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Finger weg von Vogelkindern!

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Finger weg von Vogelkindern!

Wer sich aufmerksam in der Natur bewegt, kann zur Zeit überall kleine Jungvögel piepsen hören. Sie werden flügge, starten erste Flugversuche und entfliehen dem elterlichen Nest. Warum Nestflüchter fast nie die Hilfe des Menschen benötigen und wie man sich richtig verhält, wenn man einen Jungvogel findet, möchten wir euch hier erklären.

Foto: Dieses Steinadlerküken ist 14 Tage alt. 

Wer ein flauschiges Vogelkind findet, meint zunächst spontan: Der Arme, ist sicher aus dem Nest gefallen! Doch meistens verhält es sich anders. Viele Vogelarten kommen schon weit entwickelt zur Welt und verlassen das Nest direkt nach dem Schlüpfen. Das ist zum Beispiel bei Enten und Schwänen der Fall. Sie werden zwar noch von den Eltern unterstützt, finden sich aber sofort allein in ihrer Umwelt zurecht.

Ästlinge auf Erkundungstour

Auch einige Singvogelarten wie Amseln und Kiebitze, vor allem aber Raben- und Greifvögel werden schnell selbständig. Sie werden Ästlinge genannt und sitzen, wie der Name schon sagt, auf Ästen oder an anderen geschützten Plätzen.  Ihre ständig abgegebenen Laute sind dazu da, um den Eltern, die sich auf Futtersuche befinden, ihren aktuellen Stand mitzuteilen. Tierfreunde denken oft fälschlicherweise, der Jungvogel ruft um Hilfe.

Foto: Diese Nesthocker werden von den Eltern umsorgt.   



Erst beobachten, dann handeln

Solltet ihr einmal der Meinung sein, dass ein Vogel wirklich eure Hilfe benötigt, so beobachtet ihn mindestens eine Stunde lang. Meist sind die unbeholfen herumflatternden Federknäule gut versorgt und wirken nur durch ihr putziges Äußeres hilflos.

Hilfe nur im Notfall

Der Landesbund für Vogelschutz rät dringend davon ab, Jungvögel anzufassen oder gar mit nach Hause zu nehmen. Das ist sogar gesetzeswidrig. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet, Jungtiere aufzunehmen, außer sie sind wirklich krank, verletzt oder hilflos. Und auch dann ist das Mitnehmen nur für einen vorübergehenden Zeitraum gestattet. Solltet ihr einmal ein Jungtier angefasst haben, braucht ihr euch keine Sorgen zu machen: Vögel lassen sich, anders als Säugetiere, nicht durch den menschlichen Geruch abschrecken. Die Eltern werden ihr Küken auch weiterhin versorgen.    

Tierärzte helfen weiter 

Natürlich kommt es in der Natur auch einmal vor, dass ein Jungvogel es nicht schafft und in der Phase des Flüggewerdens einem Eichhörnchen oder einer Elster zum Opfer fällt. Aber das gehört zum natürlichen Ausleseprozess der Natur und regelt die Bestände der einzelnen Arten. Wer ein verletztes oder hilfloses Tier findet und  nicht seinem Schicksal überlassen will, sollte es vorsichtig in eine gepolsterte Pappschachtel legen und zum nächsten Tierarzt bringen.

Aufzucht ist Profisache
 
Beim Tierarzt könnt ihr auch einen Experten erfragen, der das Tier in Pflege nimmt. Denn die Aufzucht eines Wildvogels sollte man besser Spezialisten überlassen, da jede Vogelart andere Bedürfnisse hat. Schon beim Füttern kann man schwerwiegende Fehler machen, so dass man dem Findling mehr schadet als hilft.

Wenn ihr noch mehr über Vögel erfahren wollt, dann schlagt im WAS IST WAS Band 40 "Vögel" nach! 

Nic 31.5.2012 / Fotos:  GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Urheber: Stefan-Xp, Johann Jaritz

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