen. So machte sie auch die Kompositionen ihres Mannes bekannt. Doch da Clara bei ihren Konzerten immer im Mittelpunkt stand, konnte sich Robert Schumann nicht richtig über die Erfolge seiner Frau freuen.

1850 zog die Familie Schumann nach Düsseldorf, wo Robert Schumann ein Angebot als Städtischer Musikdirektor bekommen hatte. Clara assistierte an der Seite ihres Mannes und gab weiterhin Konzerte. Doch in Düsseldorf hatte das Ehepaar wenig Glück. Die Musiker brachten nicht den gewünschten Erfolg, Clara erlitt eine Fehlgeburt und Robert Schumann erkrankte an einer Syphilis mit schweren Folgen. Er halluzinierte, hörte Geräusche und ganze Musikstücke, die ihm keinen Schlaf gönnten. 1854 wollte sich der geistig verwirrte Robert Schumann mit einem Sprung in den Rhein das Leben nehmen, doch er wurde gerettet und in eine Nervenheilanstalt eingeliefert. Die damals schwangere Clara zog mit ihren sieben Kindern zu einer Freundin. Obwohl Clara immer wieder darum bat ihren Mann zu besuchen, hielten sie die Ärzte davon ab. Sie sahen in Robert Schumann eine Gefahr für Clara und die Familie. Erst zwei Tage vor seinem Tod am 29. Juli 1856 besuchte Clara ihren Ehemann in der Nervenheilanstalt.

Clara Schumann und Johannes Brahms


Der junge Johannes Brahms verehrte Clara Schumann.



Im Jahre 1853 traf Clara erstmals auf Johannes Brahms, damals noch in Begleitung ihres Mannes, der Brahms Erfolg förderte. Ob es mehr als nur Freundschaft zwischen dem jungen Brahms und Clara war, kann nicht belegt werden. Sicher ist nur, dass Brahms in Clara verliebt war und sogar für eine Weile in der Düsseldorfer Wohnung mit ihr lebte. Obwohl sie vereinbart hatten ihren Briefwechsel komplett zu vernichten, hielt sich Clara nicht ganz an die Abmachung. Deshalb kann auch nur eine Schwärmerei seitens Brahms aus dessen Briefen an Clara nachgewiesen werden. Clara wollte allein als Liebende von Robert Schumann in die Geschichte eingehen, und natürlich als Musikerin.

Clara Schuhmanns Musik beeinflusst von Vater und Ehemann

Als Clara noch unter dem Einfluss ihres Vaters Konzerte gab, spielte sie zum Beispiel Stücke von Friedrich Kalkbrenner, Camille Pleyel, Ignaz Moscheles und Henri Herz. Als der väterliche Einfluss nachließ, widmete sie ihre Konzerte vor allem Ludwig van Beethoven, Johann Sebastian Bach und Robert Schumann.

Robert Schumann forderte von Clara mehr zu komponieren und dabei weniger romantisch zu sein. Sie sollte bei ihren Kompositionen ernster werden, um mit ihm eine musikalische Einheit zu bilden. Da sich Clara lieber auf der Konzertbühne befand und hauptsächlich ihrem Mann zu Liebe komponierte, ist es gut nachvollziehbar warum sie das Komponieren nach dessen Tod komplett aufgegeben hat.

1863 zog Clara nach Baden-Baden. Sie gab Konzerte in Deutschland und Europa und wirkte zudem als Herausgeberin von Robert Schumanns Werken. 1878 wurde sie zur Ersten Klavierlehrerin des Dr. Hoch's Konservatoriums in Frankfurt am Main berufen. Im Alter von 71 Jahren gab Clara 1891 ihr letztes Konzert.

Bis zu ihrem Tod am 20. Mai 1896 war sie eine überall gefeierte Pianistin. Nach ihrem Tod wurde sie auf Wunsch neben ihrem Mann Robert Schumann bestattet.


Clara Schumanns Porträt von Andreas Staub.




Clara Schumann hatte Talent und bewies ihr Können in einer von Männern dominierenden Welt. Sie war eine gefeierte Pianistin und erfolgreiche Klaviervirtuosin. Wer die alten DM-Scheine noch kennt, der weiß, dass der 100-DM-Schein Clara Schumann gewidmet war. Jahrelang zierte ihr Porträt von Andreas Staub diesen Geldschein. Und auch innerhalb der Briefmarkenserie Frauen der deutschen Geschichte erschien ihr Porträt, und zwar auf der 80-Pfennig-Marke.



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Text: Christine Spindler, 04.08.2009, Bilder: Friedrich Wieck wikipedia/pd, Clara Schumann mit 15 Jahren wikipedia/pd, Clara und Robert Schumann wikipedia/pd, Johannes Brahms wikipedia/pd, Clara Schumanns Porträt von Andreas Staub wikipedia/pd

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