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1906 - "Die Brücke" stellt aus

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1906 - "Die Brücke" stellt aus

Am 24. September 1906 machte die expressionistische Künstlergruppe "Die Brücke" mit ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung auf sich aufmerksam. Ein Jahr vorher war die Vereinigung in Dresden gegründet worden. Mit dem Symbol der Brücke wollte die Gruppe die Überwindung alter Konventionen darstellen.

Expressionismus

Der Expressionismus ist eine Stilrichtung in der bildenden Kunst, die ihre Hochphase zwischen 1905 und 1925 besonders in Deutschland hatte. In Frankreich verfolgte der Fauvismus die gleichen Ziele, nämlich die Gefühlswelt, den seelischen Ausdrucks des dargestellten Menschen zu zeigen.
 
Während der Impressionismus die äußere Erscheinung der Dinge zeigte, richtete sich der Expressionismus nach Innen und bildete ein Gegenstück aber auch eine Ergänzung dazu.

Expressionistische Kunstwerke waren von oft geradezu greller Farbigkeit, dynamisch und gefühlsbetont. Die wirklichkeitsgetreue Weitergabe von Eindrücken und schönen Formen war den Malern dieser Epoche weniger wichtig als der Ausdruck ihrer eigenen Regungen. Das Motiv war deshalb gefühlsbetont und somit vom Künstler bereits interpretiert.

Sehr bald nach dem 1. Weltkrieg wurde der Expressionismus von neuen Stilrichtungen teils überlagert und teils abgelöst (z. B. Konstruktivismus, Neue Sachlichkeit, später Die Neuen Wilden und der Fotorealismus).

Künstlervereinigungen

In Vereinigungen wie Die Brücke oder Der Blaue Reiter (München), der unter anderem die bekannten Künstler August Macke, Paul Klee und Franz Marc angehörten, wurde dieser Malstil gelebt und gepflegt.

Kandinski und Marc waren die Gründer des Blauen Reiters. Von Kandinski stammt auch der Name dieser Gruppe: seine Lieblingsfarbe war Blau und er mochte Pferde am liebsten.

Die Brücke wurde am 7. Juni 1905 in Dresden von den vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff gegründet. In ihren Werken gaben sie sich realitätsnah im Erleben von Großstadt und Natur und betonten den bildhaften Ausdruckswert konfliktreicher Wirklichkeitserfahrung.

Dabei wandten sie sich vom Menschenbild des 19. Jahrhunderts ab und malten auch Tabu-Themen, denn sie wollten ihre Mitmenschen aufrütteln und beunruhigen. Im Gegensatz zur süddeutschen Künstlergruppe Der Blaue Reiter, die auch Abstraktes malte, verkörperten die Mitglieder der Brücke eine realitätsbezogene Expressivität.


Die Künstler der "Brücke"

1906 schlossen sich den vier Gründern u.a. Max Pechstein und Emil Nolde an. 1907 trat Nolde jedoch wieder aus. 1908 stieß Kees van Dongen zur Brücke. Bleyl verließ die Künstlergemeinschaft 1909. Im Jahr 1910 kam Otto Mueller und ein Jahr später Bohumil Kubista hinzu.


1911 zog die Gruppe 1911 nach Berlin um und nahm Kontakt zur Galerie und Zeitschrift Der Sturm auf. Diese Verbindung brachte kubistische Elemente in das Werk der Maler. 1913 löste sich Die Brücke infolge der vielfältigen Einflüsse der Stadt und interner Streitigkeiten der Künstler auf.

Das Brücke-Museum

1967 wurde in Berlin ein eigenes Museum über das Wirken der Künstlergruppe eröffnet. Im Zentrum seiner Sammlung steht eine Schenkung des Malers Karl Schmidt-Rottluff an des Land Berlin.

Das Brücke-Museum zählt heute etwa 400 Gemälde und Plastiken und einige Tausend Zeichnungen, Aquarelle und Graphiken von Künstlern der Künstlergruppe Die Brücke. Hier findest du die Internetseite des Museums.

Text: RR, 18. 9. 2006, Bilder: Publikationen des Brücke-Museums, Berlin

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