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Weltwassertag 2008

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Weltwassertag 2008

Unter dem Motto "Get up for those who cant' sit down" (Aufstehen für jene, die sich nicht (auf eine Toilette) setzen können) wollen die Vereinten Nationen (UNO) zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit den Süßwasserreserven der Welt aufrufen. Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Für die Armen der Welt ist sauberes Wasser ein regelrechtes Luxusgut.

In Deutschland machen wir uns nicht viele Gedanken über den Wert des Wassers. Wer Durst hat, dreckig ist oder sich mal schnell Nudeln kochen will, dreht einfach den Wasserhahn auf und schon ist das Problem gelöst. Doch das ist nicht überall auf der Welt so. In vielen Ländern der Erde ist Wasser so knapp, dass man von einer Wasserkrise sprechen kann.

Der Klimawandel verschärft das Problem zusätzlich: Der Anstieg der durchschnittlichen Temperatur lässt weltweit mehr Wasser verdunsten. In einigen Gebieten der Welt steigt dadurch die Gefahr von Überschwemmungen, andere, meist jetzt schon trockene Gebiete, werden noch trockener als bisher. Auf jeden Fall wird es Probleme bei der Versorgung der Menschen mit Trinkwasser und dessen Entsorgung geben. Auch Energieerzeugung wird schwieriger, weil Stauseen austrocknen und für Kraftwerke nicht genug Kühlwasser vorhanden sein wird.

Zudem gefährdet das Süßwasser schmelzenden Eises auch den Golfstrom, der warmes Wasser im Atlantik von Mexiko bis an die Küsten Nordeuropas transportiert. Salzhaltiges kühles Wasser sinkt im Nordostatlantik ab und zieht dadurch warmes Wasser aus dem Südwestlichen Atlantik nach. Wird das salzhaltige Wasser immer mehr verdünnt kommt dieses globale Förderband zum Erliegen, mit schwerwiegenden Folgen: Die Durchschnittstemperatur in Europa würde deutlich um bis zu zwei Grad Celsius sinken - trotz allgemeiner Erwärmung!

Der Weltwassertag soll aufrütteln


Schon heute haben über 1 Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Da die Weltbevölkerung stetig wächst, werden in 20 Jahren ein Drittel aller Menschen unter Wassermangel leiden. Dabei ist sauberes Wasser nicht nur für die Nahrungsmittelerzeugung wichtig, sondern auch für die Hygiene und dadurch für die Gesundheit der Menschen. 40 % der Weltbevölkerung verfügen über keine ausreichende Abwasserentsorgung.

Durch verschmutztes Wasser werden in Entwicklungsländern 80 % aller Infektionskrankheiten wie Durchfallerkrankungen und Wurminfektionen übertragen. Allein 6000 Kinder sterben täglich an diesen Krankheiten. Aber auch für die wirtschaftliche Entwicklung in armen Ländern hat Wasser eine große Bedeutung, denn ohne Wasser können keine Nahrungsmittel erzeugt werden und auch viele Industriezweige nicht produzieren.

Was hat sich die UNO vorgenommen?

Für das Jahrzehnt des "Water for Life" (Wasser für das Leben), das von 2005 bis 2015 läuft, haben sich die Vereinten Nationen das ehrgeizige Ziel gesteckt, die Wasservorräte besser zu nutzen und den Schutz der Trinkwasservorräte zu gewährleisten. Beim Milleniumsgipfel 2000 beschlossen die Staats- und Regierungschefs, bis zum Jahr 2015 die Zahl der Menschen zu halbieren, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben oder es sich nicht leisten können.

Um dieses Ziel zu erreichen, stellte die UNO 2003 erstmals einen Welt-Wasser-Entwicklungsbericht vor, der die Schwerpunkte für ihre zukünftige Arbeit festlegt und deren Umsetzung überwacht. Dazu gehört z. B. eine verbesserte Abwasserentsorgung, da in den Entwicklungsländern 90 % der Abwässer ungeklärt versickern oder in Flüsse, Seen und Meere eingeleitet werden. Auch will man neue Bewässerungsmethoden für die Landwirtschaft entwickeln, um weniger Wasser zu verschwenden. Außerdem setzt sich die UNO für den Erhalt natürlicher Ökosysteme, die Förderung einer sauberen Industrie und viele andere Umweltbelange ein.

Gerade die Ärmsten zahlen am meisten für sauberes Wasser.  Ein durchschnittlicher Haushalt in den USA zahlt für seinen Verbrauch von 72 Kubikmetern (72 000 Litern) etwa 350 Dollar. Ein Haushalt in Guatemala muss dafür knapp das fünffache hinblättern, nämlich 1700 Dollar. Und das, obwohl die Löhne in Guatemala viel niedriger sind als in den USA.

11,3 Milliarden Dollar für Wasser pro Jahr

UNICEF schätzt, dass bis 2015 pro Jahr etwa 11,3 Milliarden Dollar ausgegeben werden müssen, um die Ärmsten mit Trinkwasser und Abwassereinrichtungen zu versorgen. In den nächsten acht Jahren bis 2015 wären das also noch rund 90 Milliarden Dollar. Das klingt nach viel Geld.

Zum Vergleich: Bis Ende 2006 hat der seit 2003 dauernde Irak-Krieg rund 340 Milliarden Dollar gekostet. Von 2003 bis 2006 wurde also fast viermal so viel Geld fürs Militär ausgegeben wie man bräuchte, um eine Milliarde Menschen, jeden sechsten Bewohner des Planeten, mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

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UNESCO zur Wasserdekade

Hier findest du viele weiterführende Informationen rund ums Wasser


ak - 22.03.2003 ergänzt: -jj- 21.3.2007/14.3.2008 / Fotos mit freundlicher Genehmigung der WHO

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