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Adolf Dassler Vom Schuster zum Weltkonzern

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Adolf Dassler: Vom Schuster zum Weltkonzern

Die Marke Adidas gehört zu den größten Sportartikelherstellern der Welt. Doch auch dieser Weltkonzern begann klein, nämlich als Schusterbetrieb. Der Gründer heißt Adolf Dassler. Er wurde am 3. November 1900 geboren.


Wie alles begann

Adolf Dassler wurde am 3. November 1900 in Herzogenaurach in Bayern geboren. Sein Vater war Fabrikarbeiter und hatte sich auf die Herstellung von Pantoffeln spezialisiert. Nachdem er die Schule abgeschlossen hatte, machte Adolf Dassler zunächst eine Bäckerlehre, kam jedoch nicht mehr dazu, den Beruf auszuüben. Er wurde eingezogen, um für Deutschland im Ersten Weltkrieg zu kämpfen.

Als Adolf Dassler schließlich heimkehrte, begann er, Turnschuhe aus Leinen herzustellen. Da er nun großes Interesse am Schusterhandwerk zeigte, gründete er 1920 im Anwesen seiner Eltern - genauer gesagt in der ehemaligen Waschküche seiner Mutter - einen eigen Betrieb. Es wurden nun Schuhe speziell für Sportler produziert.

Jesse Owens gewann in Dasslers Schuhe vier Mal Gold bei Olympia 1936.



Schuhe für die Elite


Seit 1924 war auch Adolfs Bruder Rudolf mit im Familienbetrieb in Herzogenaurach. Von der Schmiedewerkstatt Gebrüder Zehlein bekamen die Gebrüder Dassler Spikes und Eisenstollen aus Handarbeit geliefert, mit denen sie ihre Schuhe bestückten. 1925 kamen die ersten Fußballschuhe mit Stollen und Sprintschuhe mit Spikes heraus, mit denen man besseren Halt hatte.


Schon bald wurde die Qualität der Dasslers von den besten Sportlern ihrer Zeit geschätzt. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin verwendeten schon viele Athleten Schuhmodelle der Dasslers. So auch der US-Amerikaner Jesse Owens, der im Weitsprung, über 100 und 200 Meter und in der Staffel Gold gewann und damit der erfolgreichste Athlet der Spiele war.


Der Beginn des Familienstreits


Die Gebrüder Dassler waren während des Hitler-Regimes bereits seit 1933 Mitglieder in der NSDAP. Adolf Dassler wurde eingezogen, durfte das Kriegsgeschehen jedoch bereits nach einem Jahr wieder verlassen und in seiner Firma arbeiten. Sein Bruder Rudolf verbrachte ein Jahr nach Kriegsende in Kriegsgefangenschaft der Amerikaner.


Auch Sepp Herbergers Nationalmannschaft spielte beim Titelgewinn 1954 in Schuhen von Adolf Dassler.

In seiner Kriegsgefangenschaft bekam Rudolf den Verdacht, von Adolf an die Amerikaner verraten worden zu sein, damit dieser die Firma allein führen konnte. Deshalb schwärzte er seinen Bruder nach seiner Freilassung ebenfalls an. Schließlich wurden beide von den Amerikanern aus Mangel an Beweisen freigelassen. Dennoch war es der Beginn des Bruder-Kriegs zwischen den Beiden.


Zwei Weltkonzerne


Die Brüder beschlossen wegen ihrer Differenzen die Firma aufzuteilen. Rudolf nannte sein Unternehmen Puma, Adolfs Firma wurde Adidas (zusammengesetzt aus seinem Spitznamen "Adi" und der ersten Silbe seines Nachnamens). Adidas wurde bald nach Kriegsende bekannt, vor allem, da die deutsche Nationalmannschaft die Fußballweltmeisterschaft mit Adidas-Schuhen gewann.

Adidas, wie auch Puma, wurden zu großen Unternehmen, die immer um Verträge mit den erfolgreichsten Sportlern konkurrierten. Obwohl es oft Absprachen gab, redeten Adolf und Rudolf kein Wort mehr miteinander. Die Gespräche fanden immer über Mittelsmänner statt.

Heute gibt es neben unzähligen Schuhmodellen auch viele verschiedene andere Sportartikel von Adidas.



Konkurrenz


Seit den 50er Jahren führte Adolf Dassler seinen Sohn Horst in das Unternehmen ei. Dieser machte Adidas zur internationalen Firma indem er in anderen Ländern Zweigstellen eröffnete. Der Streit der Gebrüder Dassler wurde von den Söhnen Horst und Armin (Rudolfs Sohn) fortgesetzt. 1978 starb Adi Dassler. Die Leitung der Firma übernahm daraufhin seine Frau Käthe Dassler


Heute ist Adidas der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt und wird von vielen Sportlern und Mannschaften getragen. Und dabei hatte alles mit einer kleinen Schusterwerkstatt begonnen.






akt. Nic - 16.06.21 / 02.11.2010 - Text: Jan Wrede; Bilder: Schuh: Patrick Ragnarsson (cc-by-sa 2.0), Jesse Owens: Library of Congress (pd), Herberger: Bundesarchiv, Beyer (cc-by-sa 3.0), Factory Outlet: Felix Reimann (GNU 1.2, cc-by-sa 1.0, 2.0, 2.5, 3.0); Schuhregal: Everjean (cc-by-sa 2.0)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt