Archiv

In unserem Archiv findest du die beliebtesten Texte und Kinderfragen aus 15 Jahren wasistwas.de. Klick rein in deine Lieblingsthemen!

Wie überwintern Fische?

Berühmte Personen

Wie überwintern Fische?

Überzieht eine Eisschicht unsere Seen und Teiche, ist von den Fischen nichts mehr zu sehen. Aber im Frühling sind sie doch wieder da. Süß- und Salzwasserbewohner haben verschiedene Methoden, um dem Erfrierungstod zu entgehen. Für Teichfische ist eine Besonderheit des Wassers dabei von großer Bedeutung.

Die Anomalie des Wassers

Bild: Während die Eisfläche 0 Grad Celsius kalt ist, wird das Wasser bis zum Boden des Sees immer wärmer.

Die meisten Stoffe ziehen sich zusammen, wenn sie abkühlen und verlieren dadurch an Volumen. Bei Wasser ist es umgekehrt. Wenn es gefriert, dehnt es sich aus. Wer schon einmal eine Sprudelflasche im Sommer im Gefrierfach vergessen hat, wird diese Tatsache nicht mehr vergessen. Das Eis in der Flasche dehnt sich nämlich immer mehr aus, bis die Flasche platzt und der Inhalt sich ins Gefrierfach ergießt. Bitte nicht ausprobieren!

Eis als Isolierschicht

Doch zurück zum See: Da das Eis leichter ist als Wasser, schwimmt es auf der Oberfläche. Gleichzeitig wirkt das Eis wie eine Isolierschicht, so dass kalte Luft einen See mit mehr als einem Meter Wassertiefe nicht bis zu ihrem Grund gefrieren lassen kann. Im Gegenteil: die Wassertemperatur unter dem Eis steigt mit zunehmender Tiefe des Wassers. Am Grund des Sees sind es immer 4 Grad Celsius. Das liegt daran, dass Wasser bei 4 Grad seine höchste Dichte hat, also am schwersten ist. 4 Grad kaltes Wasser befindet sich daher immer ganz unten.

Schlafen oder Wachen?

Die Fische halten sich im Winter dort auf, wo es am wärmsten ist, also am Grund des Sees. Manche Fischarten graben sich sogar in den Boden ein und halten quasi Winterschlaf, so z. B. die Schleie.

Foto: Forelle

Die meisten Fische bleiben zwar wach, verhalten sich im Winter aber sehr ruhig. Ihr Stoffwechsel ist auf ein Minimum beschränkt, ihre Körpertemperatur abgesenkt. So genügen ihnen das Fett, das sie sich im Sommer angefressen haben und die wenigen Pflanzen und Kleinlebewesen im See zum Überleben.

Fische im Gartenteich

Fische können jedoch nur dann in einem gefrorenen Gewässer überleben, wenn es mindestens 80 bis 100 cm tief ist. Andernfalls kann es passieren, dass das Wasser komplett gefriert, mitsamt den Fischen. Sobald sich in den Körperflüssigkeiten von Tieren Eiskristalle bilden, sterben sie.

Teiche, die tief genug sind, müssen trotzdem eine eisfreie Stelle besitzen, die man mit verschiedenen Hilfsmitteln wie beispielsweise bestimmten Styroporeinsätzen erzeugen kann. An dieser Stelle können Fäulnisgase abziehen, die sich auch in der kalten Jahreszeit im Teich bilden. Andernfalls würden diese Gase die Tiere vergiften.

Wasserpumpen oder Strohbündel sind für diesen Zweck ungeeignet. Die Pumpe würde dazu führen, dass auch die tieferen Wasserschichten gefrieren, das Stroh hingegen zersetzt sich auch und sorgt daher für noch mehr Fäulnisgase.

Wie kann man den Fischen helfen? 

Wer einen flachen Gartenteich unter 80 cm Tiefe besitzt, sollte seine Fische besser in einer Wassertonne im Keller überwintern lassen. Wie das funktioniert, lest ihr hier. Was Gartenteichbesitzer zum Thema Überwintern ihrer Fische noch wissen müssen, könnt ihr hier nachlesen.

Wie überleben Fische in der Antarktis?


Foto: Tafeleisberg

Süßwasser gefriert bei einer Temperatur von 0 Grad Celsius, Salzwasser hingegen erst bei etwa 2 Grad. Im Körper von Fischen bilden sich jedoch schon ab 0 Grad Eiskristalle, die die Gefäße zerstören. Um trotzdem in den eiskalten Meeren rund um den Südpol überleben zu können, nutzen die Antarktisfische einen Trick.

Ihr Körper bildet ein eigenes Frostschutzmittel, bestehend aus Eiweiß und Zucker. Diese Stoffe lagern sich in den Körperzellen und im Blut der Fische an jeden entstehenden Eiskristall und hemmen sein Wachstum. Fische, die diesen Mechanismus nicht haben, können in der Antarktis nicht überleben, da die Eiskristalle in ihrem Körper alle Zellen und Gefäße sprengen.

Mehr über Fische erfahrt ihr im WAS IST WAS BAND 41 "Fische"

Fotos: zugefrorener See: GFDL: Harri Blomberg, Forelle: GFDL.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt