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3. Mai - Welttag der Pressefreiheit

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3. Mai - Welttag der Pressefreiheit

Die UNO erklärte 1991 den 3. Mai zum Welttag der Pressefreiheit. Damit soll deutlich gemacht werden, wie wichtig die Pressefreiheit für eine funktionierende Demokratie und eine freie Gesellschaft ist. Außerdem erinnert der Gedenktag daran, dass Journalisten in vielen Teilen der Welt dafür bestraft werden, wenn sie ihre Meinung äußern, dass ihnen sogar Folter und Tod drohen. Um das Thema Pressefreiheit besser verständlich zu machen, erklären wir euch einige Begriffe, die damit zu tun haben.

Der Begriff "Presse" stammt von Druckpressen wie dieser aus dem 15. Jahrhundert.

Was bedeutet eigentlich Presse?

Der Begriff Presse leitet sich von den Druckpressen ab. Heute wird er für alle gedruckten Medien, in erster Linie jedoch für Zeitungen und Zeitschriften verwendet.

Der Begriff Medien umfasst neben den Presse-Erzeugnissen wie Zeitungen und Zeitschriften auch den Rundfunk, das Fernsehen und alle Formen von sogenannten neuen Medien wie z. B. das Internet.

Pressefreiheit gehört zu den Menschenrechten

Als Menschenrechte bezeichnet man die allerwichtigsten Rechte, die einem Menschen von Geburt an zustehen (bzw. zustehen sollten, denn nicht überall werden diese Rechte geachtet). Dazu gehören unter anderen das Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum, die Religionsfreiheit, die Gleichberechtigung von Mann und Frau und eben auch die Meinungs- und Pressefreiheit.

In Deutschland und in vielen anderen demokratischen Staaten stehen diese Grundrechte in der Verfassung. Sie dürfen im Gegensatz zu anderen Gesetzen nicht verändert oder eingeschränkt werden.

Aber warum ist Pressefreiheit so wichtig?

Wenn die Regierung eines Landes oder eine einflussreiche Organisation bestimmen kann, welche Informationen veröffentlicht werden und welche nicht, so besteht die Gefahr, dass auch andere Menschenrechte sehr bald eingeschränkt werden. Denn niemand würde erfahren, wenn z. B. Unschuldige eingesperrt werden oder Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres Glaubens oder ihrer Meinungen verfolgt werden.

Wo Pressefreiheit herrscht, da können verschiedene Ansichten über einen Sachverhalt bekannt gemacht werden und die Bürger haben die Möglichkeit, sich durch die vielen verschiedenen Argumente, die sie zu dem Thema hören und lesen eine eigene Meinung zu bilden.

Nur da, wo Journalismus kritisch hinterfragen darf, wo auch seltsame Theorien und ganz neue Denkweisen erlaubt sind, besteht wirklich Pressefreiheit.

Was bedeutet Zensur?

Unter Zensur versteht man die Überwachung von Veröffentlichungen in den Medien. In autoritären oder totalitären Staaten wie z. B. Diktaturen kontrolliert die Regierung häufig alles, was in irgendeiner Form veröffentlicht wird und verbietet Äußerungen, die das Regime kritisiert oder Missstände im Land aufdecken.

Im Dritten Reich gab es beispielsweise ein Liste verbotener Autoren. Ihre Bücher durften nicht mehr verkauft werden und wurden sogar öffentlich verbrannt. Auch heute ist Zensur in vielen Ländern der Welt üblich: In Nordkorea z. B. dürfen die Menschen weder das Internet noch Mobiltelefone benutzen. In China gibt es zwar die Möglichkeit, sich im Internet zu informieren, jedoch sind Seiten, die z. B. über Menschenrechte Auskunft geben dort gesperrt.

Neben dem Verbot bestimmter Informationen kann Zensur auch bedeuten, dass der Staat dafür sorgt, dass nur die von ihm erwünschten Inhalte gedruckt und gesendet werden.

Bild: Titelblatt der "Avisa" von 1609, einer der ersten deutschsprachigen Zeitungen.

Als die ersten gedruckten Zeitungen und Bücher vor mehr als 400 Jahren aufkamen, zensierte vor allem die katholische Kirche deren Inhalte. So entstand auch der sogenannte Index, auf den alle Bücher gelistet wurden, die für Katholiken verboten waren. Er wurde erst 1967 abgeschafft.

Durch Zensur wird die Meinungs- und Pressefreiheit sehr stark eingeschränkt oder sogar aufgehoben. Mehr über Zensur, besonders im Bereich Film erfahrt ihr im Artikel Gesetz zum Schutz vor Schund und Schmutz, den ihr am Ende dieser Seite findet.
Ist in demokratischen Ländern die Pressefreiheit völlig uneingeschränkt?

Bild: Fotojournalisten

Nein. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen wird die Pressefreiheit von Gesetz wegen da eingeschränkt, wo sie andere Rechte verletzt. Eines davon ist der Schutz der Privatsphäre. Daher dürfen Fotografen ohne Erlaubnis keine Bilder von Menschen machen, die sich in Wohnungen aufhalten. Mit diesem Gesetz sollten vor allem Prominente vor allzu aufdringlichem Klatschjournalismus geschützt werden.

Anfang des Jahres 2006 war im Zusammenhang mit dem Streit um die Mohammed-Karikaturen, die in einer dänischen Tageszeitung abgedruckt wurden, die Pressefreiheit in aller Munde. Auch hier war die Frage: Was ist wichtiger - die Pressefreiheit oder der Schutz der religiösen Gefühle von Menschen? (Siehe dazu den Artikel Der Streit um Mohammed-Karikaturen am Ende dieser Seite.)

Die Freiheit der Berichterstattung wird aber noch von einem ganz anderen Faktor beschränkt: Durch die Presse selbst. Vertritt eine Zeitung eine bestimmte politische Ansicht, so wird von den dort beschäftigten Journalisten oft erwartet, ihre Artikel dieser Ansicht anzupassen.

Durch die Konzentration der Presse auf wenige große Unternehmen, die sehr viele Medienanstalten besitzen, droht auch eine Beeinträchtigung der Pressefreiheit. Oder würden sich zwei Fernseh- oder Rundfunkanstalten, die zur selben Firma gehören gegenseitig kritisieren?

Besonders problematisch wird es, wenn eine einzige Person viele Medienunternehmen besitzt und gleichzeitig sehr viel politischen Einfluss hat. Dies ist in Italien der Fall, wo Silvio Berlusconi, der nun schon zum dritten Mal zum Regierungschef gewählt wurde, auch einen Großteil der Zeitungen und Fernsehstationen des Landes sein eigen nennt.

Ist die Einschränkung der Pressefreiheit aber nicht auch manchmal sinnvoll und notwendig? Zum Beispiel wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche vor schädlichen Einflüssen zu schützen? Mehr über die Argumente für und gegen Medienkontrolle lest ihr im Artikel Gesetz zum Schutz vor Schund und Schmutz am Ende dieser Seite.

Mehr über den Welttag der Pressefreiheit erfahrt ihr hier.

Die Idee der Pressefreiheit ist schon sehr alt. Ihre Umsetzung hat eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich, die ihr hier nachlesen könnt.

Text: LM, 17.04.06, Bilder: Buchdruck im 15. Jahrhundert, Aviso (eine der ältesten deutschsprachigen Zeitungen): PD; Bildjournalisten: GFDL, Tobias Koch.
  

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