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Brasilien

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Brasilien

Der Weltmeister Brasilien von 2002 bot eine Mannschaft der Superstars auf. Nicht nur deshalb gilt die Seleção als haushoher Titelfavorit. Das Land hat noch nie bei einer Endrunde gefehlt und ist mit fünf WM-Titeln Rekordweltmeister.

Samba Sonne Strand Sport Klischees gibt es genug, wenn über den Top-Favoriten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gesprochen wurde. Dass die Liebe der Brasilianer zum Fußball kein Klischee ist, haben sie oft genug bewiesen. Sie sind Erster der Weltrangliste, und haben ihre Fußball-Superstars über den ganzen Planeten verstreut nicht nur in Europa, sondern vor allem auch in Asien.
Fußball ist Teil des brasilianischen Lebensgefühls: 7 Millionen Brasilianer sind aktive Fußballspieler, das entspricht etwa vier Prozent der Bevölkerung. Bereits 1914 wurde der Fußballverband des Landes gegründet, 1923 trat er der FIFA bei.

Das Land

Brasilien bedeckt mit 8,5 Millionen Quadratkilometer fast die Hälfte von Südamerika. Das Land ist 24mal größer als Deutschland, hat aber nur etwas mehr als doppelt so viele Einwohner (ca. 180 Millionen Deutschland 82 Millionen). In der mit 20 Millionen Einwohnern größten südamerikanischen Stadt Sao Paulo könnte man ein Viertel der deutschen Bevölkerung unterbringen.

Talentschmiede

Für die Straßenkinder ist der Fußball oft die einzige Möglichkeit, der Armut zu entkommen. In den Favelas (Armenvierteln) und an den Stränden wird das Ballspiel mit erstaunlicher Freude und Leichtigkeit ausgeübt.
Die zahlreichen Fußballschulen des Landes genießen international den besten Ruf. Das zeigt sich auch daran, dass 5000 Brasilianer, die dort ausgebildet wurden, im Ausland spielen. Selbst in Ländern wie Indonesien, Malaysia oder Vietnam verdienen sie mehr als in der heimischen Profiliga. Fußballer sind zu einem der wichtigsten Exportartikel des Landes geworden, von Menschenhandel will dabei keiner reden, obwohl die Grenzen fließend sind. Immerhin kassieren die brasilianischen Vereine rund 500 Millionen US-Dollar an Ablösesummen und das jedes Jahr.

WM-Teilnahmen

Traditionell in Gelb-Blau-Grün dominieren die Brasilianer das Fußballgeschehen schon seit Ewigkeiten. Fünf WM-Titel konnte Brasilien gewinnen: 1958, 1962, 1970, 1994 und 2002. So oft ist keine andere Nation Weltmeister geworden. Als einziges Land hat die Seleção nie bei einer Endrunde gefehlt. Seleçao ist das portugiesische Wort für "Auswahl.

In der Qualifikation für die WM-Teilnahme 2006 erzielten die Brasilianer in 18 Spielen 35 Treffer.

Zum direkten Vergleich der brasilianischen und der deutschen Nationalmannschaft kam es seit 1963 bis zur WM 2006 insgesamt 20 mal. Dabei konnte die brasilianische Auswahl in 12 Spielen siegreich vom Platz gehen. 3 mal gewann Deutschland. 5 Begegnungen endeten unentschieden.

Bei der WM 2006 ist die Mannschaft vieles schuldig geblieben. Sie scheiterte im Viertelfinale an Frankreich und schied aus dem Turnier aus.

Der Trainer

Carlos Alberto Perreira ist es gelungen, die Freude am Spiel mehr in den Vordergrund zu rücken. Der 63jährige war selbst nie Fußballprofi, aber er war zum fünften Mal bei einer WM als verantwortlicher Trainer dabei:
1982 debütierte er mit dem Nationalteam Kuwaits, 1990 trainierte er die Vereinigten Arabischen Emirate und 1994 führte er Brasilien nach 24 Jahren wieder zum WM-Titel.
Trotzdem gab es hinterher sportliche Differenzen, und 1998 begleitete er das Team aus Saudi-Arabien zur WM.
Inzwischen hat die Seleção eingesehen, dass Perreira mit seinem eher defensiven Fußball richtig liegt und hat ihn zurückgeholt.

Quintett der Superstars

Adriano, Kaká, Ronaldinho und Ronaldo haben bei der WM-Qualifikation 25 der erzielten 35 Tore geschossen, dazu kommt noch Robinho jeder ist in seinem Verein ein millionenschwerer Superstar. Bei der WM liefen sie nicht alle gemeinsam auf, denn der Trainer ließ kaum offensiv spielen. Man merkte, dass viele der Spieler nach einer anstrengenden Saison ausgepowert waren.

So auch Ronaldinho, der aktuelle Weltfußballer. Ronaldinho (26) wollte es seinem großen Vorbild Pelé gleichtun und dreimal Weltmeister werden. Einmal hat er es schon geschafft, 2002, als Brasilien Deutschland schlug, von zwei weiteren Titeln träumt er - auch nach der WM 2006. In der Champions League erzielte er insgesamt elf Tore, dabei bewies er, dass er ein Meister der Distanz ist: Keinen Treffer schoß er aus weniger als neun Metern Entfernung. Doch von seinem Können ließ er bei der WM kaum etwas aufblitzen.

Ronaldo (30) war bereits zweimal Weltmeister und dreimal Weltfußballer des Jahres. In drei verschiedenen Ligen Europas hat er über 200 Tore geschossen. Der Abdruck seiner Füße ist im berühmten Maracana-Stadion in Rio de Janeiro verewigt, zusammen mit Pelé, Romário und Zico.

Bei seiner vierten WM gelang es Ronaldo bester WM-Torschütze aller Zeiten zu werden. Vor derm WM 2006 lag er mit zwölf Treffern gemeinsam mit Pelé auf  Platz 3.  Vor ihm lagen nur noch Just Fontaine (13 Treffer) und Gerd Müller (14). Dank dreier Tore in der Gruppenphase hält er nun den alleinigen Rekord mit 15 Treffern!

Roland Rosenbauer, 29. 5. 2006 /aktualisiert 22.09.2006
Foto: Confederação Brasileira De Futebol

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