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Entdeckungen beim Waldspaziergang

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Entdeckungen beim Waldspaziergang

Wenn ihr durch den Wald geht, könnt ihr allerhand Entdeckungen am Wegrand machen. Deshalb Augen auf! Hier erfahrt ihr mehr über das Lesen von Fährten, das richtige Verhalten bei der Begegnung mit Wildtieren und was man mit verlassenen Jungtieren machen soll.

Wer mehr weiß, sieht mehr


Oft erscheint uns ein Spaziergang durch den Wald als nicht besonders spannende Aktivität. Doch wer aufmerksam beobachtet und sich auch zu ungewöhnlichen Zeiten auf den Weg macht, kann viel entdecken. Wichtig ist natürlich, dass man weiß, worauf man achten muss.

Foto: Laubwald


Wer gern verschiedenste Vogelstimmen kennen lernen möchte, sollte sich ganz früh morgens in den Wald begeben. In der Morgendämmerung und kurz davor erlebt ihr hier ein vielstimmiges Konzert.

Zur Vogelbeobachtung solltet ihr unbedingt ein Bestimmungsbuch, ein Fernglas und vielleicht auch ein Notizbuch mitnehmen. Darin könnt ihr aufschreiben, welche Arten ihr angetroffen habt und euch eventuell sogar ein Naturtagebuch mit den unterschiedlichsten Entdeckungen anlegen.

Foto: Buchfink



Fährten lesen


Die meisten Wildtiere sind sehr scheu, deshalb bekommen wir sie nur selten zu sehen. Zum Kennenlernen eignen sich daher Wildgehege, in denen Hirsche, Rehe oder Wildschweine gehalten werden. Hier kommen sie sogar an den Zaun und man kann sie in Ruhe betrachten. In freier Wildbahn hingegen können uns Fährten und andere Hinterlassenschaften der Tiere Aufschluss darüber geben, wer hier zu Hause ist.

Abbildung: Tierfährten

Doch nicht nur die Art der Tiere könnt ihr an den Fährten, dem Kot und Fraßspuren erkennen, ihr könnt daran auch ablesen, ob ein Tier auf der Flucht war oder ob es gemächlich durch den Wald ging, ob es auf einen Artgenossen oder ein anderes Tier getroffen ist und ob es vielleicht sogar zu einem Kampf gekommen ist. Ihr seht schon, es handelt sich dabei um eine geradezu detektivische Arbeit.

Tierbegegnungen


Wer in der Morgen- oder Abenddämmerung im Wald unterwegs ist, kann in seltenen Fällen Hirschen, Rehen oder Wildschweinen von Nahem begegnen. Hirsche und Rehe werden als Fluchttiere keine Konfrontation mit Menschen suchen.

Foto: Hirsch




Trefft ihr jedoch auf einen Keiler, also ein männliches Wildschwein oder aber auf eine Bache mit Frischlingen (weibliches Wildschwein mit Jungtieren), dann solltet ihr euch möglichst ruhig Verhalten und euch ohne Hast von dem Tier entfernen.

Links: Bache mit Frischlingen (Wildschweine).

Drohgebärden reizen Wildschweine zum Angriff und dann kann es für euch gefährlich werden. Solltet ihr einen Hund dabei haben, müsst ihr ihn im Wald immer an der Leine führen. Ein Kampf zwischen Wildschwein und Hund kann für euren Vierbeiner nämlich böse ausgehen.

Was ist mit verlassenen Jungtieren?

Wer ein Rehkitz im Wald findet, sollte dieses auf keinen Fall anfassen. Die Mutter ist in der Regel nicht weit entfernt und das Jungtier nur scheinbar allein. Wenn ihr das Kleine hochnehmt, riskiert ihr, dass die Mutter es nicht mehr als ihr Kind identifizieren kann, da es plötzlich nach Mensch riecht. Dann wird es wirklich zu einem verlassenen Bambi!

Und was ist mit Vögeln, die aus dem Nest gefallen sind?

Auch junge Vögel, die das Nest verlassen haben, bevor sie fliegen können, sind nicht automatisch schutzlos. Die meisten werden weiterhin von ihren Eltern gefüttert, die sich in der Nähe aufhalten.

Foto: Nest mit Teichrallen am Seeufer.



Häufig haben die Kleinen auf diese Weise sogar bessere Überlebenschancen, als wenn sie mit ihren Geschwistern im Nest blieben. Denn ein Nest mit mehreren Jungtieren ist für einen Beutegreifer wie Eichhörnchen oder Elster sehr interessant. Bevor ihr also voreilig einen Jungvogel mitnehmt, müsst ihr erst mindestens eine Stunde aus sicherer Distanz heraus beobachten, ob er tatsächlich verlassen ist oder ob sich seine Eltern nur gut verborgen gehalten haben.

Ganz winzige Vögelchen, die mit ihren Dunenfedern noch wie ein kleiner Plüschball aussehen, fallen auch gelegentlich aus dem Nest. Wenn man das Nest entdeckt, kann man sie wieder hineinsetzen. Hier ist die Gefahr nicht so groß, dass der Menschengeruch von den Eltern als störend empfunden wird wie bei Rehen.

Einen Jungvogel zu Hause groß zu ziehen ist sehr kompliziert, da jede Vogelart andere Nahrung braucht und alle paar Stunden gefüttert werden muss. Außerdem muss sich der Piepmatz irgendwann an das Leben in der Natur gewöhnen und selbstständig werden und es ist nicht einfach ihm das beizubringen.

Schützt euch!

Wer durch Wald und Wiesen streift, kommt auch mit vielen Kleintieren in Berührung. Das ist in der Regel kein Problem. Lästig werden uns allerdings die Mücken und wirklich gefährlich können uns Zecken werden.

Zecken sitzen auf Gräsern oder Büschen und warten darauf, dass ein Mensch oder Tier an ihnen vorbei streift, auf den sie sich setzen können. Sie saugen unser Blut und tun das so geschickt, dass wir oft stunden- oder sogar tagelang nicht merken, dass sie sich in unserer Haut fest gebissen haben.

Das Problem: Sie können gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommermeningitis übertragen. Wie ihr euch am besten vor den kleinen Krabblern schützt und was ihr macht, wenn ihr von ihnen gebissen werdet, lest ihr im Artikel Zecken, gefährliche Tierchen, der am Ende dieses Artikels verlinkt ist.

Link:

Tipps rund um das Entdecken der Natur gibt's hier.

Text: Liane Manseicher, 07.06.08; Fotos: Bache mit Frischlingen: Jörg Hempel: cc-by-sa; Rauchschwalbe: Malene Thyssen: cc-by-sa; Buchfink: MichaelMaggs: cc-by-sa; Nest der Teichralle: Christian Fischer: GFDL; Rothirsch: Traroth; Laubwald: pd; Zeckenschild: www.baxter.de. Illustration Tierfährten: WAS IST WAS Band 68: Reiner Zieger.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt