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Neues vom Eisbären

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Neues vom Eisbären

Jede Sekunde wird die kleine Eisbärin aus dem Nürnberger Tiergarten überwacht. Der aktuelle Zustand ist gut. Mittlerweile können auch Namensvorschläge gemacht werden. Mehr über den Zustand der kleinen Bärin und wie es weitergeht, erfahrt ihr hier ...

Der Zoo Nürnberg informiert täglich über den Zustand der kleinen Eisbärin, die intern Flocke genannt wird. Jeden Morgen stehen Dag Encke, der Zoodirektor, sowie abwechselnd auch Herr Mägdefrau, Enckes Stellvertreter, sowie der zuständige Tierarzt Dr. Neurohr und die betreuenden Pfleger Rede und Antwort.

Vorsichtig optimistisch

Dr. Neurohr (siehe Bild) ist vorsichtig optimistisch. Flocke hat normale Verdauung und wiegt nun gut 2000 Gramm bei 35 Zentimetern Größe. Problematisch könnte die Umstellung von Mutterlich auf die Aufzucht-Kunstmilch sein. Die enthält 40 Prozent Fett, damit die Kleine schnell an Gewicht zunimmt.


Gut waren die ersten vier Wochen in der Obhut der Mutter. Durch die Muttermilch erhielt sie viele wichtige Substanzen, die unter anderem auch das Immunsystem der Kleinen fördern und stabilisieren. Flocke wird mit einem Babyphon überwacht und verbringt die meiste Zeit unter einer Wärmelampe. Die Augen sind noch geschlossen. Wenn alles gut geht, ist Flocke Anfang März über den Berg.

Gefahr durch Infektion

Die größte Gefahr für die Bärin besteht in Infektionen. In der Natur kommt das Neugeborene nur mit Keimen der Mutter in Kontakt. Und das sind sehr wenige, erklärt Dr. Neurohr. Denn die Mutter badet zunächst in kaltem, arktischen Meerwasser. Anschließend lässt sie sich einschneien. Denn die Eisbärenmutter gräbt keine Wurfhöhle, sondern die entsteht durch Schneefall auf die Bärin.


Auf Grund der Temperaturen und des Bades befinden sich so gut wie keine Keime an der Bärin. In der Natur wird ein Eisbär also in eine fast sterile Umgebung hinein geboren. In der Wurfhöhle kommt es nur mit den Keimen in Kontakt, die die Mutter in Maul und After trägt. Und mit denen wird das Immunsystem eines frisch geborenen Bären fertig, es braucht sie sogar als erste Impulse.

Properes Baby

Im Zoo, umgeben von Menschen und anderen Tieren, sieht die mikrobielle Lage ganz anders aus. Darum besteht noch mehrere Wochen lang die Gefahr einer Infektion mit womöglich tödlichem Ausgang. Doch Dr. Neurohr wiederholt sich und sagt, er sei vorsichtig optimistisch. Zumal sich Menschen dem Kleinen nun nur noch mit Fußlingen, Gummihandschuhen und Atemschutz nähern. Und dank Kunstmilch und Multivitaminsaft bezeichnet Dr. Neurohr die Kleine als proper und in gutem Zustand.

Bärenliebe

Der Pfleger Horst Maußner (siehe Bild) hat zugegeben, sich ein wenig in das Bärenbaby verliebt zu haben. Natürlich ist es süß und man streichelt es gerne, so der Pfleger, der schon seit 1979 im Zoo arbeitet. Besonders, weil man ihm mehr oder weniger beim Wachsen zusehen kann. Vier Pfleger teilen sich die Betreuung, damit keiner überfordert wird. Dennoch ist ein Schlafplatz für die Betreuer eingerichtet, damit eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung gewährleistet werden kann.


Wirkliche Probleme gab es bisher nicht. Obwohl Eisbären keine sozialen Tiere sind, ist momentan viel Körperkontakt wichtig. Darum wird es gekrault und gebürstet und gestreichelt. Sie schreit laut und deutlich, wenn sie Hunger hat. Ihr Zustand ist sehr gut und sie entwickelt sich sehr gut, so Harald Maußner.


Mittlerweile können auch die ersten Namensvorschläge eingereicht werden. Habt ihr eine Idee, wie die kleine Bärin heißen soll? Dann schickt euren Vorschlag entweder per Mail mit dem Betreff Eisbärname an online-buero@stadt.nuernberg.de.
Oder ihr schickt eine Postkarte (!) an


Stadt Nürnberg
Stichwort "Eisbärname"
Fünferplatz 2
90403 Nürnberg


Wir halten euch auch weiterhin über das Schicksal der kleinen Flocke auf dem Laufenden.
 
Wenn dich Eisbären interessieren und du mehr über Polargebiete wissen willst, dann wirf doch auch einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 36: Polargebiete oder in unseren WAS IST WAS-Band 115: Bären


Text: -jj- 11.1.1008 // Bilder: Encke/Neurohr/Maußner: Marco Jäger; Eisbär: © Tiergarten / Stadt Nürnberg

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt