Archiv

In unserem Archiv findest du die beliebtesten Texte und Kinderfragen aus 15 Jahren wasistwas.de. Klick rein in deine Lieblingsthemen!

UN-Jahr des Delfins: Mehr Schutz für Tümmler & Co.

Berühmte Personen

UN-Jahr des Delfins: Mehr Schutz für Tümmler & Co.

Kaum ein Meeresbewohner genießt so uneingeschränkt die Sympathie des Menschen wie der Delfin. Doch der Lebensraum des intelligenten Säugetiers wird gerade durch die zunehmenden Aktivitäten unserer Spezies nachhaltig bedroht. Deshalb haben die Vereinten Nationen 2007 zum Jahr des Delfins ausgerufen und möchte mit der Kampagne ein deutliches Signal zum Schutz von Tümmler & Co. in Europa setzen. Schirmherr ist kein Geringerer als Prinz Albert II. von Monaco, schon seit Jahren ein engagierter Meeresschützer.

Qualvoller Tod in Fischernetzen

Besonders stark sind Delfine durch die Fischerei gefährdet. Nach wie vor ertrinken zahllose Tiere, weil sie als Beifang in den Netzen der Thunfischjäger hängen bleiben. Auch wenn einige Firmen ihre Fangmethoden mittlerweile delfinfreundlich gestalten, wird der sinnlose Tod der Meeressäuger noch von zu vielen Fischereigesellschaften in Kauf genommen. Darüber hinaus macht den Delfinen auch die Wasserverschmutzung und die Verknappung von Nahrung durch Überfischung der Meere zu schaffen.  

Bald nur noch im Zoo zu sehen?

Die traurige Prognose: Delfine könnten schon bald aussterben und damit für immer aus den Weltmeeren verschwinden. Kaum auszudenken, wenn man die grauen Meeresakrobaten in Zukunft vielleicht nur noch in Zoos und Wasserparks bestaunen würde. Diesen schleichenden Prozess soll jetzt die Initiative des UNO-Umweltprogramms (UNEP) und das Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (CMS) stoppen. Und man darf nur hoffen, dass die Maßnahmen auch von Erfolg gekrönt sein werden. 

Flussdelfine fast ausgerottet

Ein weit weniger bekannter, aber umso gefährdeterer Verwandter des Tümmlers ist der Flussdelfin. Er gehört zu den am meisten bedrohten Säugetieren überhaupt. In Asien, wo fünf Arten leben und in Südamerika dort sind drei Arten zu Hause hat man ihn schon an den Rande der Ausrottung gebracht. Verunreinigtes Wasser, Staudämme und Schiffsverkehr gefährden seinen Lebensraum und wie ihre Meereskollegen verenden die wendigen Schwimmer häufig in Fischernetzen. Nachhaltig verringert wird eine Population auch dann, wenn sie durch verschiedene Staustufen eines Flusses auseinander gerissen wird.



Amazonasdelfin 

Sensible Säuger

Besonders in Asien leben Flussdelfine in extrem dicht besiedelten Gebieten. Entsprechend hoch ist ihre Belastung. Den Tieren geht es aber nicht nur wegen der verschmutzten Gewässer schlecht. Auch der enorme Wasserbedarf durch Industrie und Landwirtschaft wirkt sich fatal auf die sensiblen Säuger aus. Die Wasserentnahme kann sogar soweit führen, dass ganze Flussabschnitte austrocknen und Salzwasser aus dem Meer nachfließt. Für den Flussdelfin eine Katastrophe, denn nur zwei von insgesamt sieben Arten können theoretisch in Salzwasser überleben.

Der WWF engagiert sich

Wie kein zweites Lebewesen ist der Flussdelfin eine so genannte Zeigerart für den Zustand von Gewässern. Wenn es ihm besser geht, dann wächst auch der Artenreichtum in den Flüssen wieder an. Und schließlich profitiert nicht zuletzt der Mensch von sauberem Wasser. Umweltschutzorganisationen wie der WWF engagieren sich schon seit Jahren intensiv für den Schutz von Flussdelfinen. Neben ihrer Zählung und Überwachung arbeiten die Naturschützer emsig an der Wiederherstellung der Lebensräume und setzen sich für eine Aufklärung der Bevölkerung ein.


 
Chinesischer Flussdelfin

Keine Delfine mehr im Jangtse?

Wie wichtig diese Schutzmaßnahmen sind, wurde erst vor wenigen Wochen bewiesen. Aus China kam die Meldung, dass der extrem seltene Flussdelfin im Jangtse-Fluss nicht mehr gefunden werden konnte - trotz einer sechswöchigen intensiven Suche. Ausländische Wissenschaftler haben die Süßwasserdelfine daraufhin bereits für ausgestorben erklärt, chinesische Forscher allerdings wollen die Suche fortsetzen. Doch selbst wenn noch einige Exemplare gefunden werden sollten, reicht das nicht aus, um auf Dauer den Bestand zu sichern.

Weitere UN-Kampagnen sollen folgen


Das UN-Jahr 2007 zum Schutz des Delfins soll übrigens erst der Anfang sein. Für die Folgejahre sind weitere Kampagnen der UNO geplant, um auf gefährdete Tierarten aufmerksam zu machen. Noch mehr Infos zum Jahr des Delfins bekommst du auf der offiziellen Internetseite http://www.yod2007.org/en/Start_page/index.html. Hier kannst du sogar einen Delfin adoptieren und damit aktiv zum Artenschutz beitragen. 

 
Nic 10.1.2007 / Fotos: Großer Tümmler: Wikipedia public domain, Amazonasdelfin und Chinesischer Flussdelfin: Wikipedia GNU Free Dokumentation   

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt