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400 Jahre Zeitung

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400 Jahre Zeitung

Auch wenn der Zeitungsmarkt heute durch viele andere Medien wie Radio, Fernsehen oder das Internet starke Konkurrenz bekommen hat - noch immer bestimmen Zeitungen die Meinung der Menschen mit, informieren über aktuelle Geschehnisse, berichten über Hintergründe und bringen das Geschehen der Welt auf die heimischen Tische. Zum 400-jährigen Jubiläum der Zeitungsgeschichte gibt es bis 30. Dezember 2005 eine umfassende Ausstellung im Mainzer Gutenberg-Museum.

Plakat zur Jubiläumsausstellung im Mainzer Gutenberg-Museum

Zeitungen heute

Im Juni 2004 wurden täglich in Deutschland knapp 29 Millionen Tageszeitungen verkauft, so Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Zeitungsverleger. Allein in Deutschland gibt es derzeit 355 Tageszeitungen mit 1576 Unterausgaben. 95 Prozent der Zeitungen sehen sich als lokale oder regionale Informationsblätter. In Deutschland benutzen laut offiziellen Zahlen rund 78 Prozent der über 14-jährigen Zeitungen um sich aktuell zu informieren. Zeitungen gehören zu unserem täglichen Leben - doch das war nicht immer so.

400 Jahre Zeitung

Empfinden wir heute den Blick in eine Zeitung als ganz normal, so war die erste regelmäßige Zeitung vor 400 Jahren noch eine Sensation. Möglich wurde sie durch den Mainzer Johannes Gutenberg, der 1455 den Buchdruck erfand. 150 Jahre später hatte ein Straßburger die Idee, mit dieser Technik kein gebundenes Buch, sondern regelmäßig erscheinende Blätter zu drucken, auf denen das Neueste vom Neuen zu finden sein sollte.

Dr. Martin Welke, der auch die Ausstellung zusammengestellt hat, mit seinem wertvollen Fund: dem Straßburger Dokument.

Forscher und ihre Erfolgserlebnisse

Wenn Wissenschaftler in Archiven plötzlich etwas Unerwartetes finden, dann ist zumindest bei ihnen die Aufregung und zumeist auch die Freude groß. So war es auch, als Dr. Martin Welke, Pressehistoriker und Gründer des Deutschen Zeitungsmuseums, 1987 gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Prof. Jean-Pierre Kintz im Straßburger Stadtarchiv ein Dokument entdeckte, das den beiden eine wunderbare Neuheit präsentierte: Auf diesem Papier war zu lesen, dass die erste Zeitschrift der Welt nicht, wie bisher angenommen 1609, sondern schon 1605 erschienen war. Diese Schrift gilt heute als das Schlüsseldokument, als die "Geburtsurkunde der Zeitung" überhaupt. Sie bezeugt, dass die Straßburger "Relation aller fürnemmen und gedenckwürdigen Historien" im Sommer 1605 als erste Zeitschrift überhaupt gedruckt wurde.

Die so genannte "Geburtsurkunde der Zeitung"

Ursprung der Zeitung

Damals war Straßburg deutschsprachig. Der Herausgeber der "Relation", Johann Carolus, hatte bis zu diesem Zeitpunkt jede Woche ein Nachrichtenblatt per Hand geschrieben. Das wurde ihm mit der Zeit aber zu mühsam. Vor allem aber rechnete er sich aus, dass er mit einer gedruckten Ausgabe die Auflage steigern, einzelne Exemplare daher billiger verkaufen und damit mehr Gewinn erzielen konnte - die Zeitung war geboren.

Bei der Stadt Straßburg machte Johann Carolus eine Eingabe, in der er sich darum bemühte, dass keine andere Druckerei seine Zeitung nachdrucken konnte. Diese schriftliche Eingabe fanden die beiden Presseforscher im Archiv. So haben wir es den Forschern und ihrem Fund zu verdanken, dass wir 2005 den 400. Geburtstag der Zeitung feiern dürfen.

"Schwarz auf Weiß"

Ihr zu Ehren gibt es nun die umfangreiche Jubiläums- Ausstellung "Schwarz auf Weiß. 400 Jahre Zeitung - ein Medium und seine Geschichte" im Mainzer Gutenberg-Museum, die vom 10. Juli bis zum 30. Dezember 2005 zu sehen ist.

Gezeigt werden geschriebene und gedruckte Dokumente, bildliche Darstellungen und viele Utensilien. Daneben werden das Werden, Wachsen und Wirken der Tagespresse von den Anfängen bis in die Gegenwart anschaulich und unterhaltsam erläutert. So wird auch die älteste erhaltene Zeitung der Welt aus dem Besitz der Universitätsbibliothek Heidelberg erstmals öffentlich ausgestellt, genau wie die "Geburtsurkunde" der Zeitung aus dem Straßburger Stadtarchiv. Schließlich wird auch die Druckpresse gezeigt, auf der zum ersten Mal in Frankenberg/Sachsen 1845 unser modernes Papier auf der Basis des Holzschliffs praktisch erprobt wurde.

Behandelt werden geschichtliche Themen, wie die Entwicklung des Nachrichtenwesens vom Postreiter bis zur Telekommunikation. Aber auch, wie Journalisten im Laufe der Jahrhunderte sich und ihren beruflichen Alltag sehen. Wie sich die Produktion und Technik des Zeitungsmachens, aber auch der Vertrieb verändert haben. Oder, wie sich die Lesegewohnheiten neuen Lebensumständen anpassen. Es geht um Zensur und Pressefreiheit in Deutschland und die Rolle der Zeitungen in einer Demokratie. Und neben all diesen Themen, gibt es gerade auch für junge Besucher in vielen Aktionen die Möglichkeit, selbst an einer Zeitung zu arbeiten, kreativ und aktiv zu werden. Genaue Infos zum Begleitprogramm findet ihr auch auf der Internetseite des Museums unter http://www.gutenberg-museum.de.

Statt eines Katalogs zur Ausstellung gibt es eine 24-seitige "Ausstellungszeitung". Wie die auf einer historischen Zeitungspresse entsteht, könnt ihr bei einem Besuch des Museums beobachten. Und vielleicht bekommt ihr ja auch Anreize und Ideen, wie ihr mit eurer Klasse selbst eine eigene Zeitung gestalten könnt!

Ausstellung "Schwarz auf Weiß"

Dauer: vom 10. Juli 2005 bis 30. Dezember 2005.
Ort: Gutenberg-Museum Mainz, Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz.
Telefon: 06131/ 12- 26 40; Telefax: 06131/ 12- 34 88
Geöffnet: Di bis Sa: 09.00 - 17.00 Uhr; So: 11.00 - 15.00 Uhr.
(Mo und feiertags geschlossen )
Eintrittspreise: Erwachsene : EUR 5; Kinder/Jugendl. (8-15 Jahre): EUR 2; ermäßigter Eintritt (Studenten, Behinderte u.a.): EUR 3; Gruppenermäßigungen: 8-15 Jahre: EUR 1.50, Erwachsene: EUR 3.50

-ab-07.07.05 Text / Fotos: Gutenberg Museum Mainz.

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