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Mit warmem Fell in die kalte Jahreszeit

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Mit warmem Fell in die kalte Jahreszeit

Die meisten Säugetiere, die in gemäßigten Zonen und in den Polargebieten leben, haben je nach Jahreszeit ein unterschiedlich dichtes Fell. Damit passen sie sich an die Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter an. Das Winterfell dient also der besseren Wärmeisolierung und ist daher dichter und oft auch länger als das Sommerfell. Manchmal handelt es sich beim Winterfell auch um eine zusätzliche kurze und dichte Haarschicht, die unter dem äußeren Fell nachwächst und aufgestellt werden kann, um noch besser vor Kälte zu schützen.

Mit Tarnfarben in den Winter

Links: Polarfuchs im Winterkleid, rechts: Polarfuchsbabys im Sommer.

Es gibt auch Tiere, die für den Winter nicht nur ein wärmeres Fell bekommen, sondern auch ihre Färbung ändern. Besonders sinnvoll ist das bei Tieren, deren Umgebung sich mit den Jahreszeiten stark verändert. So haben der Polarfuchs und der Schneehase im Winter ein weißes Äußeres während sie sonst braun-beige beziehungsweise graubraun gefärbt sind.

Links: Schneehase in weißem Fell, rechts: im Sommerfell.

Nicht überall tragen Schneehasen im Winter ein weißes Kleid. Nur in Regionen, die normalerweise im Winter verschneit sind, passt sich die Behaarung an die Umgebung an. In Irland zum Beispiel bleibt der Schneehase auch in der kalten Jahreszeit graubraun.

Das Winterfell unserer Haustiere

Haustiere wie Hunde, Katzen oder Kaninchen wechseln meist zweimal im Jahr ihr Fell. Im Herbst kommt das Winterfell meist etwas unbemerkter als im Frühling die Sommerbehaarung. Gerade Tiere, die die meiste Zeit in der Wohnung gehalten werden, können auch das ganze Jahr über das gleiche Fell haben. Trotzdem werden die alten Haare durch neue ersetzt, nur geschieht das kontinuierlich.

Hunde

Die meisten Hunderassen bekommen im Herbst innerhalb von etwa sieben Wochen ihr Winterfell. Wann der Zeitpunkt dafür reif ist, hängt von der Außentemperatur und der Tageslichtdauer ab.

Es gibt jedoch auch Hunderrassen wie Yorkshire Terrier oder Pudel (siehe Foto), die ihre Haare überhaupt nicht verlieren und deshalb regelmäßig geschoren werden müssen. Für sie gibt es sogar eigene Hunde-Friseure. Für Allergiker, denen Hundehaare Probleme bereiten, sind solche Rassen am besten geeignet. 

Während des Fellwechsels solltet ihr euren Hund öfter bürsten als sonst. Ihr helft ihm damit, die abgestorbenen Haare abzuwerfen. Andernfalls können diese verfilzen, was für das Tier sehr unangenehm ist und zu Ekzemen und dem Einnisten von Ungeziefer führen kann.

Katzen

Foto: Je länger die Haare eurer Katze, umso mehr Pflege benötigen sie - nicht nur beim Fellwechsel.

Je nach Rasse ist der Wechsel vom Sommer- zum Winterkleid bei Katzen unterschiedlich auffällig. Katzen pflegen ihr Äußeres selbst. Bei Fellwechsel kann das dazu führen, dass sie sehr viele Haare verschlucken, die sich dann als Ballen im Verdauungstrakt festsetzen. Um dem vorzubeugen ist es sinnvoll, auch Katzen während dieser Zeit öfter zu bürsten.

Es gibt aber auch Nahrungszusätze, die eurer Katze beim Verdauen der Haare helfen. Katzengras fördert das Herauswürgen der Ballen, Malzpaste hingegen sorgt dafür, dass die Fellreste durch den Darm ausgeschieden werden.

Kaninchen

Foto: Für wild lebende Waldkaninchen ist das Winterfell besonders wichtig.

Die selbstständige Haarpflege während des Fellwechsels führt bei Kaninchen, die als Haustiere gehalten werden, gelegentlich zu Problemen. Fressen sie zu viele Haare, können sie Verstopfung bekommen, was sogar lebensgefährlich werden kann. Aufmerksam solltet ihr werden, wenn das Tier keine Köttel mehr macht, sondern seinen Kot in Strängen ausscheidet. Dann hilft ein Stückchen frische Ananas oder Kiwi in der Nahrung. Dadurch wird der Fellballen im Verdauungstrakt aufgeweicht und leichter ausgeschieden.

Pferde
 
Foto: Isländer mit dichtem Winterfell

Am auffälligsten ist der Wechsel von Sommer- zu Winterfell wohl bei den Pferden. Besonders die robusteren Rassen, die sich oft draußen aufhalten oder aus kühleren Ländern stammen wie beispielsweise die Isländer haben ein sehr ausgeprägtes, dichtes Winterfell. Es ermöglicht ihnen auch im Winter ein Leben im Freien.

Der Nachteil der dichten Behaarung ist, dass die Pferde darunter leichter ins Schwitzen geraten und sich dann schnell erkälten. Daher muss man im Winterhalbjahr besonders darauf achten, sie lang genug trocken zu reiten beziehungsweise einzudecken, bis sie wieder ganz getrocknet sind.

Viele Sportpferde werden im Winter geschoren um nicht so zu schwitzen. Dann benötigen sie jedoch immer eine Decke, wenn sie sich draußen aufhalten.

Es gibt jedoch auch Stallpferde, die gar kein Winterfell entwickeln. Bei südländischen Rassen wird die Entwicklung eines Winterfells oft dadurch verhindert, dass man sie im Herbst immer zudeckt, wenn es kühl wird. Das funktioniert jedoch nicht bei allen Tieren, da sich auch bei ihnen der Fellwechsel nicht ausschließlich nach der Temperatur, sondern auch nach der Länge des Tages richtet.

Text: lm akt. 05.10.2011, Fotos: Schneehase im Sommer: PD: Andrew Easton; Pferd im Fellwechsel: PD: Axel Newe; Islandpferd: GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Autor: Andreas Tille, alle übrigen: Tessloff Archiv.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt