Archiv

In unserem Archiv findest du die beliebtesten Texte und Kinderfragen aus 15 Jahren wasistwas.de. Klick rein in deine Lieblingsthemen!

Auftakt der Salzburger Festspiele

Berühmte Personen

Auftakt der Salzburger Festspiele

Die Salzburger Festspiel - Tradition wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Wie immer beginnt das Ganze mit der Aufführung des Stückes "Jedermann" auf dem Domplatz. Das Publikum wird in eine längst vergangene Zeit "entführt" in der das Theaterspiel als Lehrmittel für die Moral gebraucht wurde. Danach haben die Veranstalter ein großes Programm, meist klassischer Konzerte und Schauspiele für die Besucher zusammengestellt.


Das Stück "Jedermann"

Warum "Jedermann"? Das Schicksal der Hauptperson kann auf jeden beliebigen Menschen zutreffen. Der Titel steht damit symbolisch für die gesamte Menschheit. "Jedermann" erzählt vom Leben eines herrschsüchtigen und kaltherzigen Mannes, den nichts mehr interessiert als sein eigener Reichtum und ein bequemes Leben. Während er ein großes Fest gibt, tritt der Tod auf und verkündet Jedermann sein Ende. Doch der hat Angst und will nicht allein vor Gott treten. Aber niemand will Jedermann begleiten. So langsam erkennt Jedermann die Fehler, die er sein Leben lang begangen hat. Als er beginnt zu bereuen, stellen sich die "Guten Werke" und der "Glaube" ein, um ihm auf seiner letzten Reise zu folgen. Beide sind sehr schwach, denn "Jedermann" hat sie während seines Lebens verkümmern lassen. Schließlich erhebt der Teufel Anspruch auf Jedermanns Seele - doch der Glaube rettet ihn. Sein Leben lang glaubte er nicht an Gottes Wort, aber nun begreift er, was er getan hat und bereut seine Sünden - und Gott verzeiht ihm am Ende.

Der Domplatz als Kulisse

Aufgeführt wird das Ganze traditionell auf dem Domplatz, da nach Hofmannsthal dies ein für sich selbst sprechender Ort sei. Da dieses Stück nach mittelalterlichem Vorbild geschrieben wurde, eignet sich diese Kulisse besonders. Hier trifft sozusagen die Vergangenheit die Gegenwart, Kirche und Friedhof lassen ein mittelalterliches Bild entstehen, in welches das Publikum und die Schauspieler eintauchen.


Die Festspiele 2005

Trotz einiger Schwierigkeiten - so hatten sie zu Beginn der Festspieltradition noch nicht einmal ein Aufführungsgebäude - haben sich die Spiele bis heute erhalten. Für Kinder gibt es in dem großen Programm leider nur wenige Veranstaltungen, wie zum Beispiel eine "Volkstanz-Werkstatt". Insgesamt jedoch besteht das Angebot an 38 Spieltagen aus 183 Veranstaltungen im Bereich von Kultur und Kunst an verschiedenen Aufführungsorten.

In den vergangenen 85 Jahren wurden nur kaum neue Stücke gezeigt, denn der Großteil des Programms besteht seit je her aus der Aufführung klassischer Theaterstücke und Konzerte. Die Eröffnungspremiere findet wie schon 1920 in der Felsenreitschule statt. Anschließend folgen Aufführungen im Musik- und Tanztheater, Konzerte und Vorstellungen im Schauspiel. Die bekanntesten Komponisten, deren Werke aufgeführt werden, sind unter anderen Mozart und Richard Strauss.

Seit wann gibt es die Festspiele und wer hat sie gegründet?

Seit dem 22.August 1920 werden die Salzburger Festspiele jährlich veranstaltet. Gegründet wurden sie nach dem ersten Weltkrieg von dem Komponisten Richard Strauss, dem Regisseur Max Reinhardt, dem Dichter Hugo von Hofmannsthal, dem Dirigent und Wiener Hofoperndirektor Franz Schalk und dem Bühnenbildner Alfred Roller.

Schon damals wurde Hugo von Hofmannsthals Jedermann, unter der Regie von Max Reinhardt aufgeführt, was sich zu einer Tradition bei den Spielen entwickelte. Lediglich während der Zeit des dritten Reiches wurde "Jedermann" aus dem Programm genommen, da die "deutsche Kunst" fortan die Bühne beherrschen sollte.

Geschrieben von unseren Schülerpraktikantinnen Katharina und Sabina aus dem Melanchthon-Gymnasium Nürnberg, 9. Klasse.

19.07.2005 / Fotos: Salzburger Festspiele

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt