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Beethoven und das Blei

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Beethoven und das Blei

Am 17.12.1770 wurde der Komponist Ludwig van Beethoven geboren. Forscher haben herausgefunden, dass der später taube Komponist an einer Bleivergiftung litt.

Ludwig van Beethoven wurde in eine Bonner Musikerfamilie hineingeboren, deren Vorfahren aus dem heutigen Belgien kamen. Die Familie war nicht adlig, wie man wegen des "van" glauben könnte. Der Name bedeutet übersetzt einfach "von den Rübenhöfen".

Das Geburtshaus Beethovens in Bonn.

Ein zweiter Mozart?

Der Vater Beethovens wollte seinen Sohn zu einem Wunderkind wie Mozart machen und gab ihm zunächst selbst Klavierunterricht. Er war ein strenger Lehrer und der junge Ludwig musste oft in der Nacht üben. Deshalb war er in der Schule oft müde und hatte Schwierigkeiten.

Schließlich wurde die musikalische Ausbildung Beethovens in die Hände professioneller Musiker gelegt. Mit 14 Jahren schließlich erhielt er eine Anstellung als Hoforganist in Bonn. 1787 reiste Beethoven nach Wien, weil er bei Mozart studieren wollte. Der war aber mit Arbeiten an Stücken zu sehr beschäftigt. Weil auch Beethovens Mutter schwer erkrankte, reiste dieser nach zwei Wochen wieder ab.

Neue Heimat Wien

Einige Jahre später reiste Beethoven erneut nach Wien und ließ sich dort nieder. 1795 schließlich präsentierte er sich der Öffentlichkeit als virtuoser Pianist. Aber langsam machten sich Veränderungen an Beethoven bemerkbar. Immer wieder plagten ihn starke Bauch- und Magenschmerzen. Auch litt er, und seine Umgebung mit ihm, unter ausgeprägten Stimmungsschwankungen. Aber die meisten Sorgen bereiteten ihm als Musiker die Probleme mit seinem Gehör.

Ein tauber Komponist

Die Beschwerden besserten sich nicht, im Gegenteil. Zu der ständigen Gereiztheit und den körperlichen Beschwerden kamen auch noch private Schicksalsschläge hinzu. Unerwiderte Liebe und Selbstmordversuche im engsten Familienkreis machten Beethoven das Leben schwer. Mit 30 verschlechterte sich sein Gehör immer drastischer. Er ließ sich sogar sein Klavier pro Taste mit vier statt nur einer Saite bespannen, um überhaupt noch etwas zu hören.

Schließlich bat er seine Brüder, nach seinem Tod die Ursache für seine Krankheit herauszufinden. Beethoven starb schließlich 1827 mit 56 Jahren. Bei einer Obduktion, also der Untersuchung des Toten, konnte man damals keinen Hinweis auf seine Krankheit finden.

Moderne Techik löst das Rätsel

Unmittelbar nach seinem Tod hatte man Beethoven allerdings auch eine Haarlocke abgeschnitten. 2005 veröffentlichte man nun die Ergebnisse einer mit modernsten Methoden durchgeführten Untersuchung dieser Haarlocke.

Die Wissenschaftler fanden darin extrem hohe Bleikonzentrationen. Er hatte hundert Mal mehr davon im Blut, als die Menschen heutzutage. Eine Bleivergiftung über einen längeren Zeitraum führt zu Nierenschäden, Depression, sinkendem IQ und anderen Beschwerden, die sich mit den Leiden Beethovens decken.

Bleizucker - tödlicher Genuss

Die Wissenschaftler haben verschiedene Theorien darüber, wie das Blei in Beethovens Körper gelangt sein könnte. Zum einen hat Beethoven seit seiner Jugend in Kurorten das Wasser heißer Quellen getrunken. Das Blei könnte aus diesen Quellen stammen.

Außerdem nutzte man zur damaligen Zeit auch giftigen Bleizucker, um Wein zu süßen. Auch daher könnte die hohe Konzentration von Blei in Beethovens Körper stammen. Eine andere Möglichkeit wäre noch die öffentliche Trinkwasserversorgung. Denn früher waren die Rohre alle aus Blei gefertigt. Mit den neuen Ergebnissen wurde die These widerlegt, dass Beethoven an der Syphillis, einer Geschlechtskrankheit, gelitten hat.

Text: -jj- 14.12.2005 // Bilder: Geburtshaus: Hans Weingartz/GFDL; Gemälde Joseph Karl Stieler, 1820, PD; Statue: GFDL/Wikipedia

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