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Albert Uderzo Autor und Zeichner von Asterix

Berühmte Personen

Albert Uderzo Autor und Zeichner von Asterix

Als Kind war Albert Uderzo fasziniert von Clowns und träumte davon, für Walt Disney zeichnen zu dürfen. Doch statt sich an Mickey Mouse und Co. anzuhängen, erfand er zusammen mit seinem Freund René Goscinny ein ganz neues Comic-Universum. Das gallische Dorf rund um Asterix und Obelix.

Das Zeichentalent war Uderzo anscheinend in die Wiege gelegt. Er besuchte nie eine Kunstakademie. Er brachte sich alles selbst bei.

Naturtalent

Dabei ist Uderzo farbenblind. Das entdeckten seine Eltern als er sechs Jahre alt war. Schon damals zeichnete er fast druckreif, allerdings malte er Wiesen und Wald mit dem Rotstift. Aber dieses kleine Hindernis konnte ihn nicht stoppen, der Grünstift wurde ganz einfach markiert.

Erste Erfolge feierte Uderzo bereits mit 18 Jahren, als er seinen ersten eigenen Comic Strip zeichnete. Dabei beeinflussten ihn ganz besonders die amerikanischen Superhelden.

Teamwork

1951 schlägt seine große Stunde. Er lernt René Goscinny kennen. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und entwickeln zusammen die amüsanten Comics namens Umpah-Pah. Zwischen den beiden Künstlern entseht eine lebenslange, tiefe Freundschaft.

Asterix - der Beginn einer Kultfigur

Ein paar Jahre später entschließen sich die zwei eine eigene Zeitschrift herauszugeben. Sie heißt Pilote. Dort präsentieren sie 1959 zum ersten Mal den pfiffigen Gallier Asterix und seine Freunde. Die Abenteuer kommen so gut an, dass ab 1961 auch längere Geschichten in Form von Comic-Alben erscheinen. Das Asterixfeuer ist entfacht, wenige Jahre später kocht die Begeisterung in ganz Europa über.

Asterix und Obelix sind so richtig nach dem Geschmack der Leser weit über die Grenzen Frankreichs hinaus. In den siebziger Jahren waren die gallischen Abenteuer echter Kult. Diesen Comic musste man einfach haben. Es gehörte zum Lifestyle, daraus Sprüche zitieren zu können. Die Auflagenzahlen bei den Neuerscheinungen lagen inzwischen über der Millionengrenze.

Gewitzte Gallier

Die allgemeine Begeisterung wird oft damit erklärt, dass die lustigen, eigenwilligen und unbesiegbaren Bewohner des gallischen Dorfes den erfolgreichen Widerstand gegen eine Großmacht darstellen und Millionen Menschen fühlen sich mit ihnen solidarisch.

Außerdem sind die Asterix-Comics intelligent und witzig, sowohl im Bild als auch im Text. Sie werden sogar im Fremdsprachenunterricht eingesetzt

Neue Abenteuer - auch ohne Goscinny

Auf dem Höhepunkt der Asterix-Euphorie schlägt das Schicksal grausam zu. René Goscinny stirbt überraschend. Albert Uderzo trägt nun alleine die Verantwortung für Texte und Zeichnungen der Asterix-Abenteuer.

Neue Autoren will er nicht einstellen, um die Charaktere so zu erhalten, wie sie sind. Schwierig ist es allerdings, jedes Mal neue Ideen für die Handlung der Abenteuer zu finden. Uderzo gründet einen eigenen Verlag und macht sich an die Arbeit. Jetzt dauert es viel länger bis neue Abenteuer an den Kiosk kommen.

Neun eigene Bände

Uderzo textet und zeichnet von der ersten Skizze bis zur fertigen Reinzeichnung alles selbst. Dass ers kann, hat er bewiesen. Auch wenn die neuen Geschichten nicht mehr ganz an die gemeinsamen Comics heranreichen.  Trotzdem hat Uderzo inzwischen 9 eigene Asterix-Bände veröffentlicht.

Das 33. Abenteuer und damit der bisher letzte Band ist 2005 erschienen. Mit Gallien in Gefahr nimmt Uderzo erstmals zu weltpolitischen Themen Stellung. Er kritisiert darin George Bushs Irakkrieg. Daneben kämpft er auch auf einem Comic-internen Kampf gegen Mangas, die er als außerirdische "Nagmas" auftreten lässt.

Asterix-Filme und Auszeichnungen

Acht Zeichentrick- und zwei Spielfilme gibt es bisher über die Abenteuer des kleinen Galliers. 2006 kam "Asterix und die Wikinger" in die Kinos und für 2008 ist der Spielfilm "Asterix bei den Olympischen Spielen" geplant.
Neben vielen anderen Preisen erhielt Uderzo 1989 den hoch angesehenen französischen Orden "Ritter der Ehrenlegion Frankreichs". 2004 wurde Uderzo auf dem Erlanger Comicsalon mit dem Max und Moritz-Preis, gewissermaßen dem deutschen Comic-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Und wie geht's weiter?

An Ruhestand denkt Uderzo auch mit 80 Jahren keineswegs. Er schreibt derzeit an seinen Memoiren (Lebenserinnerungen) und plant bereits den nächsten Asterix-Band.

Auch seine Bewunderer und Kollegen aus der Comic-Branche waren nicht faul und haben für einen Geburtstagsband eigene Asterix-Variationen gezeichnet. In Deutschland erscheint "Asterix und seine Freunde - eine Hommage an Albert Uderzo" im Oktober 2007.

Und was seine Geburtstagsgeschenke anbetrifft, hat Uderzo nur einen Wunsch: Bitte kein Wildschwein! Denn im Gegensatz zu seine gezeichneten Helden bevorzugt er andere Speisen.

So schließen auch wir uns dem bunten Reigen der Gratulanten an und wünschen: Alles Gute zum Geburtstag, Albert Uderzo!

Mehr über Uderzo und Asterix erfahrt ihr hier: http://www.asterix.de/

nic - sw / 09.06.2004, aktualisiert: lm / 23.04.2007 - Bilder: mit freundlicher Genehmigung des EHAPA Verlages, Foto Uderzo: wikipedia, Christian Koehn.

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