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Internationaler Tag des Versuchstiers

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Internationaler Tag des Versuchstiers

Sie heißen 4282, B631 oder H7/565 - Versuchstiere in Deutschland. Jedes Jahr müssen in deutschen Laboratorien mindestens 1,8 Millionen Mäuse, Ratten, Affen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und andere Tieren für fragwürdige Zwecke leiden und sterben. Der Internationale Tag des Versuchstiers am 24. April sollte mithelfen, auf die Schicksale dieser Tiere aufmerksam zu machen.

Dieser Tag wurde 1962 in England ins Leben gerufen. Er wird jedes Jahr zum Anlass genommen, weltweit auf das Leid der Versuchstiere aufmerksam zu machen. Im Jahr 2002 wollen die Tierschützer verhindern, dass 50 Millionen Tiere für ein geplantes Chemikalien-Test-Programm der Europäischen Union (EU) sterben sollen. Rund eine halbe Million Unterschriften wurden gesammelt. Vertreter von Tierschutzorganisationen aus ganz Europa übergaben diese am Mittwoch, den 24. April 2002 an die EU-Kommission in Brüssel.

Chemische Keule gegen wehrlose Tiere
Rund 30.000 Substanzen sollen nach dem Willen der EU-Kommission in Tierversuchen auf ihre Giftigkeit hin getestet werden. Das Spektrum der Chemikalien reicht von Schmieröl bis Textilfarbe, von Pestiziden bis Holzschutzmitten, die bereits seit mehr als 20 Jahren auf dem Markt sind. Insgesamt sollen für diese Untersuchung mindestens 50 Millionen Tiere ihr Leben lassen.

Barbarische Methoden
Ratten, Hunden und Affen werden die Chemikalien mit einem Schlauch direkt in den Magen gepumpt. Die Tiere winden sich in Krämpfen, leiden an Fieber, Durchfall, Schüttelfrost oder Lähmungen bis sie schließlich sterben. Kaninchen werden die Stoffe in die Augen geträufelt und auf die geschorene Haut gerieben, was schmerzhaften Verätzungen oder Entzündungen von Augen und Haut hervorruft.

Sinnloser Plan
»Der Plan der EU ist nicht nur grausam, sondern auch völlig sinnlos.« Das sagt die Tierärztin Corina Gericke und weist darauf hin, dass die Giftigkeit von Chemikalien mit Hilfe tierversuchsfreier Methoden wesentlich besser, schneller, billiger und mit besseren Ergebnissen festgestellt werden könne. »Es ist ein Skandal, dass die EU auf die mittelalterliche Methode ´Tierversuch´ setzt, während die tierversuchsfreien Verfahren immer noch ein Schattendasein führen«, so die Tiermedizinerin weiter.

Auch viele Ärzte sind gegen Tierversuche.

Text: Roland Rosenbauer unter Verwendung einer Pressemitteilung der Menschen für Tierrechte e. V. 22. 4. 2002
Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von One Voice, Frankreich.

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