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Wo sind die vielen Bienen geblieben?

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Wo sind die vielen Bienen geblieben?

In den USA hat eine geheimnisvolle Krankheit ein Drittel der Bienen getötet. Derzeit zeigt sich ein derartiger Verlust in Deutschland noch nicht. Aber die Imker sind besorgt, denn der Tod so vieler Bienen hätte schlimme Folgen...

So eine Biene ist ein Wunder: Sie wiegt nur 1/10 Gramm und saust mit 26 bis 30 km/h durch die Luft. Sie errichtet in einem Bienenstock einen Staat, in dem so viele Bienen Platz haben wie Menschen in einer deutschen Kleinstadt. Und sie sorgt dafür, dass unser Ökosystem intakt ist. Denn in jedem Jahr schwärmen die weltweit 2.000.000.000.000 Bienen aus, um Nektar zu sammeln und den Blütenstaub der Pflanzen zu verteilen. Ohne diese fleißigen Arbeiter könnten sich viele Pflanzen nicht vermehren und verbreiten.

Eine Biene beim Bestäuben, ohne ihre Hilfe gäbe es viele Pflanzen nicht mehr.


Geheimnisvolles Bienensterben

Im Winter 2006/2007 machte eine Horror-Meldung Schlagzeilen: In den USA hatte sich eine Bienenkrankheit verbreitet: Ganze Bienenvölker sind spurlos verschwunden. Wo sie geblieben sind, konnte niemand sagen. Man machte dafür eine neue Krankheit verantwortlich, die man "Colony Collaps Disorder" (Bienenvolk-Kollaps) nannte.

Derzeit rätselt man über ihre Ursachen. Vielleicht hat der Einsatz bestimmter Mittel zur Schädlingsbekämpfung das Bienensterben verursacht, vielleicht handelt es sich aber auch um eine Infektionskrankheit, vielleicht besteht auch ein Zusammenhang mit der Verbreitung giftiger oder gentechnisch veränderter Pflanzen, vielleicht ist die Varroa-Milbe am Bienensterben Schuld. Vielleicht, vielleicht, vielleicht Etwas Genaues kann niemand sagen.


Die Varroa-Milbe - Sie ist eine der vielen möglichen Ursachen für das massenhafte Bienensterben.


Europas Bienen

Nach den Bienensterben in den USA war man auch in Europa auf die Krankheit aufmerksam geworden. Einzelne Fälle der "Colony Collaps Disorder" gab es auch in Deutschland und in der Schweiz. Seitdem untersucht man die Bienenbestände genauestens mittels Bienenmonitoring.

Bie-nen-mo-ni-to-ring, was ist das? Als Monitoring bezeichnet man jede Form des systematischen Erfassens. Beim deutschen Bienenmonitoring haben sich 123 Imker bereit erklärt, einzelne Daten über Entwicklung, Honigertrag und Bearbeitung ihrer Bienenvölker zu sammeln. In einem nächsten Schritt vergleicht man die Daten aller Imker. Aus dem Ergebnis kann man dann zum Beispiel schließen, ob sich die Bienen stärker oder weniger stark als in der Vergangenheit vermehren.

Ein Imker bei der Arbeit.


Der Winter 2006/2007 in Deutschland

Die Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung hat mitgeteilt, dass nach bisherigen Umfragen die Bienenvölker sehr gut aussehen (Stand Ende Februar). 


Aber auch Manfred Hederer vom Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund sagt: "Nach neuen Meldungen gehen wir von Verlusten zwischen 5 und 15 Prozent aus". Mit dieser Zahl rechnet aber jeder Imker, für eine gesunde Kolonie sind diese Verlustraten normal.

Wie sieht die Zukunft der Bienen aus?

Trotzdem ist damit das Problem nicht gelöst. Auch weiterhin besteht die Gefahr, dass sich die Bienenkrankheit in Europa ausbreitet. Besorgnis erregt vor allem die Entscheidung des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes: Das Projekt Bienenmonitoring soll eingestellt werden. Der Grund: Das Projekt ist zu teuer.

Hat man die Bedeutung der Bienen für den Menschen noch nicht erkannt? Zeigen die Erfahrungen aus den USA nicht, dass man handeln muss? Ein Zitat, das von Albert Einstein stammen soll, bringt es auf den Punkt: "Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr...".

Wenn ihr mehr über Bienen erfahren wollt, dann schaut doch einfach mal in unseren WAS IST WAS Band 19 "Bienen, Wespen und Ameisen" rein. Da lernt ihr, wie viele Bienenarten es gibt, ob die Bienen Farben sehen, welche Ameisen Sklaven halten, wie sich Ameisen verständigen, wie gefährlich Hornissen sind und vieles, vieles mehr.


Text: Ronny Waburek// Fotos: Vorschau: GFDL; Biene beim Bestäuben: Jon Sullivan, PD; Varroa-Milbe: Agricultural Research Service, PD; Imker: GFDL

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